Wasserzisterne mit Brunnen in Kudunbur
Axel Fassio/arche noVa

Äthiopien: Wasserversorgung für die dürregeplagte Bevölkerung

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Während sich in anderen Teilen Äthiopiens die Lage etwas entspannt, sind die Menschen in der südöstlichen Somali-Region noch immer stark von der Dürre bedroht, die Ostafrika seit 2015 im Griff hat. arche noVa hilft unter anderem durch Bau und Reparatur von Brunnen und Wasserzisternen.
Äthiopien
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Südosten Äthiopiens besonders betroffen

Innerhalb des aufstrebenden Äthiopiens ist der Somali-Regionalstaat einer der am wenigsten entwickelten. Die jahrzehntelange Instabilität in der Region hat dazu geführt, dass sie wirtschaftlich, strukturell und sozial abgehängt wurde. Die Dürre trifft die Menschen hier besonders hart.

Die Gegend ist geprägt von pastoraler Tierhaltung. Bauern ziehen mit ihren Viehherden auf den großen, nicht eingehegten Weideflächen umher. Aufgrund der Dürre ist die Versorgung der Tiere fast unmöglich geworden, denn die Wasserstellen sind ausgetrocknet, die karge Vegetation verdorrt.

Mit dem Vieh stirbt die Lebensgrundlage

Mit dem Vieh stirbt auch die Nahrungsgrundlage und Haupteinkommensquelle der Menschen. Verzweifelt versuchen Bauern ihre inzwischen abgemagerten Tiere zu verkaufen, bevor sie sterben, um so wenigstens noch ein wenig Geld zu bekommen. Doch während der Markt für Vieh in der Region am Boden ist, sind die Preise für Mais und andere Lebensmittel in die Höhe geschnellt. Seither sind sie auf konstant hohem Niveau, zum Teil sogar weiter gestiegen.

Allerorts liegen verendete Tiere umher und verwesen in der Hitze. Die Kadaver und die schlechte Hygienesituation begünstigen die Verbreitung von Krankheiten und verschlimmern die durch den Mangel an Wasser und Lebensmittel bedrohliche Situation zusätzlich. Das World Food Program geht von 1,8 Millionen Menschen aus, die allein in der Somali Region auf Humanitäre Hilfe und Versorgung mit Nahrungsmitteln angewiesen sind.

Portraitfoto Abdu Samad

Die Wassereimer am alten Brunnen per Hand hinauf zu ziehen, war sehr hart. Bis zu 9 Stunden pro Tag habe ich mit verbracht, Wasser für meine Kamele und die Familie zu beschaffen. Die neue Wasserstelle macht alles viel einfacher: Meine Töchter können mir helfen, sie füllen die Kanister in 20 Minuten. Auch die Qualität ist nun viel besser.

Abdu Samad, 60, aus Dhure Kebele

arche noVa verbessert die Wasserinfrastruktur

Eine der ersten Maßnahmen die arche noVa gemeinsam mit der lokalen Organization for Welfare and Development in Action (OWDA) umgesetzt hat, ist die Verbesserung der Wasserversorgung für ein Gesundheitszentrum in Denan. Gerade in dieser schwer zugänglichen Gegend – das Denan Health Center ist die einzige Einrichtung dieser Art im Umkreis von 70 Kilometern – ist eine zuverlässige medizinische Versorgung unbedingt notwendig. Dazu gehört einwandfreies Trinkwasser. Bisher wurde das Wasser, das aus einem Fluss stammt, jedoch ungefiltert verwendet. Wir haben daher eine Filteranlage installiert. Das kommt nicht nur den Patienten der Gesundheitsstation zugute. Die Einrichtung verfügt nämlich außerdem über einen Tanklastwagen, mit sie bis zu 8.000 Menschen in der Umgebung mit Trinkwasser versorgt. arche noVa kommt für die Wartung des Tanklastwagens auf und setzt zudem die sanitären Anlagen instand.

In der Gegend sollen außerdem vorhandene, aber nicht mehr funktionstüchtige Schachtbrunnen wieder in Betrieb genommen werden. Dafür sind Reparaturen sowie Maßnahmen zum Ausbau und zur Vertiefung notwendig. Hinzu kommen Hochtanks und Wasserentnahmestellen.

Eine weitere Maßnahme ist der Bau und die Instandsetzung von insgesamt sechs Wasserzisternen, so genannter Birkuz. Diese werden zunächst mittels Tanklastwagen gefüllt, sollen aber zukünftig vor allem als Regenwasserspeicher dienen.

Erodierte Böden begünstigen Hochwasser

Seit Frühjahr 2018 hat sich die Situation nochmals verschärft. Auf der Flucht vor der lebensbedrohlichen Trockenheit haben sich viele Familien an Flussläufen niedergelassen. Dort erhöht sich zwar die Chance auf ausreichend Wasser, aber es droht auch die Gefahr von Überschwemmungen. Die überdurchschnittlich starken Regenfälle im Frühjahr konnten von den völlig ausgedorrten Böden nicht aufgenommen werden. Das Wasser lief letztlich in den Flussbetten zusammen und sorgte vor allem am Unterlauf des Shabelle River für schwere Überflutungen, die Ernten, Tiere und Gebäude mit sich rissen und öffentliche Infrastruktur zerstörten. Der Wasserstand stieg teilweise um knapp 4 Meter. Das Gros der inzwischen 165.000 Betroffenen, war zuvor aufgrund der Dürre hierher geflohen. Diese Menschen haben nun auch noch das Wenige, das ihnen blieb, verloren.

Erreger hygienebedingter Krankheiten haben in Überschwemmungsgebieten leichtes Spiel. arche noVa und OWDA haben daher zusätzlich zu den laufenden Projektaktivitäten umgehend Nothilfemaßnahmen zur Verbesserung der Hygienesituation für 12.000 von Hochwasser betroffene Kinder und Erwachsene im Verwaltungsbezirgk Kelafo, Shabelle Zone, eingeleitet. Wir verteilen Wasserkanister, Seife, Waschmittel und chemische Wasseraufbereitungsmittel.

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100
Versorgung der von Dürre betroffenen Bevölkerung mit Trinkwasser

Projektsteckbrief

Zielgruppe

Von Dürre betroffene Bevölkerung in den Distrikten Goglo und Denan, Korehey und Shabeelle Zone

Projektziel

Humanitäre Soforthilfe  in der von der Hungersnot betroffenen Somali-Region Äthiopiens durch Wasserversorgung sowie Hygiene- und Gesundheitsmaßnahmen

Aktivitäten
  • Reparatur und Ausbau der WASH Infrastruktur im Gesundheitszentrum Denan
  • Neubau von Wasserzisternen (Birkuz)
  • Neubau Schachtbrunnen
  • Instandsetzung existierender Schachtbrunnen
  • Wasserverteilung mittels Wassertanklastwagen für das Gesundheitszentrum Denan und umliegende Gemeinden
  • Hygiene und Gesundheitsaufklärungskampagnen
  • Gründung und Training von WASH Komitees
Kooperationspartner

Organization for Welfare and Development in Action (OWDA)

Förderer
  • Auswärtiges Amt
  • Private Spenderinnen und Spender

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