Syrian children in rehabilitated school in Lebanon

Libanon: Syrische Kinder erhalten an ihren Zufluchtsorten Schulunterricht

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Ich möchte einmalig spenden, wo es am nötigsten ist:
Im Jahr 2015 leben 1,3 Millionen syrische Flüchtlinge im Libanon, einem Land, mit nur wenig mehr Einwohnern als Berlin. Damit ist beinah jeder fünfte Einwohner des kleinen Staates, der fast gänzlich von Syrien umschlossen wird, ein Flüchtling des schwer umkämpften Nachbarstaates. Fast die Hälfte der syrischen Flüchtlinge im Libanon sind Kinder, die, statt in Schulen zu lernen und mit Klassenkameradinnen und -kameraden zu spielen, sich selbst überlassen sind. Nur knapp 30 Prozent der syrischen Kinder konnten seit 2011 an libanesischen Schulen eingeschrieben werden.
Libanon
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Eine Ursache dafür liegt in dem nahezu gänzlich privatisierten Schulsystem des Libanons: Viele der häufig mittellosen Flüchtlingsfamilien können die damit verbundenen hohen Kosten nicht bezahlen. Die wenigen öffentlichen Schulen wiederum sind kaum in der Lage, den eigenen Bedarf zu decken. Die rasante Bevölkerungszunahme hat sie völlig überfordert. Marode Gebäude, defekte Toiletten, kleine Klassenräume und zu wenig Tische – es mangelt an allen Ecken und Enden. Doch Bildung ist ein Schlüssel zu einer gerechteren Welt und wer in Bildung investiert, investiert in die Zukunft. Daher konzentriert sich arche noVa zusammen mit der lokalen Partnerorganisation, der Social Support Society, auf die Förderung der Bildung im Libanon. Das Ziel unseres Projektes im Bekaa-Distrikt ist es, für syrische Mädchen und Jungen im schulpflichtigen Alter den freien Zugang zu Schulbildung zu schaffen.

Als erste Maßnahme unterstützen wir, da wo es nötig ist, den Ausbau der Schulen, die an unserem Projekt beteiligt sind. Zum Beispiel werden defekte Elektroleitungen ersetzt, Heizungsanlagen wieder instand gesetzt und Sanitäranlagen saniert. Außerdem statten wir die ausgewählten Schulen mit Tischen, Bänken, Tafeln und Schränken aus. Von den umfangreichen Maßnahmen profitieren selbstverständlich nicht nur die syrischen, sondern alle Schulkinder.

Um möglichst viele Kinder, die zum Teil schon länger keine Schule besucht haben, für das Projekt zu gewinnen, werden die syrischen Eltern umfassend über die „neue“ Bildungsmöglichkeit aufgeklärt. Auf Veranstaltungen und in persönlichen Gesprächen wird über den Lehrplan, die verschiedenen Schularten, das Lernkonzept und den kostenfreien Transport zu den Schulen informiert.

Unterrichtet werden die Kinder der vor dem Krieg geflüchteten Familien von libanesischen und syrischen Lehrkräften – ebenfalls Geflüchtete –, die zuvor durch libanesische Lehrer im Lehrplan geschult wurden. Darüber hinaus sorgt arche noVa für umfangreiche Weiterbildungsmöglichkeiten der beteiligten Lehrerinnen und Lehrer, beispielsweise in Methodenvielfalt und Pädagogik.

Für die Kinder heißt es dann pauken: Vier Stunden pro Tag, sechs Tage die Woche gehen die Schülerinnen und Schüler zur Schule. Der Unterricht findet nachmittags und am Samstag statt, weil die Schulgebäude vormittags weiter von der bereits vorhandenen Schulgemeinschaft genutzt werden. Neben den Pflichtfächern gibt es ein sozialpädagogisches Angebot mit Chor, Fußball, Theater und anderen Aktivitäten, die den Anreiz, zur Schulteilnahme erhöhen werden.

Während eines Teils der Projektlaufzeit erhalten die Kinder in den Schulen zudem täglich eine kleine Mahlzeit. Außerdem werden bedürftige Schülerinnen und Schüler mit Arbeitsmaterialien, wie Bücher und Hefte, ausgestattet.

Das kontinuierliche Monitoring aller Aktivitäten und die intensive Vernetzung aller Beteiligten sind gerade in diesem Projekt von entscheidender Bedeutung. Denn so wird nicht nur die hohe Qualität und Nachhaltigkeit des Projektes gesichert, sondern auch ein fachlicher Input in das libanesische Bildungssystem erreicht. Die positiven Ergebnisse des Projektes sollen langfristig die libanesische als auch die syrische Zivilgesellschaft stärken.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

Für dieses Projekt spenden

25
Für 25€ erhält ein Kind ausreichend Hefte, Bücher und Stifte für ein Schuljahr
50
Für 50€ können drei Kinder für einen Monat in der Schule Essen bekommen
100
Für 100€ können wir gemeinsam Schuluniformen an acht Kinder verteilen.

Projektsteckbrief

Zielgruppe

1.100 Kinder im Alter zwischen 5 und 17 Jahren sowie lokale Mitarbeitende an zwei Schulen im Verlauf der Projektlaufzeit

Projektziel

Schaffung eines freien Zugangs zur Schulbildung für von der Syrienkrise betroffene Jungen und Mäd­chen im schulpflichtigen Alter sowie Stärkung des nationalen Bildungssystems

Aktivitäten
  • Rehabilitierung von Schulen
  • Durchführung von Informationskampagnen zu Bildungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen
  • Verteilung von Schulmaterial- und uniformen
  • Ausstattung der Schulen mit Mobiliar (Schränke, Tische, Tafeln etc.)
  • Finanzierung von Lehrergehältern
  • Weiterbildung von syrischen Lehrkräften zum libanesischen Lehrplan
  • Ausarbeitung eines Fortbildungsplans für die Lehrkräfte (Methodenvielfalt, Pädagogik etc.)
  • Tägliche Ausgabe einer Mahlzeit (Snack) während der Schulzeit
  • Betreuung traumatisierter Kinder durch eine Fachkraft
  • Angebot von Freizeitaktivitäten (Chor, Fußball u.a.) durch ehrenamtliche Helfer
Projektlaufzeit
seit Oktober 2015
Kooperationspartner

Social Support Society

Förderer
  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Freistaat Sachsen
  • Private Spenderinnen und Spender
AnsprechpartnerIn
Meike John
Meike John
Abteilung
Kommunikation
Funktion
Redakteurin Öffentlichkeitsarbeit
Standort
Dresden
Telefon
0351 481984-12

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