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Nothilfe statt Wiederaufbau

23. Oktober 2019 - Syrien
Acht Jahre Krieg in Syrien und immer wieder neue Schreckensmeldungen. Trotz Waffenstillstand – die jüngste Militäroffensive im Nordosten des Landes hat dramatische Auswirkungen auf die humanitäre Lage – nicht nur in der Kurdenregion, sondern auch in anderen Landesteilen.

200.000 Menschen sind derzeit wegen der anhaltenden Offensive im Nordosten des Landes auf der Flucht, im ebenfalls grenznahen Nordwesten Syriens sind immer noch mehr als eine halbe Million Menschen auf der Suche nach einem sicheren Zuhause.

„Der größte Feind ist jetzt der Winter. Es wird von Tag zu Tag kälter und es regnet sehr viel. Die Menschen, die im Sommer auf der Flucht vor den Bomben im Süden in den Norden Idlibs geflüchtet sind und praktisch auf der Straße oder in dünnen Zelten gewohnt haben, suchen jetzt ein festes Dach über dem Kopf“, erzählt Wael, unsere Projektkoordinator für Syrien.


Offiziell herrscht Waffenruhe in der Region, tatsächlich gebe es südlich von Idlib noch immer Bombardierungen, nur eben nicht mehr so oft wie im Sommer, sagt Wael. Unser arche noVa-Team, das seit Monaten Nothilfe leistet, verteilt täglich Brotrationen, Lebensmittelpakete und Trinkwasser an Tausende Binnenflüchtlinge. Und während sich um Idlib kaum Besserung abzeichnet, kommen jetzt die Hilferufe aus dem Nordosten des Landes. „Wir haben E-Mails bekommen, mit der dringenden Bitte, mit Lebensmitteln und Trinkwasser zu helfen – dabei hatten wir eigentlich geplant, mit Wiederaufbauprojekten zu starten“, sagt Wael.

 

Der Nordosten Syriens, der 2014 mit dem Kampf um Kobane in die Schlagzeilen geriet, galt seit der Befreiung vom Islamischen Staat als vergleichsweise ruhig und stabil. arche noVa war mitten in der Planung für ein Rehabilitationsprojekt für Wasserinfrastruktur. „An Wiederaufbau ist nach der Militäroperation jetzt überhaupt nicht mehr zu denken stattdessen brauchen die Menschen wieder Nothilfe um überhaupt zu überleben“, sagt Wael verzweifelt. Unklar ist, wie es weitergeht. Die Sorge vor erneuten Flüchtlingsströmen oder militärischen Offensiven beherrscht den gesamten Norden Syriens .


Dass vorerst die Waffen schweigen, ist zumindest ein kleines Friedenszeichen.

Porträt Mathias Anderson, Geschäftsführer

„Wir begrüßen den Waffenstillstand im Nordwesten Syriens und hoffen, dass die Konfliktparteien einen uneingeschränkten Zugang für humanitäre Hilfe in den betroffenen Gebieten garantieren.“

Mathias Anderson, Geschäftsführer

„Das letzte, was die Menschen in Syrien nach fast neun Jahren Bürgerkrieg gebrauchen können, ist eine weitere Eskalation der humanitären Situation. Viele sind schon mehrfach geflohen und sind gezeichnet vom Krieg. Die internationale Gemeinschaft ist aufgerufen diesen Betroffenen zur Seite zu stehen und angesichts der neuen Gewalt noch mehr humanitäre Hilfe zu leisten“, erklärt Mathias Anderson.


Um selbst weiter Hilfe in Syrien leisten zu können, sind wir dringend auf Ihre Spenden angewiesen.

 

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