Title Somalia - Girls on Jerry Cans in front of water kiosk
© arche noVa/Ato Shaair

Somalia: Sicheres Trinkwasser für Menschen, die vor Dürre und Konflikten Zuflucht suchen

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Seit über 25 Jahren gibt es in Somalia keine funktionierende Zentralregierung. Auch wenn sich in den vergangenen Jahren einige positive Entwicklungen angedeutet haben, bleibt insbesondere der Süden des Landes instabil. Gewalt und Nahrungsmittelknappheit sind immer noch allgegenwärtig. Tausende Somalier fliehen außerdem infolge von Naturkatastrophen wie extremen Dürren und Überschwemmungen. Angesichts des großen Hilfsbedarfs ist arche noVa trotz des hohen Sicherheitsrisikos in Süd-Zentral-Somalia mit den Partnern ASEP und PAH mit einem WASH-Projekt im Einsatz.
Somalia
Simple World Map - Author: Al MacDonald Editor: Fritz Lekschas License: CC BY-SA 3.0 ID: ISO 3166-1 or "_[a-zA-Z]" if an ISO code is not available

Somalia ist von gewaltsamen Konflikten und Naturkatastrophen geprägt. Selbst jetzt, da sich die Hauptstadt und einige Landesteile langsam stabilisieren, liegt die öffentliche Infrastruktur noch brach. Der Staat ist nicht in der Lage seinen grundlegenden Versorgungspflichten nachzukommen.  Laut Human Response Plan der Vereinten Nationen für Somalia gelten landesweit 5,4 Millionen. Menschen als hilfsbedürftig. Hunderttausende Somalierinnen und Somalier fliehen immer noch aus Angst vor bewaffneten Konflikten und vor Dürren oder Überschwemmungen. Die meisten leben in informellen Camps in der Nähe bestehender Ortschaften, zum Beispiel in Süd-Zentral-Somalia. Der Zuzug Geflüchteter überlastet die bereits knappen Ressourcen in den aufnehmenden Gemeinden und Städten. Zu den drängenden Problemen zählen: Trinkwasserknappheit, öffentliche Defäkation und herumliegender Müll. Dies alles stellt ein hohes Gesundheitsrisiko dar, insbesondere für Frauen, Kinder und ältere Menschen.

Hilfsbedarf in Folge von Überschwemmungen

Akuter Hilfsbedarf entstand im April 2018, als ungewöhnlich starke Niederschläge zu schweren Überschwemmungen der Flüsse Shabelle und Juba geführt hatten und enorme Schäden in der Landwirtschaft, bei den WASH-Einrichtungen und in Bildungseinrichtungen verursachten. Tausende Menschen in den Regionen Galgaduud, Gedo und Lower Juba sind betroffen und wurden aufgrund der Überschwemmungen vertrieben. In Belet Hawa zum Beispiel brach die Wasser- und Sanitärversorgung komplett zusammen. Unter diesen Umständen kommt es schlagartig zu vermehrten Erkrankungen, die durch verunreinigtes Wasser übertragen werden wie Malaria, Dengue-Fieber und insbesondere Cholera.

 

Frau mit Kind auf dem Arm

Der neue Tank bringt uns einen Qualitätssprung. Die nächste Wasserstelle war vier Kilometer weit entfernt. Der Tank kam genau zur richtigen Zeit, da alle Angst vor der nächsten Dürre haben.

Ruqiyo Mohamed Ibrahim, Betreiberin eines Wasserkiosks

Hilfsgüterverteilung sowie Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung
Nach den Überschwemmungen mangelt es an den einfachsten Dingen. Deshalb startet arche noVa eine erste Nothilfeaktion. Familien, die ihre Häuser verloren haben und in temporären Notunterkünften wohnen müssen, erhalten Moskitonetze, Kochsets, Decken, Plastikplanen und Schlafmatten. Zudem arbeiten wir an der Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung. Viele Brunnen, die durch Überschwemmungen verschmutzt oder versandet sind, werden gereinigt. Beschädigte Latrinen werden saniert oder - falls notwendig – neu gebaut. Unsere Partnerorganisationen ASEP und PAH verteilen Hygienekits und führen WaSH-Schulungen, sowie die Chlorierung von Wasserentnahmestellen durch, um Krankheiten wie AWD / Cholera zu verhindern. Darüber hinaus werden vorhandene Wasserquellen Überschwemmungssicher ausgebaut.

