Wasserzisterne mit Brunnen in Kudunbur
Axel Fassio/arche noVa

Äthiopien: Wasserversorgung für die dürregeplagte Bevölkerung

Spenden

Ich möchte einmalig spenden, wo es am nötigsten ist:
13 Dürreperioden in den vergangenen 18 Jahren - nahezu durchgängig leidet die Bevölkerung Äthiopiens seit dem Jahrtausendwechsel unter extremer Trockenheit. Während sich die Lage in einigen Teilen des Landes in den letzten Monaten ein wenig entspannt hat, bleibt die Lage in der infrastrukturell schwachen Somali-Region im Osten Äthiopiens angespannt. Die Böden sind so trocken, dass sie kein Wasser aufnehmen können. Regnet es dann doch einmal, drohen Überschwemmungen wie zuletzt im Frühsommer 2018.
Äthiopien
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Südosten Äthiopiens am stärksten betroffen

Innerhalb des aufstrebenden Äthiopiens ist der Somali-Regionalstaat einer der am wenigsten entwickelten. Die jahrzehntelange Instabilität in der Region hat dazu geführt, dass sie wirtschaftlich, strukturell und sozial abgehängt wurde. Die Dürre trifft die Menschen hier besonders hart.

Die Gegend ist geprägt von pastoraler Tierhaltung. Bauern ziehen mit ihren Viehherden auf den großen, nicht eingehegten Weideflächen umher. Aufgrund der Dürre ist die Versorgung der Tiere fast unmöglich geworden, denn die Wasserstellen sind ausgetrocknet, die karge Vegetation verdorrt.

Portrait von Yvonne Stephan und Hodan Abdiyare

Die nächste Dürre kommt bestimmt. Wir sind froh,
dass die ersten Regenspeicher fertig sind.

Yvonne Stephan - arche noVa

Mit dem Vieh stirbt die Lebensgrundlage

Mit dem Vieh stirbt auch die Nahrungsgrundlage und Haupteinkommensquelle der Menschen. Auf der Suche nach neuen Einkommensquelle sind viele Männer in größere Städte abgewandert. Vor allem für die zurückbleibenden Frauen ist die Situation ausgesprochen hart. Ohne eigenes Vieh haben sie kaum eine Möglichkeit ihre Familien zu versorgen. Insgesamt sind in der Somali-Region laut der äthiopischen Regierung 1,8 Millionen Menschen auf Hilfe im Bereich der Wasser- und Sanitärversorgung sowie auf Nahrungsmittel angewiesen.

Erodierte Böden begünstigen Hochwasser

Seit Frühjahr 2018 hat sich die Situation nochmals verschärft. Auf der Flucht vor der lebensbedrohlichen Trockenheit haben sich viele Familien an Flussläufen niedergelassen. Dort erhöht sich zwar die Chance auf ausreichend Wasser, aber es droht auch die Gefahr von Überschwemmungen. Die überdurchschnittlich starken Regenfälle im Frühjahr konnten von den völlig ausgedorrten Böden nicht aufgenommen werden. Das Wasser lief letztlich in den Flussbetten zusammen und sorgte vor allem am Unterlauf des Shabelle River für schwere Überflutungen, die Ernten, Tiere und Gebäude mit sich rissen und öffentliche Infrastruktur zerstörten. Der Wasserstand stieg teilweise um knapp 4 Meter. Das Gros der Betroffenen, war zuvor aufgrund der Dürre hierher geflohen. Diese Menschen haben nun auch noch das Wenige, das ihnen blieb, verloren.

Unsicheres Wasser mit potentiell tödlichen Folgen

Die Woredas Goglo und Kelafo in denen arche noVa aktiv wird, wurden von der Lokalregierung als besonders kritisch eingestuft. Während in Goglo der Zugang zur Wasserinfrastruktur generell sehr begrenzt ist, wurden in Kelafo viele Wasserquellen durch die Überschwemmungen beschädigt oder verseucht. Die Bevölkerung trinkt nun unbehandeltes Wasser aus dem nahegelegenen Shabelle River. Eine enorme Gefahr, denn die Gesundheit vieler Menschen ist aufgrund von Mangelernährung ohnehin angegriffen. Eine zusätzliche Durchfallerkrankung wird so schnell zu einer Frage von Leben und Tot.

