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Bau von behindertengerechten Sanitäranlagen im Irak

27. Februar 2018 - Irak
Im irakischen Flüchtlingscamp Al Wand haben arche noVa-Mitarbeiter einen behindertengerechten Sanitärkomplex errichtet. Dazu zählen einfacher erreichbare Handwaschbecken, eine Toilette und eine Dusche mit erleichtertem Zugang für Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit. Einer der Menschen, die sich über diese Neuerung besonders freuen, ist Mohammed H*.

Mohammed H. ist 40 Jahre alt und stammt aus dem Dyala-Distrikt. Früher arbeitete er in Bagdad als Übersetzer und Taxifahrer. Das Leben war gut, er war verheiratet und wohnte gemeinsam mit Frau und Sohn in der Hauptstadt. Dann warf ein Unfall sein Leben durcheinander. Mohammed H. brach sich beide Beine und musste mehrfach operiert werden. Danach war klar: Ohne Hilfe würde er nicht mehr laufen können. Die mangelnde Bewegung führte schließlich noch dazu, dass er stark zunahm.

Nach dem Unfall begann Mohammed H., mit seinem bisherigen Hobby Geld zu verdienen. Aus Metallresten baute er kleine Automodelle, Haushaltsgegenständen und Kunsthandwerk. Eine kleine lokale Kunstgalerie zeigte seine Werke.

Dann kam alles Schlag auf Schlag: Seine Frau trennte sich von ihm und nahm den Sohn mit. Die Sicherheitslage verschärfte sich. Sein Haus in der Heimat Saadia wurde bei Kämpfen zerstört und liegt in Trümmern. Mohammed H. landete im Flüchtlingscamp Al-Wald. Dort verbringt er die meiste Zeit mit seinen Metallarbeiten. Doch der Alltag bringt viele Beschwernisse mit sich.

Das Leben geht weiter, wie auch immer die Lage ist.

Vor dem Bau der behindertengerechten Toiletten und Duschen war Mohammed H. auf die öffentliche Toilette angewiesen. Die Stufen am Eingang machten ihm zu schaffen und im Sanitärraum war es zu eng für ihn. Auch das Waschen war beschwerlich. Manchmal ist er beim Betreten der Räume gestürzt. Jetzt ist es deutlich einfacher und sicherer für ihn. Sowohl die Toilette als auch die Dusche kann er ohne Hürden nutzen. Mohammed H. ist sehr zufrieden mit der Veränderung und bedankt sich mehrfach bei unseren Mitarbeitenden. Eine Nachricht hat er unserem Team im Gespräch mitgegeben: „Das Leben geht weiter, wie auch immer die Lage ist.“  

Im Irak hat arche noVa weitere inklusive Hilfsangebote umgesetzt, sowohl bei den WASH-Aktivitäten in ländlichen Gemeinden als auch in Notunterkünften. Im Daquq Camp baute unser Team zum Beispiel 33 barrierefreie Toiletten, für Familien mit Familienangehörigen, die diesen Zugang benötigen.

Bei der Umsetzung von WASH-Aktivitäten für Menschen mit Beeinträchtigung sind unsere Mitarbeitenden im Irak im engen Austausch mit anderen Hilfsorganisationen, die sich auf anderen Gebieten um diese Zielgruppe kümmern. Das Thema inklusive Hilfe haben wir in allen Projekten im Blick. Vergangenes Jahr widmete sich auch der von arche noVa mit ausgetragene Fortbildungskurs „WASH in der Nothilfe“ dem Thema Inklusion.

Weitere Informationen zur humanitären Hilfe im Irak finden Sie auf unserer Projektseite.


*Aus Sicherheitsgründen nennen wir nicht den vollständigen Namen.

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