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25 Jahre arche noVa - 25 Geschichten Nr. 7 Haifa'a

4. April 2017 - Irak
2017 wird arche noVa 25 Jahre alt. Seit einem Vierteljahrhundert setzen wir uns für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit ein. Was steckt dahinter? Im Laufe des Jahres stellen wir 25 Menschen vor, deren Geschichten exemplarisch für arche noVa stehen. Dises Mal Haifa'a aus Baidschi.

Es war eine existentielle Entscheidung, die die 23-jährige Haifa’a aus Baidschi treffen musste. Die junge und ehrgeizige Frau stand kurz vor dem Ausbildungsabschluss und der Erfüllung ihres Traums, Arzthelferin zu werden, als der IS ihren Heimatort im Nordirak überrollte. Angst und Terrorismus brachen in ihren Alltag ein. Haifa’a war klar: Ihre Pläne waren zerstört, jetzt galt es das Überleben zu sichern. Haifa’a und ihre Familien entschieden sich zu fliehen.

Haifa'as Flucht war ein Alptraum

Die Geschichte ihrer Flucht klingt wie ein langer Alptraum und ist doch nur allzu real. Haifa’a, ihre Eltern und sieben Geschwister machten sich im Dunkel der Nacht auf den Weg. Sie liefen über Felder, auf denen Minen und andere Sprengsätze bei jedem ihrer Schritte hätten hoch gehen können. Wasser und Lebensmittel waren knapp. Die Familie wurde auseinander gerissen und bedroht. Vor den Augen der Familie töteten Kämpfer des IS Haifa’as ältesten Bruder, weil er Mitglied der irakischen Polizei gewesen war. Wenig später wurde ihr Vater vom Militär inhaftiert. Monate des Umherziehens folgten.

Ohne Vater und Bruder war es an Haifa’a, den Rest der Familie zu beschützen. Die Verantwortung lastete schwer und wurde auch nicht leichter, als sie Ende 2016 endlich das Flüchtlingscamp Daquq in der Nähe von Kirkuk erreichten, wo arche noVa humanitäre Hilfe leistet. Die Familie litt unter den traumatisierenden Erlebnissen. Haifa’as Mutter und ihre beiden Schwestern erkrankten. „Ich hatte keine Hoffnung mehr und dachte sogar daran, mir das Leben zu nehmen“, erzählt die junge Frau. Sie hatte alles verloren: ihren Traum, ihr zu Hause und Familienmitglieder.

Doch Haifa’a ist eine starke Frau, und um ihre Familie zu unterstützen, sah sie sich nach einer Arbeit im Camp um. Lange suchte sie vergebens, bis sie im Hygieneteam von arche noVa einen Job fand. Endlich konnte sie ihrer Familie wieder Hoffnung machen und sich aus dem Schockzustand befreien, der sie seit der Entscheidung zur Flucht gefangen nahm. Mit dem Job gewann sie Mut und ein Einkommen. So konnte sie ihre Mutter und Schwestern mit Medikamenten versorgen. „arche noVa hat mir die Möglichkeit gegeben, zu mir zurück zu finden und meine Familie zu unterstützen“, berichtet die 23-Jährige.

Ihren starken Willen hat sie nicht verloren

Unser lokales Team im Flüchtlingscamp ist stolz auf Haifa’a und schätzt die junge Frau als motivierte und zuverlässige Mitarbeiterin. Eines hat sie nicht verloren: ihren starken Willen. Sie will alles dafür tun, eines Tages ihre Ausbildung zu beenden und ihrer Familie ein besseres Leben zu ermöglichen.

Zum Schutz für Haifa’a und ihre Familie nennen wir nicht ihren kompletten Namen. Welche Aufgaben Haifa’a und die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Hygienepromotionteams in den von arche noVa betreuten Notunterkünften übernehmen, lesen Sie in unserer Projektbeschreibung.