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Sauberes Wasser das ganze Jahr! Ihre Weihnachtsspende wirkt.

11. November 2021 - Kenia
365 Tage im Jahr sauberes Wasser für über 6.000 Menschen in 16 Dörfern – dieses Ziel steht ganz oben auf der Agenda unseres aktuellen Projekts in Kenia. Weitere Punkte: Starthilfe für den Anbau und die Vermarktung von Nutzpflanzen, für die Anlage von Baumschulen und die Haltung von Nutztieren. Auswahl wie Umsetzung der Maßnahmen liegen in der Hand der Selbsthilfegruppen und Gemeinden.

Für dieses Projekt spenden

27
15 Kilogramm dürreresistente Pflanzensamen
59
ganzjährig Trinkwasser für eine Familie an einem Sanddamm
350
Installation einer Handpumpe an einem Sanddamm

Vier unserer Projektdörfer liegen im Bezirk Laikipia, zwölf in den Bezirken Kitui, Machakos und Makueni in Zentralkenia. Hier haben Entwaldung, Überweidung und die schnell voranschreitende Erderhitzung die Wüstenbildung schon weit vorangetrieben. Der fruchtbare Oberboden wird abgetragen, die Wasserqualität nimmt ab. Die Bewohner unserer Projektgemeinden haben im Durchschnitt nur acht Monate im Jahr Zugang zu Wasser aus Flüssen und Bächen, manche müssen dafür zwölf Kilometer weit gehen. Fast drei Viertel der Menschen bestreiten ihren Lebensunterhalt ausschließlich mit Landwirtschaft. Dabei reichen die Erträge für kaum mehr als den Eigenbedarf, zum Verkaufen bleibt wenig. Kein Wunder, dass das Monatseinkommen dieser Haushalte unter 5.000 Kenia-Schilling liegt – umgerechnet etwa 40 Euro.

Portrait Nathan Musau

„Der Fluss führte nur zur Regenzeit Wasser, danach mussten wir sehr weit gehen, um Wasser zu holen. Die Leute haben tiefe Löcher gegraben, um an Wasser zu kommen, aber das ist gefährlich, weil man verschüttet werden kann. Außerdem machte das Wasser oft krank, Typhus und Amöbeninfektionen waren weitverbreitet."

Nathan Musau aus Ukia im Distrikt Makueni

Sanddämme, Gemüsefelder und Baumschulen

Der 68-jährige Nathan Musau gehört zur Selbsthilfegruppe Natulenge Juu aus einem unserer Projektdörfer. Mit hohem Arbeitseinsatz hat die Gruppe in nur 8 Monaten 3 Sanddämme mit Flachbrunnen errichtet, die jetzt rund 3.000 Dorfbewohner das ganze Jahr über mit sauberem Wasser versorgen. Auf ihren gemeinsam angelegten Demonstrationsflächen haben die Gruppenmitglieder erfolgreich den Anbau von Tomaten, Spinat und Grünkohl erprobt, die sie gewinnbringend verkaufen. Der Erlös wird in weitere Projekte von Natulenge Juu investiert. In drei Baumschulen wachsen derzeit über 700 Setzlinge heran, darunter Avocados, Mangos und Akazien. „Da wir sie bewässern können“, sagt Nathan Musau, „werden hoffentlich viele davon überleben und unsere Umwelt verbessern.“ Wie wichtig Bäume für Klima, Boden und Wasser sind und wie man sie aufzieht, hat Nathan mit vielen anderen Bäuerinnen und Bauern in den Workshops des Projekts gelernt. Dort wurden sie auch mit nachhaltigen Methoden der Bodenbearbeitung und des Anbaus von Feldfrüchten vertraut gemacht und haben erfahren, wie man mit energiesparenden Herden und Ökobriketts den Holzverbrauch verringern kann. „Diese Schulungen haben uns wirklich viel gebracht“, betont Nathan Musau. „Und von dem Wasser aus unseren Sanddämmen werden noch viele Generationen profitieren.“

Mehr als Tierhaltung

In Laikipia bestreiten die meisten Haushalte ihren kargen Lebensunterhalt mit Naturweidewirtschaft. Doch Dürre, Krankheiten und die weiten Wege zur Tränke in der Trockenzeit kosten viele ihrer Ziegen, Schafe, Kühe und Hühner das Leben. Eine Maasai-Frauengruppe und drei Farmgruppen, insgesamt 180 Personen, stellen jetzt ihr Leben mithilfe unseres Projekts auf eine neue Grundlage: Nachdem auch sie Sanddämme errichtet haben, kultivieren sie auf ihren Gemeinschaftsflächen und in ihren Hausgärten Aloe Secundiflora. Die Blätter dieser Pflanze liefern einen gefragten Inhaltsstoff für die Kosmetikindustrie und werden mithilfe des Projekts zum Beispiel an Lush Cosmetics verkauft, einen Produzenten von Naturkosmetik in Großbritannien. Die Frauen lernen aber auch, selbst Shampoo, Duschgel, Körpercreme und Handdesinfektionsmittel herzustellen, die sie vor Ort verkaufen können. Aloe-Anbau und Vermarktung sind ein wichtiger Baustein für eine umwelterhaltende Landwirtschaft, mit der sich auch unter veränderten Klimabedingungen ein existenzsicherndes Einkommen erwirtschaften lässt.

Gemeinsam noch stärker

Neu in diesem Projekt ist, dass wir zwei unserer lokalen Partnerorganisationen miteinander vernetzen: die African Sand Dam Foundation (ASDF), eine kenianische Nichtregierungsorganisation, mit der wir seit 2012 zusammenarbeiten, und Laikipia Permaculture Centre Trust (LPCT). So vermittelt der Sanddammspezialist ASDF Personen von LPCT, worauf bei der Standortwahl, dem Entwurf, der Planung und der Durchführung von Sanddammprojekten zu achten ist. Bei den Baumaßnahmen in Laikipia hilft das erfahrene technische Personal von ASDF, das Gelernte richtig in die Praxis umzusetzen. LPCT bringt seine Expertise ein, Gemeinden bei der Entwicklung einer sich selbst tragenden, nachhaltigen Landwirtschaft zu unterstützen. Die Organisation versorgt die Gemeinden unter anderem mit Aloe-Setzlingen und kümmert sich um die Vermarktung der Blätter. Zusammen verfolgen wir alle dasselbe Ziel: Wasser in die trockensten Dörfer Kenias zu bringen und Lösungen zu finden, wie die Menschen dort ihre Existenz sichern und ihre natürliche Umwelt erhalten können.

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