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Schulbildung für 10.800 Kinder und Jugendliche

23. Juni 2021 - Syrien
Unser neues Bildungsprojekt in Nordsyrien erreicht über 10.800 Kinder und Jugendliche. Die ersten der insgesamt zehn Lernzentren, die über zwei Jahre arbeiten werden, sind eröffnet worden. Die meisten der hier eingeschriebenen 6- bis 14-Jährigen lernen zum ersten Mal lesen, schreiben und rechnen.

In mehr als zehn Jahren Krieg in Syrien hat eine ganze Generation von Kindern nichts anderes als Gewalt, Unsicherheit und Not kennengelernt. Nicht mal die Hälfte der Schulgebäude ist überhaupt noch nutzbar. „Die meisten, die 2007 geboren wurden, haben noch nie eine öffentliche Schule besucht. Im Alter von 14 Jahren hätten sie normalerweise ihre Grundbildung abschließen können. Doch jetzt gelten sie als verlorene Generation, die keine Chance hat, sich zu entwickeln und zu entfalten“, sagt Shahid Akbar, der die arche noVa Projekte in Nordsyrien leitet, die nicht auf Nothilfe sondern längerfristige Hilfe abzielen.

Portrait Nehaya Al-Khaled

Ich möchte lernen wie jedes andere Kind auf der Welt auch.

Nehaya Al-Khaled, Schülerin im arche noVa-Bildungsprojekt, Syrien

Für dieses Projekt spenden

22
Schultasche, Stifte, Hefte und Covid-19-Masken für ein Schulkind
63
ein Whiteboard als Tafel für einen Klassenraum
175
Teilnahmekosten für ein Kind an einem kompletten Schulkurs

Wir wollten uns als erste im Lernzentrum registrieren

Protrait Nehaya

Vor kurzem hat Nehaya Al-Kahled noch auf den Feldern rund um das informelle Camp gearbeitet, wo ihre Familie seit der Flucht wohnt. Jetzt sitzt sie endlich in einer Schulbank.

Lesen Sie hier die ganze Geschichte

Wir haben die Blätter von den Bäumen gegessen

Protrait Hamdan

Hamdan Al-Kahlif war 16 Jahre, als in Syrien der Krieg begann. Heute ist er Mathelehrer an einem der arche noVa-Lernzentren. Der Weg dahin war voller Gefahr und Entbehrungen.

Lesen Sie hier die ganze Geschichte

Schulkurse und psychosoziale Unterstützung

Nehaya gehört zu den Kindern, die sich als erstes in einem unserer Lernzentren eingeschrieben haben. Mit 13 Jahren lernt sie nun in einem dreimonatigen Schulkurs lesen, schreiben und rechnen. An unseren Schulzentren gibt es nicht nur Klassenräume, sondern auch Schulhöfe mit Rutschen, Schaukeln und jede Menge Platz für das gemeinsame Spiel. Unser Projekt bietet den häufig traumatisierten Kindern und ihren Eltern zudem psychologische Betreuung. Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen lebt unter prekären Lebensbedingungen, teilweise in informellen Camps außerhalb der Dörfer. In der Nähe der Unterkünfte haben wir Räumlichkeiten angemietet oder große Zelte errichtet. Unsere Lernzentren sind dort, wo Schulbildung bisher unerreichbar war und viele Kinder einen großen Nachholbedarf haben.

Portrait Wolfram Lorenz

Vielen Kindern fehlt das Selbstvertrauen und die Fähigkeiten dem Unterricht überhaupt folgen zu können. Wir wollen die Kinder stärken, ihre Selbständigkeit fördern, ihren Alltag strukturieren, geschützte Räume zum Spielen anbieten und natürlich auch Wissen vermitteln.

Wolfram Lorenz, Projektreferent Syrien

Wissen vermitteln und Wohlergehen fördern

In den dreimonatigen Schulkursen mit intensivem Unterricht in Arabisch, Mathematik, Naturwissenschaften und Englisch erhalten die Kinder und Jugendlichen eine Grundausbildung, die sie befähigt anschließend in eine reguläre Schule zu wechseln. Der ihrem Alter entsprechende strukturierte Tagesablauf bedeutet für die vielfach traumatisierten Kinder zudem ein Stück Stabilität und damit Hoffnung für die Zukunft. Bildung wirkt sich ganz unmittelbar auf das Selbstbewusstsein und Wohlbefinden der Kinder aus. Auf lange Sicht ist Bildung die wichtigste Voraussetzung, um Armut zu entkommen bzw. vorzubeugen und die Chance auf ein besseres Leben zu haben. Unser Projekt bietet zudem den Lehrkräften die Chance, ihre methodischen und didaktischen Kompetenzen zu verbessern. Die meisten Lehrerinnen und Lehrer teilen die Erfahrungen von Gefahr und Vertreibung wie die Kinder und Jugendlichen. Sie können sich in die Bedürfnisse der Kinder und Jugendliche gut einfühlen und sie unterstützen während sie selbst ihre berufliche Laufbahn wieder aufnehmen können.

Auf einen Blick: arche noVa-Bildungsprojekt Nordsyrien

Zielgruppe: 10.800 Schülerinnen und Schüler zwischen 6 und 14 Jahren sowie 140 Mitarbeitende (vor allem Lehrkräfte)
Ziel: Stärkung der Resilienz syrischer Kinder und Jugendlicher sowie syrischer Lehrkräfte durch Zugang zu Schulbildung
Hintergrund: Nach zehn Jahren Krieg sind mehr als die Hälfte der Schulen im Projektgebiet zerstört, 41% der Schulkinder gehen nicht zum Unterricht
Projekt: Informeller Schulunterricht in Form von Vorbereitungskursen über je drei Monate
Vorbereitend: Anmietung und Ausstattung von Unterrichtsräumen inklusive Sport- und Spielplätze
Fokus: Vermittlung von Grundkompetenzen im Lesen, Schreiben und Rechnen
Integrierte Komponente: Psychosoziale Unterstützung für Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern
Begleitend: Aufklärungskampagne „Back to School“ für Eltern
Region: Nordsyrien
Laufzeit: 2021 bis Ende 2022

Kindern ohne Bildung sind langfristig bedroht

Syrische Kinder sind seit mehr als zehn Jahren Opfer einiger der schwersten Menschenrechtsverletzungen, darunter wahllose Angriffe auf Schulen, der Einsatz von Kindern im Krieg sowie Vertreibung. Vielfach haben sie nicht einmal Zugang zu humanitärer Hilfe. Die COVID-19-Pandemie und die sich verschlechternde wirtschaftliche Situation haben die schwierigen Lebensumstände der Kinder und Jugendlichen in Syrien in den vergangenen Monaten weiter verschärft. In etlichen Regionen findet kein Schulunterricht statt, Kinder werden erst im fortgeschrittenen Alter oder gar nicht eingeschult. Viele brechen die Schule frühzeitig ab. Kinderarbeit und frühe Eheschließungen sind oft Gründe dafür. Insbesondere Mädchen sind sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Regelmäßige Schulbesuche und Bildung sind dagegen die wichtigsten Präventionsmaßnahmen. Wer zur Schule geht, gewinnt die Chance auf ein eigenes Einkommen und rutscht deutlich seltener in Kriminalität oder Radikalisierung ab.

Was arche noVa in Nordsyrien für die vom Krieg betroffenen Menschen unternimmt, lesen Sie hier.

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