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Damit Wasser nicht zur Ware wird

26. Juni 2019 - Deutschland
Das Recht auf Wasser gehört ganz oben auf die politische Agenda – auch im neu gewählten EU-Parlament. arche noVa hakt bei hiesigen Parlamentarierinnen nach.

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Während sich in Sachsen gerade die Kandidaten für den Landtagswahlkampf warm laufen, gehen die frisch gewählten Europa-Politikerinnen und Politiker in Brüssel bereits an die Arbeit. Aus Sachsen wurden unter anderen die Grünen-Politikerin Anna Cavazzini sowie Cornelia Ernst von den Linken ins Europäische Parlament gewählt.

Beide Politikerinnen hatten sich schon im Vorfeld der Wahl, nicht zuletzt aufgrund unserer Nachfrage, für das Thema Wasser stark gemacht. StandUp4Water heißt die Kampagne, die in ganz Europa das blaue Gold in den Fokus rückt und an der sich auch arche noVa beteiligt. In den Wochen vor der Europawahl hatten wir sächsische Kandidatinnen und Kandidaten jeder Couleur angesprochen, die Kampagne mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Cavazzini und Ernst unterschrieben daraufhin das Wasserversprechen.

Worten Taten folgen lassen

Jetzt, wo die beiden gewählt sind,  hat arche noVa noch mal nachgefragt, wie sie denn konkret ihr Vorhaben mit Taten realisieren wollen. Anna Cavazzini, die dieses Jahr zum ersten Mal ins EU-Parlament gewählt wurde, erklärte, dass sie sich unbedingt gegen die Privatisierung von Wasser einsetzen wird.
Auch Cornelia Ernst, die schon seit vielen Jahren als EU-Politikerin tätig ist, betont, dass Wasser „zur Daseinsvorsorge“ gehört und „keine Ware“ ist. Für ihre politische Arbeit bedeutet das: „Ich werde mich im Europaparlament dafür einsetzen, dass der Zugang zu Wasser und zu sanitären Anlagen für alle Menschen auf der Welt eine Selbstverständlichkeit ist und sichergestellt wird. Das Ziel Nummer sechs der UN-Nachhaltigkeitsziele muss endlich umgesetzt werden“, antwortet Ernst auf unsere Nachfrage. „Bei der Überarbeitung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie werde ich mich dafür einsetzen, dass das ,Recht auf Wasser‘ tatsächlich für alle Menschen in der EU garantiert wird.“

Geschäftsführer Mathias Anderson

Wasser ist eine wichtige Ressource und die Weltgemeinschaft hat sich verpflichtet, dass bis zum Jahr 2030 alle Menschen auf der Welt Zugang zu sauberem Trinkwasser und angemessenen Sanitäreinrichtungen haben. Dafür muss noch viel getan werden – deshalb setzten wir uns auch auf politischer Ebene dafür ein.

Mathias Anderson

Declan Galbraith, der bei arche noVa für politische Kampagnen im Bereich WASH zuständig ist, wird den Politikerinnen weiter auf die Finger schauen – um sie, wenn nötig, an ihre Versprechen zu erinnern. „Im Rahmen der StandUp4Water-Kampagne werden wir zudem versuchen, weitere Verantwortungsträger für das Thema Wasser zu begeistern“, erklärt Galbraith.

Derzeit fehlt es 844 Millionen Menschen an sauberem Wasser in ihrer Nähe, 2,3 Milliarden Menschen haben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO keine Toilette. Und oft genug hängen Menschenleben von der Chance ab, an sauberes Wasser zu kommen. So sterben laut WHO 297.000 Kinder unter 5 Jahren jährlich an Durchfallerkrankungen in Folge von verunreinigtem Wasser und schlechten Hygienebedingungen.

Das muss sich ändern – und wir können auch von Sachsen aus dazu beitragen!

 

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