Unterstützung in Notunterkünften und Gastgemeinden

Besonderes Augenmerk legt arche noVa auf die Sicherung der Wasserversorgung in den überlasteten Camps für geflüchtete Familien und in den Gastgemeinden. Dabei werden unter anderem neue Wasserkioske gebaut. Das sind in Eigenregie verwaltete Wasserausgabestellen in den Camps. Außerdem werden die kommunalen Wassersysteme in den Gemeinden rehabilitiert. Dazu gehören der Bau von Regenwasserspeichern sowie die Erneuerung von Bohrbrunnen und Schachtbrunnen, aber auch der Bau, bzw. die Instandsetzung von Toiletten, die Verteilung von Hygienekits und Hygieneschulungen, sowie Müllmanagement.

Im Fokus: Gute Hygienepraktiken und Müllmanagement

Es besonderer Schwerpunkt im Projekt ist das Menstrual Hygiene Management in Schulen. Es werden Toiletten gebaut, die Mädchen und Frauen ermöglichen, sich zu waschen und die Hygieneartikel zu reinigen oder zu entsorgen. Schülerinnen und Schüler sowie das Schulkollegium werden in Hygieneschulungen zum Thema Menstruation aufgeklärt und Materialien werden zur Verfügung gestellt, die dann die sogenannten Schulgesundheitsclubs und Lehrergemeinschaft nutzen können.  
Auch der generelle Umgang mit dem anfallenden Müll hat großen Einfluss auf die Hygienebedingungen in den Siedlungen. Damit der Abfall ordnungsgemäß entsorgt werden kann, werden Frauen in Müllentsorgungskomitees eingebunden und geschult. Die Gruppen erhalten Arbeitskleidung und Ausrüstung, wie Eselskarren, Besen und Rechen.

Für dieses Projekt spenden

15
Wasser – Kit (20 l Kanister, 10 l Eimer, Seife)
50
Haushalts - Kit (Moskitonetz, Töpfe, Besteck, Plastikplane, Decken, Matraze)
120
eine Toilette für eine Familie

Projektsteckbrief

Projektziel

Lebenssicherung durch die Bereitstellung von sicheren Wasser-, Sanitär- und Hygienediensten für von Flut, Dürre und Konflikten betroffene Gemeinden und Flüchtlingen in den Regionen Gedo, Lower Juba und Galgaduud, Somalia.

Zielgruppe

200.000 Menschen - Binnenvertriebene in Flüchtlingslagern und Bevölkerung der aufnehmenden Gastgemeinden, sowie Gemeinden in Überschwemmungsgebieten

Aktivitäten
  • Zugang zu sauberem Wasser durch Wasserinfrastrukturmaßnahmen (Rehabilitierung von Brunnen, Bohrlöchern, Wasserspeichern und Bau von Regenwassertanks)
  • Gründung und Schulung von Wasserkomitees
  • Bau von Wasserkiosken als einkommensschaffende Maßnahme
  • Verbesserung der Sanitär- und Hygienebedingungen (z. B. Verteilung von WASH- und NFI-Kits, Toilettenbau, Hygieneaufklärung, Gründung und Schulung von Frauensanitärgruppen für Müllmanagement)
  • Nothilfe für Überschwemmungsgebiete (z. B. Verteilung von WASH- und NFI-Kits, Wiederaufbau von Notlatrinen, Wasserchlorierung)
Projektlaufzeit
seit 2016
Kooperationspartner
  • Polish Humanitarian Action (PAH)
  • Action for Social and Economic Progress (ASEP)
Förderer
  • Auswärtiges Amt
  • Spenderinnen und Spender
AnsprechpartnerIn
Platzhalter
Dana Ritzmann
Abteilung
Kommunikation
Funktion
Pressereferentin
Telefon
0351-481984-16
E-Mail
dana.ritzmann [at] arche-nova.org
Förderer

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