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Kampf dem Virus – mit Handhygiene und Desinfektion

11. März 2020 - Irak
Notfallregelungen, Quarantäne, Technikcheck und Desinfektionspläne – Corona macht auch vor unserem Headquarter in der Yenidze nicht Halt. Und obwohl das Thema Hygiene im Zusammenhang mit unserem großen Arbeitskontext WASH Teil unserer täglichen Arbeit ist, sind die Stichworte, die derzeit unseren Büroalltag dominieren, auch für uns speziell.

Dabei sind wir eigentlich Profis in Sachen Händewaschen. Ein erheblicher Teil unserer humanitären Projekte weltweit beinhaltet nämlich die sogenannte Hygienepromotion. Das bedeutet, das arche noVa entweder Hygieneexperten schult oder lokale Fachleute rekrutiert, die in Krisensituationen die betroffenen Menschen darüber aufklärt, wie wichtig gute Hygienepraktiken sind, um Krankheiten zu verhindern und die Gesundheit zu bewahren. In Zeiten von Corona bekommt all das nun eine ganz neue Dimension. Denn während wir hier in Dresden lieber einmal mehr unsere Hände mit Seife waschen und mehrmals täglich Türklinken putzen, arbeitet unser Team im Irak längst im Katastrophenmodus.

Unsere Einsatzorte sind die großen Flüchtlingscamps Al Wand 1&2 in der Nähe  von Diyala. Die Stadt liegt keine 50 Kilometer entfernt von der Grenze zum Iran, der mit knapp 15.000 Corona-Fällen (16. März) eines der am stärksten betroffenen Länder weltweit ist. Und obwohl die Fallzahl im Irak mit „nur“ 124 deutlich niedriger ist, ist besonders die Grenzregion im Ausnahmezustand.

Porträt Stefanie Knörr

„Das öffentliche Leben steht praktisch still. Alle Schulen sind geschlossen, die Behörden arbeiten nur noch 50 Prozent und die Menschen hier sind sehr verunsichert. Unsere Arbeit muss natürlich weitergehen, besonders unsere Hygiene-Mobilizer und Promotoren sind jetzt besonders wichtig.“

Stefanie Knörr, Projektkoordinatorin Irak

Mit großem Engagement  verteilt unser Team mehrere Hundert Päckchen mit Seife und Hygieneprodukten.
Aus aktuellem Anlass wurden die üblichen Hygieneschulungen auf die Corona-Gefahren angepasst. So geht es hauptsächlich um das richtige Händewaschen – also mit Seife, Handrücken und Innenflächen, Finger, Daumen, Zwischenräume, Nägel und mindestens eine Minute lang. Gleichzeitig sei in der derzeitigen Krisensituation auch wichtig mit Fehlinformationen aufzuräumen. Angst ist ein schlechter Ratgeber in der derzeitigen Situation, weiß auch Dr. Hassanain Naif, der verantwortliche Hygienemanager bei arche noVa im Irak.

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20
versorgen 10 Familien für einen Monat mit Seife.

„Um mit Gerüchten und Vorurteilen aufzuräumen, haben wir uns gestern noch mal Zeit genommen, unser Team im Camp AW1 zu schulen. Das Seminar verlief sehr erfolgreich“, betont Dr. Hassanain Naif. Ziel war es, den Promotoren die konkreten Hygienemaßnahmen noch mal genau zu erläutern und das Bewusstsein dafür zu schärfen, das gesunde Lebensweise bedingt durch gute Lebensmittel- und Körperhygiene das Immunsystem stärkt und die Menschen damit weniger anfällig für Krankheiten jeder Art sind. „Jetzt hoffen wir, dass unsere Fachleute diese Informationen genauso überzeugend an die Menschen im Camp kommunizieren können, um die Ausbreitung von Corona zu verhindern“, so Dr. Hassanain Naif.

In Situationen, wie in den großen Flüchtlingslagern ist es für die Betroffenen besonders schwer, bekannte Verhaltensmuster an neue, oft sehr beengte und von Not und Mangel beherrschte Zustände anzupassen und eine gesunde Lebensweise durchzuhalten. Erschwerend kommt hinzu, dass einige auch direkt an den Grenzübergängen zum Iran arbeiten und dort in direkten Kontakt mit Binnenflüchtlingen kommen. „Ich habe da in viele bleiche Gesichter geguckt und so gut es geht versucht, die Fakten darzulegen und unbegründete Ängste zu entschärfen oder auf konkrete Umgangsmaßnahmen hinzuweisen“, sagt Dr. Hassanain Naif. Den Menschen fehle Vertrauen in unser Gesundheitssystem. Manch ein Kollege lasse sich auch von den Nachrichten verunsichern und neige zu Übertreibungen.

Manchmal hilft allerdings auch Optimismus nicht weiter. Als sich im Kalar-Büro von arche noVa eine Kollegin mit Fieber krank meldete, fackelte das Team nicht lange und ließ sicherheitshalber das gesamte Office mit großem Aufwand desinfizieren. Die Bilder von der Aktion schafften es bis zu uns nach Dresden. Ebenso wie die gute Nachricht – der kranken Mitarbeiterin geht es besser und der Verdacht auf eine Corona-Infektion ist erstmal aus der Welt.

Wie es weitergeht, weiß keiner so genau – weder hier in Dresden noch im Irak. Was aber offenbar auf jeden Fall hilft, ist häufiges und gründliches Händewaschen.

Tipps dazu gibt es unter anderem bei der Bundezentrale für gesundheitliche Aufklärung: https://www.bzga.de/

Einen Überblick über die Entwicklung der Fallzahlen weltweit erhält man bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO): https://experience.arcgis.com/experience/685d0ace521648f8a5beeeee1b9125cd

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