Eine Hygienepromoterin im Gespräch mit einer Mutter, die zwei Kleinkinder bei sich hat, im Hintergrund Zelte eines Camps

Irak: In Camps und Dörfern erhalten geflohene Familien Wasser und elementare Hilfe

Spenden

Ich möchte einmalig spenden, wo es am nötigsten ist:
Seit Jahren befindet sich der Irak im Krisenzustand. Schwere militärische Kämpfe beherrschten das Land. Doch seit kurzem ist der sogenannte „Islamische Staat“ (IS) offiziell territorial besiegt. Nach drei Jahren Schreckensherrschaft ist in weiten Teilen des Landes die Erleichterung groß. Trotzdem stellen sich die Menschen vor Ort auf weitere Anschläge und asymmetrische Kämpfe durch terroristische Gruppen ein. Als Folge der vielen Auseinandersetzungen ist die Bevölkerung im Irak tief gespalten. Immer wieder flammen religiöse und ethnische Spannungen auf. Hinzu kommt die angespannte wirtschaftliche Lage. Nicht nur vertriebene Familien sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Unterdessen bereiten sich Millionen von Menschen auf eine Rückkehr in ihre Heimatdörfer vor. Doch dieser Schritt ist mit vielen Unsicherheiten und Hürden verbunden.
Irak
Simple World Map - Author: Al MacDonald Editor: Fritz Lekschas License: CC BY-SA 3.0 ID: ISO 3166-1 or "_[a-zA-Z]" if an ISO code is not available

Seit dem Ausbruch der Gewaltherrschaft des „IS“ im Jahr 2014 ist arche nova im Irak im Einsatz. In den ersten Jahren wurden in vier Flüchtlingscamps bis zu 20.000 geflüchtete Menschen mit Wasser, sanitären Anlagen und Hygieneartikeln versorgt. Unser Team vor Ort stellte die Versorgung mit Trinkwasser rund um die Uhr sicher und reagierte unverzüglich auf immer wieder sich verändernde Fluchtbewegungen innerhalb des Landes. Oft mussten schnell neue Zelte aufgebaut, manchmal komplett neue Flüchtlingscamps errichtet werden.

Humanitäre Hilfe für im eigenen Land vertriebene

Im September 2017 kam es im Nordirak erneut zu Spannungen zwischen der Kurdischen Regionalregierung und der Zentralregierung. Anlass war ein einseitig durchgeführtes Referendum zur Unabhängigkeit Kurdistans. Die Spannungen führten zu zusätzlichen  Fluchtbewegungen. Seit November 2017 arbeitet arche noVa nunmehr in sechs Flüchtlingscamps und versorgt dort derzeit insgesamt 22.000 Menschen mit Wasser und Hygieneartikeln und stellt sicher, dass sanitäre Anlagen ausreichend zur Verfügung stehen.

Auf absehbare Zeit wird humanitäre Hilfe weiter in den Flüchtlingscamps gebraucht. Doch internationale Hilfsorganisationen sowie die Irakische Regierung sind bestrebt, die geflüchteten Familien zu unterstützen in ihre Heimatdörfer zurückzukehren. Allerdings ist es für viele geflüchtete Familien derzeit noch schwer oder unmöglich, in ihre Dörfer zu gehen. Weitreichende Zerstörungen der Häuser und  der Infrastruktur sowie fehlende Erwerbsmöglichkeiten bestimmen das Bild in den vom IS befreiten Gebieten. Hinzu kommt eine nach wie vor angespannte Sicherheitssituation in vielen Gegenden. Der Wiederaufbau der Infrastruktur, der Wirtschaft und die Versöhnung innerhalb der Gesellschaft benötigen viel Zeit und Kraftanstrengungen von allen Beteiligten: den betroffenen Menschen, der Irakischen Regierung und der Internationalen Gemeinschaft. 

