Schutzräume für Kitas und Schulen

21.09.2026 - 15:05 - Ukraine
Die Ukraine steht unter Beschuss wie schon lange nicht mehr. In Ochtyrka und weiteren Orten in Frontnähe baut arche nova Schutzräume in Schulen und Kitas aus. So können Kinder bei Alarm geschützt lernen, spielen und sich ausruhen.

Die Ukraine steht vor dem fünften Kriegswinter. Besonders in Regionen nahe der russischen Grenze bestimmt die Gefahr durch Raketen und Drohnen den Alltag. Ochtyrka in der Oblast Sumy liegt etwa 60 Kilometer von Russland entfernt. Zwischen einer Sirene und einem möglichen Einschlag bleiben dort oft nur zwei bis fünf Minuten. Dennoch gehen Kinder in die Kita und Schülerinnen und Schüler zum Unterricht. Dafür brauchen sie Orte, an denen sie bei Alarm schnell Schutz finden.

Kellerausbau in der Schule Nr.4

An der Schule Nr. 4 in Ochtyrka war der Keller lange nicht nutzbar. Das rund hundert Jahre alte Gebäude hatte einen alten, ungenutzten Keller, der für die etwa 290 Schülerinnen und Schüler kein geeigneter Schutzraum war. Auch die Sanitärräume waren teilweise so beschädigt, dass Kinder für den Toilettengang in ein Nebengebäude gehen mussten. Maria Kolodiazhna arbeitet seit 35 Jahren an der Schule. Sie erinnert sich an den Beginn der Invasion 2022: „Wir blieben bis zum allerletzten Moment, bis wir hörten, dass Panzer in die Stadt gerollt waren.“

arche nova hat den Keller der Schule zu einem ausgestatteten Schutzraum ausgebaut. Toiletten wurden repariert und neue gebaut, die Abwasserleitungen instand gesetzt und Belüftungssysteme installiert. Gerade die Belüftung ist wichtig, wenn sich viele Kinder und Lehrkräfte über längere Zeit im Schutzraum aufhalten. Maria Kolodiazhna berichtet, dass die Kinder zu ihr kommen, wenn die Luft stickig wird. Dann schaltet sie die Anlage an – und der Unterricht kann weitergehen.

Ein Kindergarten wird zum sicheren Alltag

Auch die Kita Kalynka in Ochtyrka hat arche nova unterstützt. Früher gab es dort nur kahle Kellerräume. Heute können die Kinder bei Alarm direkt in einen warmen Schutzraum gehen, in dem sie spielen, lernen und sich ausruhen können. Schlafplätze und Waschgelegenheiten gehören ebenfalls dazu. Die Waschräume der Kita wurden erneuert. Für Yuliia Nazarchuk, die ihren Sohn Kyrylo täglich in die Kita bringt, bedeutet das spürbare Entlastung: „Kalynka ist mein Seelenfrieden.“

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Yuliia zieht ihren Sohn allein groß und führt eine Reinigungsfirma. Während sie arbeitet, möchte sie wissen, dass Kyrylo gut versorgt und geschützt ist. Sobald die Sirene ertönt, bringen die Erzieherinnen die Kinder in den Schutzraum. „Man macht sich mehr Sorgen um ein Kind als um sich selbst“, sagt Yuliia. Viele Kitas in Ochtyrka verfügen weiterhin über keinen Schutzraum. Umso wichtiger ist es für Familien, wenn Bildungseinrichtungen trotz der Gefahr offenbleiben können.

Hilfe verbindet Schutz und Infrastruktur

arche nova arbeitet seit der Vollinvasion 2022 in mehreren Regionen der Ukraine. Im Mittelpunkt stehen Wasser-, Sanitär- und Hygienemaßnahmen sowie die Unterstützung sozialer Einrichtungen. Dazu gehören die Reparatur kommunaler Wasser- und Abwassersysteme, die Instandsetzung von Schulen und Kitas sowie der Ausbau und die Ausstattung von Schutzräumen. Gemeinsam mit Partnerorganisationen unterstützt arche nova außerdem besonders vom Krieg betroffene Menschen mit Hilfsgütern, psychosozialer Hilfe und Fortbildungen für Fachkräfte.

Kalynka ist mein Seelenfrieden. Sobald die Sirene ertönt, bringt die Erzieherin die Kinder direkt in den Schutzraum. Das bedeutet uns sehr viel.

Yuliia Nazarchuk, Mutter von Kyrylo, Kita Kalynka in Ochtyrka

Unterstützung, die den Alltag wieder stärkt

Die Arbeit verbindet akute Hilfe mit längerfristiger Wiederherstellung. „Wir helfen den Menschen nicht nur, die Herausforderungen von heute zu bewältigen, sondern stärken auch die Fähigkeit von Gemeinden, sozialen Einrichtungen und kommunalen Versorgern, trotz des Krieges weiterzuarbeiten“, sagt Illia Radinskyi, Area Project Coordinator. Für Kinder und Jugendliche bedeutet ein nutzbarer Schutzraum mehr als Sicherheit im Alarmfall: Sie können Lehrkräfte und Gleichaltrige treffen und einen geregelten Alltag erleben. Maria Kolodiazhna fasst es so zusammen: „Menschen müssen sich gegenseitig helfen. Wir danken allen, die verstehen, dass wir uns im Krieg befinden.

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18
ein Seifenspender in den Waschräumen einer Kita oder Schule
80
Einbau eines Heizkörpers in einem Schutzraum für Kinder und Jugendliche
175
ein neues Waschbecken in einer Kita oder Schule

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