Title Lebanon - Boys using hand washing facility

Libanon: Wasserinfrastruktur hilft syrischen Geflüchteten und den Gastgemeinden

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Hinter dem Fluss liegt der Krieg. Der Nahr Al Kabir trennt den Norden des Libanons von Syrien. Seitdem dort Gewalt, Zerstörung und Vertreibung herrschen, hat sich auch das Leben im libanesischen Distrikt Akkar verändert. Sichtbares Zeichen sind die vielen Tausend syrischen Familien, die hierher geflohen sind. Schätzungen gehen davon aus, dass insgesamt bis zu zwei Millionen Menschen aus Syrien im Nachbarland Schutz suchen. Einige von ihnen haben sich direkt im Grenzgebiet niedergelassen. Sie wohnen in informellen Zeltlagern, in leer stehenden Gebäuden, in gemieteten Zimmern oder Behelfsunterkünften.
Libanon
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Die Dimension des Zuzugs macht der Region zu schaffen. Hinzu kommen Jahrzehnte alte Konflikte zwischen verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen, die zu eskalieren drohen. Angesichts der Vielzahl der Herausforderungen kommen die politischen Verantwortlichen und die Verwaltung ihren Aufgaben kaum noch nach. Es herrschen Mangel und Missmanagement. Für die ortsansässige Bevölkerung und die hinzu gekommenen syrischen Familien bedeutet das: schwierigste Bedingungen, die das Leben auf das Nötigste beschränken.

Marode Wassersysteme werden repariert

arche noVa nimmt sich in Zusammenarbeit mit zwei lokalen Partnerorganisationen eines der drängendsten Probleme der Menschen vor Ort an: der Wasserversorgung. In sechs Gemeinden werden für rund 15.500 Menschen Trinkwasser- und Brauchwassersysteme rehabilitiert und ergänzt. Die Arbeiten umfassen Brunnen, Pumpen, Leitungen und Vorratstanks. Zum Schluss werden einheimische und geflüchtete Familien für weniger Geld mehr und besseres Wasser bekommen.

Schon vor der akuten Krise war der Norden des Distrikts Akkar infrastrukturell nur mittelmäßig erschlossen, seit dem Zuzug der syrischen Geflüchteten ist die Versorgungslage völlig unzureichend. Nur zwei Mal pro Woche und nur für jeweils eine Stunde erhalten Familien mit einer festen Adresse Wasser aus dem zentralisierten Versorgungssystem. Die Zuteilung reicht nicht aus, den Bedarf der Menschen auch nur annähernd zu decken. Reparaturarbeiten an den mehr als 30 Jahre alten Systemen wurden seit langem vernachlässigt. Das ist umso fataler, als dass die lokale Bevölkerung und die zuständigen Behörden nicht über die finanziellen Mittel verfügen, dies zu ändern.  

In der Not decken die meisten Familien ihren Bedarf mit dem Kauf von Trinkwasser in Flaschen und Kanistern bei kommerziellen Anbietern. Das Geld, das sie dafür ausgeben, fehlt für Nahrungsmittel, Kleidung, Energie, Schulbücher, Medizin und allem anderen, was Familien brauchen. Wer dagegen auf sicheres, abgefülltes Wasser verzichtet, muss damit rechnen an wasserbezogenen Infektionskrankheiten zu erkranken. Die Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass die Hälfte aller Erkrankungen im Land auf verunreinigte Lebensmittel und Wasser zurückgehen. Ziel unseres Projektes ist es an den Einsatzorten die hygienischen Bedingungen deutlich zu verbessern. Dazu werden die Baumaßnahmen durchgeführt und außerdem gezielte Hygieneschulungen angeboten.

Versorgung der Schulkinder verbessern

Der zweite Schwerpunkt unseres Projektes liegt im Bildungsbereich, genauer gesagt in der Wasser-und Sanitärversorgung von Schulen. In Absprache mit den zuständigen Schulbehörden und den Gemeinden vor Ort ermittelte unser Team 16 Schulen im Projektgebiet, an denen dringender Handlungsbedarf besteht. Generell gilt: In den meisten Schulen sind die Versorgungsysteme veraltet und weisen vielfältige Schäden auf. Welche Baumaßnahmen an welcher Schule notwendig sind, ermittelt unser Projektteam für jede ausgewählte Schule individuell und erarbeitet eine maßgeschneiderten Verbesserungsvorschlag, der dann umgesetzt wird. Neben der Rehabilitation der Wassersysteme, Toiletten und Handwaschbecken umfassen die Bauarbeiten auch die Installation von Wasserfiltern und Trinkwasserspendern.

Partizipation und Integration auf allen Ebenen

Im Libanon sind es die Menschen gewöhnt, ihre Angelegenheiten selber zu managen. Auf Hilfe von außen oder das Aktivwerden staatlicher Stellen warten sie oft vergebens. Große Vorhaben wie die Instandsetzung der Wasserinfrastruktur liegen oft über Jahre brach. Inzwischen erstrecken sich die Missstände auf weiter Bereiche - von der Umwelt, über die Stromversorgung bis zum Gesundheitssystem. Die Aufnahme der vielen geflüchteten syrischen Nachbarn hat die Situation zusätzlich verschärft. Die internationale Hilfe konzentriert sich indes bisher vor allem auf die informellen Flüchtlingsunterkünfte. Unser Projektansatz geht einen anderen Weg und schließt alle Betroffenen und alle beteiligten Interessensgruppen ein. So werden sowohl die Kommunen als auch die zuständigen Fachbehörden auf den verschiedenen Verwaltungsebenen von Anfang an beteiligt.

Unser Projekt richtet sich gleichermaßen an Einheimische als auch an die geflüchteten Familien aus Syrien und entschärft so die Konkurrenzsituation, die sich in den vergangenen Jahren trotz Gastfreundschaft gegenüber den Schutzsuchenden aufgebaut hat. Heikle Fragen wie der gleichberechtigte Zugang zu Wasser oder die möglicherweise notwendige Rationierung der Ausgabe werden mit den Projektgemeinden zusammen diskutiert.

Für dieses Projekt spenden

10
Ein Toilettensitz in einer Schule
20
Auffüllen eines Seifenspenders in einer Schule für ein Jahr
50
Versorgung eines Haushalts mit Wasserreinigungstabletten für ein Jahr
100
Ein 1.000 Liter Wassertank für eine Familie
196
Aufbau eines 2.000 Liter Wassertanks, der mehrere Familien versorgt

Projektsteckbrief

Zielgruppe

41.000 Menschen (syrische Geflüchtete und libanesische Einwohner) im Distrikt Akkar

Projektziel

Verbesserung der Wasserversorgung im Nordlibanon für Geflüchtete aus Syrien und die sie beherbergende Bevölkerung

Aktivitäten
  • Rehabilitation von elf lokalen Wasserversorgungssystemen
  • Verbesserung des Wasserversorgung und Aufbau von wassersparenden Toiletten an bis zu 36 Schulen
  • Hygieneschulungen für 13.000 Familien (Geflüchtete und Einheimische)
Projektlaufzeit
Juli 2016 - August 2018
Kooperationspartner

Tankamel Sawa
Development for People and Nature Association (DPNA)

Förderer
  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Private Spenderinnen und Spender
AnsprechpartnerIn
Meike John
Meike John
Abteilung
Kommunikation
Funktion
Redakteurin Öffentlichkeitsarbeit
Standort
Dresden
Telefon
0351 481984-12

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