Zwei Schulmädchen im Portrait, Kopf an Kopf
©arche noVa

Libanon: Syrische Kinder erhalten an ihren Zufluchtsorten Schulunterricht

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Die Krise im Nachbarland Syrien nimmt kein Ende. Im Libanon ist sie stets present. Inzwischen leben mehr als 1,5 Millionen syrische Geflüchtete in dem kleinen Land mit nur wenig mehr Einwohnern als Berlin. Damit stammt jede fünfte Einwohnerin und jeder fünfte Einwohner aus Syrien. Fast die Hälfte davon sind Kinder, die, statt in Schulen zu lernen und mit Klassenkameradinnen und -kameraden zu spielen, allzu oft sich selbst überlassen sind. Weniger als 50 Prozent der syrischen Kinder konnten seit 2011 an libanesischen Schulen eingeschrieben werden. Besonders niedrig ist die Quote an den weiterführenden Schulen.
Libanon
Simple World Map - Author: Al MacDonald Editor: Fritz Lekschas License: CC BY-SA 3.0 ID: ISO 3166-1 or "_[a-zA-Z]" if an ISO code is not available

Eine Ursache dafür liegt in dem zu weiten Teilen privatisierten Schulsystem des Libanons: Viele der häufig mittellosen Flüchtlingsfamilien können die damit verbundenen hohen Kosten nicht bezahlen. Die öffentlichen Schulen wiederum sind kaum in der Lage, den Bedarf zu decken. Die rasante Bevölkerungszunahme hat sie völlig überfordert. Marode Gebäude, defekte Toiletten, kleine Klassenräume und zu wenig Tische – es mangelt an allen Ecken und Enden. Doch Bildung ist ein Schlüssel zu einer gerechteren Welt und wer in Bildung investiert, investiert in die Zukunft. Daher konzentriert sich arche noVa zusammen mit der lokalen Partnerorganisation, der Social Support Society, auf die Förderung der Bildung im Libanon. Das Ziel unseres Projektes im Bekaa-Distrikt ist es, für syrische Mädchen und Jungen im schulpflichtigen Alter den freien Zugang zu Schulbildung zu schaffen.

Am Anfang des Projektes unterstützten wir zwei Schulen mit mehr als 1.000 Schülerinnen und Schülern. Derzeit ist es eine Schule mit rund 540 Kindern. arche noVa beteiligte sich am Ausbau der beteiligten Schulgebäude. Zum Beispiel wurden defekte Elektroleitungen ersetzt, Heizungsanlagen wieder instand gesetzt und Sanitäranlagen saniert. Außerdem statteten wir die ausgewählten Schulen mit Tischen, Bänken, Tafeln und Schränken aus. Von den umfangreichen Maßnahmen profitieren selbstverständlich nicht nur die syrischen, sondern alle Schulkinder.

Um möglichst viele Kinder, die zum Teil schon länger keine Schule besucht haben, für das Projekt zu gewinnen, werden die syrischen Eltern umfassend über die „neue“ Bildungsmöglichkeit aufgeklärt. Auf Veranstaltungen und in persönlichen Gesprächen wird über den Lehrplan, die verschiedenen Schularten, das Lernkonzept und den kostenfreien Transport zu den Schulen informiert.

Unterrichtet werden die Kinder der vor dem Krieg geflüchteten Familien von libanesischen und syrischen Lehrkräften – ebenfalls Geflüchtete –, die zuvor durch libanesische Lehrer im Lehrplan geschult wurden. Darüber hinaus sorgt arche noVa für umfangreiche Weiterbildungsmöglichkeiten der beteiligten Lehrerinnen und Lehrer, beispielsweise in Methodenvielfalt und Pädagogik.

Für die Kinder heißt es dann pauken: Vier Stunden pro Tag, fünf Tage die Woche gehen die Schülerinnen und Schüler zur Schule. Der Unterricht findet nachmittags und am Samstag statt, weil die Schulgebäude vormittags weiter von der bereits vorhandenen Schulgemeinschaft genutzt werden. Neben den Pflichtfächern gibt es ein sozialpädagogisches Angebot, beispielsweise einen Chor.

Die Anwesenheit der Kinder sowie der Lehrkräfte wird täglich erfasst. Sie ist auf einem sehr hohen Niveau gleichbleibend stabil. Dies kann als großer Erfolg gewertet werden, da die konstante Anwesenheit der Kinder keine Selbstverständlichkeit ist. Syrische Kinder müssen oft arbeiten, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Für das Beenden eines Schuljahres erhalten die SchülerInnen ein Zeugnis, das von den Schulen im Libanon und in Syrien anerkannt ist.

Nicht zuletzt erhalten bedürftige Schülerinnen und Schüler kostenfrei Arbeitsmaterialien, wie Bücher und Hefte.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

Für dieses Projekt spenden

25
Für 25€ erhält ein Kind ausreichend Hefte, Bücher und Stifte für ein Schuljahr
100
Für 100€ können wir gemeinsam Schuluniformen an acht Kinder verteilen.

Projektsteckbrief

Zielgruppe

Aktuell: 540 Kinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren sowie lokale Mitarbeitende an an der Ghazza Schule

Projektziel

Schaffung eines kostenlosen Zugangs zur Schulbildung für von der Syrienkrise betroffene Jungen und Mäd­chen im schulpflichtigen Alter sowie Stärkung des nationalen Bildungssystems

Aktivitäten
  • Rehabilitierung von Schulen
  • Durchführung von Informationskampagnen zu Bildungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen
  • Verteilung von Schulmaterial- und uniformen
  • Ausstattung der Schulen mit Mobiliar (Schränke, Tische, Tafeln etc.)
  • Finanzierung von Lehrergehältern
  • Weiterbildung von syrischen Lehrkräften zum libanesischen Lehrplan
  • Ausarbeitung eines Fortbildungsplans für die Lehrkräfte (Methodenvielfalt, Pädagogik etc.)
  • Betreuung traumatisierter Kinder durch eine Fachkraft
  • Angebot von Freizeitaktivitäten (Chor) durch ehrenamtliche Helfer
Projektlaufzeit
seit Oktober 2015
Kooperationspartner

Social Support Society

Förderer
  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Freistaat Sachsen
  • Private Spenderinnen und Spender
AnsprechpartnerIn
Portrait Meike John mit roter Pumpe
Meike John
Abteilung
Kommunikation
Funktion
Redakteurin Öffentlichkeitsarbeit
Standort
Dresden
Telefon
0351 481984-12
E-Mail
meike.john [at] arche-nova.org

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