Wasserversorgung – einfach, aber effektiv

Um eine Basisversorgung sicherzustellen wird arche noVa gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation OWDA im Laufe des Projekts insgesamt zehn Regenwasserzisternen bauen bzw. instandsetzen. Dabei greifen wir die traditionelle Bauweise der Birkaz genannten Zisternen auf, verbessern sie jedoch an entscheidenden Punkten: So wird das Fundament zum Schutz vor Überschwemmungen erhöht, außerdem wird eine Sandfilterstufe integriert, die die Qualität des entnommen Wassers verbessert. Eine insgesamt stabilere Bauweise verbessert die Langlebigkeit der Wasserspeicher, eine Umzäunung dient dem Schutz vor Tieren.
Für diejenigen Menschen, die ihr Wasser aus dem Fluss beziehen, wird zudem ein Wasserfiltersystem aufgebaut. Mithilfe von Pumpen wird das Flusswasser zunächst in eine Hochtank gepumpt und kann anschließend von dort durch die Filteranlage in den Entnahmetank fließen.

Ausbreitung von Krankheiten durch gute Hygiene verhindern

Viele Menschen in den Projektgemeinden betreiben so genannte offene Defäkation, das heißt sie verrichten ihr Geschäft im Freien. Vor allem die unzureichende Zahl an Toiletten zwingt sie dazu. arche noVa wird daher einerseits in Kelafo vom Hochwasser zerstörte Latrinen reparieren. Für das gesamte Projekt ist es jedoch Ziel, die Hygienebedingungen durch den Hygieneschulungen und eine so genannte CLTS-Kampagne zu verbessern. CLTS (Community Led Total Sanitation) ist ein bewährter Ansatz, um die Gemeinden zu mobilisieren und so offene Defäkation zu beenden. Die Menschen sollen letztlich motiviert und angeleitet werden sich Latrinen selbst zu bauen und diese in Schuss zu halten.

Um den besonders betroffenen von Frauen geführten Haushalten unter die Arme zu greifen, haben wir zudem ein Maßnahmenpaket für Frauengruppen zusammengestellt. Dieses beinhaltet unter anderem Workshops zu einkommenssichernden Maßnahmen, kleine Anschubfinanzierungen für Kleinstunternehmen und die Verteilung von Eselskarren als Transportmittel. Damit die Menschen in den beiden Woredas zukünftig besser auf Extremwetterereignisse vorbereitet sind, werden mit den Lokalbehörden zudem Maßnahmen zum Katastrophenschutz erarbeitet.

Für dieses Projekt spenden

18
reichen, um 5 Familien mit Kanistern für den Wassertransport auszustatten.
49
ermöglichen Kauf und Installation eines Wasserhahns, an dem die Menschen ihr Trinkwasser abfüllen.
105
für die Maurerarbeiten an einer Kameltränke, die auch bei Dürre Wasser führt.

Projektsteckbrief

Zielgruppe

13.300 Menschen in den Gemeinden Goglo und Kelafo, insbesondere Viehhirten, die infolge der Dürre ihr Vieh verloren haben und von Dürre betroffene Bauern

Projektziel

Verbesserung der Wasserversorgung, der Hygienebedingungen und der Ernährungssicherheit für von Dürre und Überschwemmungen betroffene Gemeinden in Goglo und Kelafo Woredas, Somali Region, Äthiopien

Aktivitäten
  • Bau und Rehabilitation von 10 Wasserspeicherbecken (Birkaz)
  • Installation von Wasserfiltersystemen in 4 Dörfern
  • Instandsetzung von Latrinen, die durch Überschwemmung beschädigt wurden.
  • Verbesserung der Hygienebedingungen durch Verteilung von Hygieneartikeln, Hygieneschulungen und CLTS(Community Led Total Sanitation)-Kampagnen. Das schließt auch die Anleitung zum Bau einfacher Latrinen ein.
  • Schulungen für Wasserkomitees zur Wartung und Pflege der Wasserinfrastruktur
  • Bau von Nottoiletten sofern es zu neuen Überschwemmungen/Notsituationen kommt.
  • Workshops für Frauen zur Verbesserung deren Einkommenssituation
  • Workshops zum Thema Katastrophenvorsorge
Kooperationspartner

Organization for Welfare and Development in Action (OWDA)

Förderer
  • Wilo SE

  • private Spenderinnen und Spender

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