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25 Jahre – 25 Geschichten Nr. 10 Rahel Ahmed

25. Juli 2017 - Irak
2017 wird arche noVa 25 Jahre alt. Seit einem Vierteljahrhundert setzen wir uns für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit ein. Was steckt dahinter? Im Laufe des Jahres stellen wir 25 Menschen vor, deren Geschichten exemplarisch für arche noVa stehen. Dieses Mal Rahel Ahmed.

Würde man Rahel Ahmeds Verhältnis zu seiner Arbeit mit einem Wort beschreiben, dann wäre es „Stolz“. Der 25-jährige Logistikmanager unseres lokalen Teams im Irak ist stolz darauf, seinen Teil zur Versorgung der Menschen in den Flüchtlingscamps beizutragen, in denen arche noVa aktiv ist. Aber auch seine Kollegen sind stolz auf Rahel Ahmed, denn er ist immer mit vollem Einsatz dabei.

Wenn es im arche noVa-Büro klingelt, ist er der Erste an der Tür. Wenn man ihn um Hilfe bittet, ist ihm keine Aufgabe zu schwer. Er kümmert sich um alles. Woher kommt diese ungeheure Motivation? „Ich bin für die Möglichkeit, bei arche noVa zu arbeiten, sehr dankbar. Ohne den Job wäre ich jetzt vermutlich in einer sehr dunklen und schwierigen Lage“, erklärt Rahel Ahmed.

Um das zu verstehen, muss man einen Blick in Rahel Ahmeds Geschichte werfen: Bis 2015 war er Koordinator der IT- und Finanzabteilung der Cihan Universität in Erbil, Region Kurdistan im Irak. Er war zufrieden mit seinem Leben und seiner Arbeit, bis er die Wirtschaftskrise im Land immer deutlicher zu spüren bekam. Die Arbeit wurde immer mehr, während sein Lohn sank. Als er es nicht mehr aushalten konnte, kündigte er und sah sich nach einem anderen Job um.

Die Zukunft erschien Rahel Ahmed auswegslos

Doch da war er bei weitem nicht der Einzige. Viele Menschen verloren ihre Arbeit und mussten von ihrem Gesparten leben. Das galt auch für Rahel Ahmeds Umfeld. „Nach Europa gehen“ wurde ein fixer Punkt in den Gesprächen der Freunde. Sechs von ihnen machten sich tatsächlich auf den Weg, zurück blieben nur Rahel Ahmed und ein weiterer Freund. Über Social Media verfolgten sie die Reise der Geflüchteten.

Diese berichteten von den Schwierigkeiten und Gefahren: von der schrecklichen Bootsfahrt nach Griechenland, bei der sie Menschen ertrinken sahen; von dem aufreibenden Warten auf die Entscheidung über ihre Bleibeanträge, als sie Europa endlich erreicht hatten. All diese Nachrichten entmutigten den jungen Mann, aber er war verzweifelt genug, um sich Anfang 2016 selbst auf den Weg machen zu wollen.

Rahel Ahmeds Familie war geschockt über diese Entscheidung. Mit allen Mitteln versuchten sie, ihn zum Bleiben zu überreden. Doch erst sein Vater Abdulrahman, langjähriger Mitarbeiter von arche noVa, hatte die rettende Idee: Er wusste von einer offenen Stelle als Logistiker bei arche noVa und ermutigte seinen Sohn, sich zu bewerben. Das tat dieser und wurde tatsächlich eingestellt.

"Ich bin sehr dankbar, für arche noVa zu arbeiten"

Rahel Ahmed ist sehr zufrieden mit seiner Arbeit. 50 Prozent der Arbeitszeit verbringt er im Büro, die anderen 50 Prozent ist er unterwegs auf der Suche nach den notwendigen Produkten und Materialien, die arche noVa für die reibungslose Durchführung des Projekts im Irak benötigt.

Rahel Ahmed meint, dass die Arbeit auch seine Sicht auf den Konflikt in seinem Land verändert habe: „Durch den Kontakt mit den Binnengeflüchteten in den Camps ist mir eines klar geworden: Jeder Mensch hat eine eigene Geschichte. Aber die meisten verbindet das Leid, das sie ertragen mussten“. Daher ist er stolz, wenn er bei seinen Camp-Besuchen sieht, wie arche noVa die Wasserversorgung von tausenden Menschen sicherstellt. Denn in diesem Prozess ist er selbst ein unverzichtbarer Teil geworden.

Was Rahel Ahmed mit seinen Kolleginnen und Kollegen vom arche noVa-Team im Irak für die Vertriebenen des Irak-Konflikts leistet, lesen Sie hier.

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