Das arche noVa Team im Irak hat sich auf die neuen Herausforderungen eingestellt und unterstützt den Wiederaufbau in Dörfern. Seit November 2017 arbeiten wir in insgesamt sieben Dörfern, um die Wasserversorgung zu verbessern oder wiederherzustellen. Die Arbeiten umfassen die Rehabilitierung von Wasser- und sanitären Anlagen sowie die Verbesserung der Abwassersysteme und die Bereitstellung von ausreichendem Trinkwasser.  Darüber hinaus werden in  22 Schulen die sanitären Einrichtungen verbessern. Insgesamt sollen die Baumaßnahmen in den Dörfern und Schulen bis zu 107.000 Menschen zugutekommen. Damit soll auch ein Beitrag geschaffen werden, damit Familien in ihrer Heimatdörfer zurückkehren können.
Um die langfristig die Strukturen vor Ort zu verbessern unterstützen wir außerdem die lokale Wasserbehörde in Kalar. Sie erhält notwendige Geräte und Materialien, damit sie die Qualität des Trinkwassers kontrollieren und sicherstellen kann.

Weiterhin sind drei mobile medizinische Teams in 63 entlegenen Dörfern in der Provinz Khanaqin unterwegs, um den Familien eine medizinische Grundversorgung zu ermöglichen. Es  werden monatlich bis zu 2.000 Menschen medizinisch behandelt. Es sind vor allem ältere Menschen und Familien, die sich keinen Arztbesuch in der nächsten Stadt leisten können, die von den kostenlosen Leistungen profitieren. In allen beteiligten Dörfern leben sowohl ortsansässige als auch geflüchtete Menschen.

Wie sehr die Region Nordirak arche noVa am Herzen liegt, beweist ein Blick in die Vereinsgeschichte von arche noVa. Irakisch Kurdistan war 1992 während des zweiten Irak-Krieges das Ziel des ersten arche noVa-Einsatzes. Er mündete in der Vereinsgründung. Es folgten weitere Einsätze in der Region: 1994 und 2003 bis 2006.

Das aktuelle Projekt erhält Finanzmittel des Auswärtigen Amts und weiterer Geberinstitutionen. Es wird unter anderem cofinanziert vom Programm zur Entwicklungszusammenarbeit des Außenministeriums der Republik Polen.

Für dieses Projekt spenden

10
Sanitärversorgung einer Familie im Camp sicherstellen
50
Sicheres Trinkwasser für 15 Menschen in einem Camp
125
Tagessatz für ein mobilies medizinisches Team

Projektsteckbrief

Zielgruppe
  • 22.000 Menschen in Notunterkünften
  • 15.000 Menschen mit medizinischer Basisversorgung
  • 107.000 Menschen durch Rehabilitation der WASH-Infrastruktur

 

Projektziel
Verbesserung der Lebensbedingungen, insbesondere die Versorgung mit WASH, für Binnenflüchtlinge in den Gouvernements Diyala, Kirkuk und Sulaimaniyya im Nordirak
Aktivitäten
  • Im IDP-Camp Al-Wand (Diyala) mit rund 725 Familien: Bau, Betrieb und Instandhaltung der Wasserleitung, Verteilung von Hygiene Kits und Schulungen in Hygiene- und Gesundheitsvorsorge, Müllbeseitigung
  • Im IDP-Camp Qoratou (Diyala) mit rund 260 Familien: Einrichtung einer Wasserversorgung, Instandhaltung der Sanitäranlagen, Bau einer Kanalisation inklusive Kläranlage, Müllbeseitigung, Hygieneaufklärung
  • Im IDP-Camp Daquq (Kirkuk) mit rund 590 Familien: Betrieb und Instandhaltung der Wasserleitung, Verteilung von Hygiene Kits und Schulungen in Hygiene- und Gesundheitsvorsorge, Müllbeseitigung
  • Gouvernement Diyala: Einsatz von drei mobilen Gesundheitsteams in einem Gebiet mit 45.000 Menschen (die Hälfte davon Binnenvertriebene)
  • Rehabilitierung von Sanitäranlagen an 22 Schulen sowie Rehabilitierung der Wasserversorgung in 7 Dörfern
  • Unterstützung der lokalen Wasserbehörde in Kalar
  • WASH Focal Point des WASH Cluster
Projektlaufzeit
August 2014 - voraussichtlich Oktober 2018
Förderer
  • Aktion Deutschland Hilft
  • Außenministerium der Republik Polen
  • Auswärtiges Amt
  • Polska Misja Medyczna/Polish Medical Mission
  • Private Spenderinnen und Spender
  • Unicef

 

AnsprechpartnerIn
Portrait Meike John mit roter Pumpe
Meike John
Abteilung
Kommunikation
Funktion
Redakteurin Öffentlichkeitsarbeit
Standort
Dresden
Telefon
0351 481984-12

Teilen: