Dresden, 24. März 2026
Sichere Wasserversorgungssysteme für fast 15.000 Menschen, über 7.000 Familienpakete mit Hygieneprodukten, knapp 1.000 Sets aus Planen und Seilen zum Errichten provisorischer Unterkünfte: Das ist die Bilanz der Hilfe, die arche nova seit April 2025 bis heute über lokale Partner im Erdbebengebiet im südlichen Shan-Staat in Myanmar geleistet hat.
Insgesamt haben mehr als 28.000 Menschen in 21 Dörfern am Inle-See Unterstützung erhalten. In der ländlich geprägten Region, in der die meisten Häuser traditionell auf Holzstelzen gebaut werden, wurden durch das Erdbeben ganze Dörfer zerstört – und mit ihnen Infrastruktur und Lebensgrundlagen.
Fortschritte bei Wasserversorgung, alarmierende Lage bei Bildung und Gesundheit
Trotz wichtiger Fortschritte bleibt die Situation vieler betroffener Familien ein Jahr nach der Katastrophe prekär. Zwar konnte die Versorgung mit sauberem Wasser und grundlegenden Hilfsgütern in den vergangenen zwölf Monaten deutlich verbessert werden. Doch die wirtschaftliche Krise, der Mangel an geeigneten Baumaterialien und der Zusammenbruch zentraler öffentlicher Systeme bremsen den Wiederaufbau massiv.
„Viele Familien haben ihre Häuser notdürftig wiederaufgebaut. Doch rund ein Drittel der Betroffenen konnte bis heute nicht in das eigene Zuhause zurückkehren“, sagt Lorenz Ewers, Experte für WASH und globale Nothilfe bei arche nova. „Wir konnten die Wasserversorgung im Erdbebengebiet deutlich verbessern, aber die Situation der Menschen bleibt wegen des weitgehend kollabierten Bildungs- und Gesundheitssystems äußerst besorgniserregend.“
Menschen mit Erkrankungen, die unter funktionierenden Bedingungen unkompliziert zu behandeln wären, können vielerorts nach wie vor kaum versorgt werden. Zugleich verschlechtert der eingeschränkte Zugang zu Bildung die Chancen vieler Kinder und Jugendlicher auf eine selbstbestimmte Zukunft.
Ein Land unter Dauerbelastung
Myanmar ist seit Jahren von politischen Konflikten geprägt, die vielfach mit Waffengewalt ausgetragen werden. Zugleich ist das Land immer wieder Naturkatastrophen wie Taifunen, Überschwemmungen, Dürreperioden und starken saisonalen Regenfällen ausgesetzt. Diese Mehrfachbelastung erschwert nun den Wiederaufbau nach dem Erdbeben und macht deutlich, wie dringend langfristige Unterstützung für die Zukunft des Landes gebraucht wird.
arche nova in Myanmar:
arche nova unterstützt seit 2008 lokale Organisationen in Myanmar, um die Lebensbedingungen der Bevölkerung in ländlichen Gemeinden zu verbessern. Der Fokus liegt auf den Bereichen Wasser, Sanitär und Hygiene (WASH) sowie auf Katastrophenvorsorge. Ziel dieser Aktivitäten ist es, die Zivilgesellschaft zu stärken und sie durch gezielte Trainings möglichst gut auf Katastrophenfälle vorzubereiten.
Nach dem Erdbeben verteilte die Hilfsorganisation Hygieneprodukte und Materialien zur Errichtung provisorischer Unterkünfte. Um den Wiederaufbau voranzubringen, wurden Baumaterialien verteilt sowie Wasserversorgungssysteme, Latrinen und Kläranlagen gebaut und repariert. Ermöglicht wurde dies auch durch die Unterstützung von Privatspender*innen, der Viega Foundation, Siemens Caring Hands e.V., Knorr-Bremse Global Care e.V., der Wilo Foundation sowie durch Fördermittel des Auswärtigen Amtes und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Gesprächsangebot:
Für weitere Informationen oder ein Interview zur Lage in Myanmar steht Ihnen Lorenz Ewers, Experte für WASH und globale Nothilfe, gern zur Verfügung.
Bildmaterial:
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