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Mit Wissen und Seife gegen das Virus: Coronaprävention in Uganda

22. Juli 2020 - Uganda
Mit Informationen über Corona, Seifenproduktion und Plänen zur Maskenherstellung steuert unsere lokale Partnerorganisation in Uganda einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor der Pandemie in entlegenen Orten am Viktoriasee bei.

Ein menschgewordener Lautsprecher: Mit klaren Worten und großen Schritten ist der Kollege von unserer ugandischen Partnerorganisation KWDT (Katosi Women Development Trust) in den Dörfern am Viktoriasee unterwegs. Als eine der ersten Aktivitäten gegen die Ausbreitung des Coronavirus hatte KWDT die entsprechenden Präventionsrichtlinien und Maßnahmen gegen die Infektionskrankheit aufbereitet und in die lokale Sprache Luganda übersetzt. Die Tipps sind dieselben wie in Deutschland: Abstand halten oder Maske tragen und regelmäßig die Hände gründlich mit Seife waschen. Was für uns banal klingt, ist für die Fischergemeinden am Viktoriasee keine Selbstverständlichkeit. Denn hier fehlt es oft am Nötigsten, sauberes Wasser ist Luxus und Seife selten. Trotzdem hilft eben auch Wissen und Verständnis, um sich vor einer so bedrohlichen Krankheit wie Covid-19 zu schützen.

Aus diesem Grund sorgte unsere ugandische Partnerorganisation schon sehr früh dafür, dass relevante Informationen über lokale Radiosender verbreitet wurden. Dort, wo das nicht möglich war, kamen die Männer mit dem Megafon zum Einsatz, zum Beispiel im Dorf Bugala. Das war auch deshalb wichtig, um den vielen Gerüchten, die sich schnell in der ausweglosen Lage verbreiteten, etwas entgegenzusetzen.

Unsere Kolleg*innen aus Katosi, wo eines der Büros von KWDT liegt und von wo aus in Corona-Zeiten hauptsächlich per Handy Kontakt zu den Siedlungen am See gehalten wurde, erzählten, wie groß die Angst der Fischer war, dass jemand das Virus einschleppt. Sie waren verunsichert, weil sie nicht mal mehr mit ihren Booten rausfahren durften, was dazu führte, dass die meisten sehr schnell kein Einkommen mehr hatten und der Fisch auch als Nahrungsgrundlage fehlte. Hunger machte sich breit und Zukunftsangst.

Viele Dörfer warten immer noch auf Lebensmittelpakete, die die Regierung allen Bedürftigen in Uganda während der Corona-Krise versprochen hatte, aber angeblich sind die Vorräte aufgebraucht und wir warten immer noch auf positive Neuigkeiten aus der Politik“, erzählt Catherine Nalugga, Projektmitarbeiterin bei KWDT.

 

Gleichzeitig plant die Organisation jetzt  Hilfe gegen den Hunger, auch wenn die Projektmitarbeiter*innen normalerweise WASH-Aktivitäten realisieren, wie den Bau von Pumpen, Brunnen und Toiletten oder eben Hygieneaufklärung und Seifenproduktion.

Eben diese stand in diesem Jahr ohnehin schon auf der Agenda. Insgesamt elf Frauenselbsthilfegruppen, mit denen KWDT in den Gemeinden am Viktoriasee arbeitet, sollten Material zur Seifenherstellung erhalten. Als die Corona-Krise im März anfing, hatten erst zwei Gruppen mit den Weiterbildungstrainings angefangen. Leider musste dann pausiert werden, obwohl Seife so dringend gebraucht wird. Nach und nach starten die beiden Gruppen jetzt aber wieder in die Produktion und können sich und anderen damit helfen, das Beste aus der Krisensituation zu machen. Zum einen nutzt die selbstgemachte Seife zur Gesundheitsvorsorge in der eigenen Gemeinde, wie beispielsweise in Bugala. Außerdem verteilen die Frauen ihre Produkte auch in die Nachbardörfer, wo die Trainings zur Seifenherstellung aufgrund der Kontaktbeschränkungen noch nicht durchgeführt werden konnten. Und durch den Verkauf der Seife erwirtschaften die Heimwerkerinnen auch Einkommen, das ihnen dann wiederum hilft, Lebensmittel für ihre Familien zu kaufen. Außerdem denken die Selbsthilfegruppen in den Fischerdörfern gemeinsam mit den Mitarbeiter*innen von KWDT darüber nach, Masken zu produzieren, zum eigenen Schutz und zum Verkauf.

Catherine Nalugga, KWDT-Projektreferentin, über die Corona-Situation in Uganda

Uganda ist eines der Länder in Afrika, das sehr früh mit einem sehr strikten Lockdown die Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern suchte. Bisher gibt es offiziell keinen coronabedingten Todesfall. Von 821 Infektionsfällen im Juni hatten 731 die Krankheit überstanden, berichtet Catherine Nalugga von KWDT. Bis heute sind jedoch die Flughäfen gesperrt, der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt und es herrscht eine nächtliche Ausgangssperre von 19 Uhr bis halb 7 am Morgen. Während dieser Zeit dürfen weder Autos noch Menschen auf der Straße sein, bei Verstoß greift die Polizei ein und es gibt harte Strafen. Das gilt auch bei Verstößen gegen die Maskenpflicht, die derzeit noch in allen öffentlichen Gebäuden, wie Banken und Supermärkten gilt.

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