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Zum Dankeschön ein fröhliches Lachen

16. Juli 2019 - Ukraine
Unweit der Front, die politisch korrekt Kontaktlinie heißt, unterstützt arche noVa Schulen und Kindergärten in der Ostukraine. Vor kurzem wurden in Trojitske die renovierten Klassenräume und Schultoiletten fertig.

Könnte man Kinderlachen in Geld ummünzen, wären Mascha und ihre Freunde aus dem ukrainischen Dorf Trojitske steinreich - jedenfalls an dem Tag als unser Team vor Ort fotografiert hat. Tatsächlich fehlt es den Kindern an ihrer Schule an vielem. Grund dafür ist die instabile politische Lage in der Ostukraine und die immer wieder aufflammenden militärischen Konflikte, bei denen bis heute Gebäude beschädigt werden und Infrastruktur zerstört.

Damit den Kindern der weiterführenden Schule in Trojitske das Lachen nicht vergeht, hat arche noVa in Kooperation mit dem UNICEF-Programm „Education cannot wait“ in den vergangenen Monaten die Waschräume und die Klassenzimmer im Obergeschoss saniert. Die Kinder freuen sich über neue Fenster, frisch gestrichene Wände und Toiletten mit verschließbaren Kabinen.

Bild von Stefanie Knörr, Referentin Auslandsprogramme bei arche noVa

Unsere Hilfsmaßnahmen schenken den Schulkindern ein wenig Unbeschwertheit und Freude in ihrem Alltag. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass zur Normalität dieser Kinder auch gehört, dass mitten in der Schulstunde Gefechtslärm aufkommt und Schüsse die Pausenklingel übertönen.

Stefanie Knörr, Referentin Auslandsprogramme

Unsere Projektreferentin ist gerade von einem ihrer regelmäßigen Monitoringbesuche in Slowjansk und Donetzk zurück. Die Stimmung in der Ukraine sei im Moment voller Hoffnung. Nach der Wahl von Wolodymyr Selenskyji Ende April zum neuen Präsidenten der Ukraine hoffen die Menschen auf eine Verbesserung der Situation und auf echten Frieden.

Für die Schulkinder in Muratove, einem der zahlreichen Dörfer entlang der sogenannten Konfliktlinie, in denen arche noVa seit 2016 tätig ist, hat sich jetzt schon einiges verbessert. Aus blitzblanken, neuen Hähnen sprudelt das Wasser in den Waschräumen, dazu neue Waschbecken und Toiletten. Für die Kinder ein echter Grund zur Freude. Als Dankeschön malen sie für unser lokales Team Bilder mit Regenbögen und blühenden Blumen. Für einen Moment sind die Panzer und Schützengräben vergessen und Kinderlachen erfüllt den Raum.

arche noVa ist eine der wenigen Hilfsorganisationen die bis heute in den Regionen Luhansk und Donezk in der Ostukraine tätig ist. Allein im vergangenen Jahr konnte mehr als 613 Kindern in insgesamt vier Schulen und zwei Kindergärten geholfen werden.

Wichtigstes Ziel unseres über insgesamt drei Jahre dauernden Projektes ist es, die unmittelbare und nachhaltige Trinkwasserversorgung für etwa 80.000 Menschen in den Konfliktgebieten zu gewährleisten. Denn schon vor Ausbruch des Krieges war die Infrastruktur in der Ostukraine kaum ausreichend. Viele öffentliche Einrichtungen stammen aus den 1950er Jahren, Reparaturen wurden über die Jahre vernachlässigt. Der Konflikt 2014 hat die Lage dramatisch verschlechtert und die Wasserversorgung in einigen Bezirken massiv beeinträchtigt.

Zu den konkreten Maßnahmen, die arche noVa jetzt seit fast drei Jahren durchführt, zählen der Bau und die Instandsetzung von Gemeindebrunnen und Wasserleitungen sowie die Konstruktion von Wassertürmen sowie die Restaurierung von Sanitäranlagen und Wasseraufbereitungssystemen in sozialen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten in der Ostukraine abgeschlossen sein, berichtet unsere Projektreferentin. Ob dann auch der Gefechtslärm verstummt ist, weiß keiner zu sagen.


Für die Schulkinder in Trojitske, Muratove, Slowjansk und Donetzk sind jetzt erstmal Sommerferien. Drei Monate übertönen hoffentlich vielerorts Badelärm und Gitarrenklänge das Kriegsrauschen. Im September wird dann wieder fließendes Wasser für positiven Pausenlärm an unseren Projektschulen sorgen.

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