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Zerstörtes Jalawla wird wieder bewohnbar

1. Februar 2019 - Irak
Gewalt, Vertreibung, Zerstörung – im Bezirk Jalawla brach 2014 für die Bewohnerinnen und Bewohner die Welt zusammen. Jetzt, da die Geflüchteten in ihre Heimatorte zurückkehren, muss ihre Welt wiederaufgebaut werden. Das lokale arche noVa Team verlegt Leitung um Leitung und baut Wassersysteme und Sanitäranlagen wieder auf.

„Die Rückkehrer stehen vor großen Herausforderungen. In ihren Dörfern funktioniert so gut wie nichts mehr. Häuser, Schulen und Krankhäuser wurden vom sogenannten IS zerstört genau wie die Wassersysteme“, sagt Bilal Lhodi, arche noVa Länderdirektor im Irak.

Großer Bedarf nach sicherem Trinkwasser

Den zurückkehrenden Familien bleibt nichts anderes übrig als selber aktiv zu werden und sich mit Notlösungen zu behelfen. „In Jalawla zum Beispiel nutzten einige das Wasser der Nachbargemeinden, andere erhielten ihr Wasser aus Tanklastern aber viele mussten auf den Fluss oder die Sümpfe zurückgreifen. Dabei ist dies Wasser gar nicht zum Trinken geeignet“, so Bilal Lhodi. Eine Lösung wurde dringend gebraucht. Zumal Jalawla zu den Gegenden zählt, wo die Temperaturen im Sommer Extremwerte erreichen und Wasser in größeren Mengen deshalb existentiell ist.

Wassernetzwerk für 8.000 Menschen aufgebaut

arche noVa reparierte und erweiterte in den vergangenen Wochen das Wassernetzwerk in Jalawla Stadt. Seitdem ist die Wasserversorgung von 8.000 Personen gesichert. Außerdem kümmerte sich unser lokales Team um die Schulen vor Ort. An fünf Standorten in und um Jalawla Stadt wurden Toiletten gebaut, damit die Kinder während der Unterrichtsstunden gut versorgt sind. „Die Gefechte haben so vieles zerstört auch die Schultoiletten. Ganze Abwassersysteme waren blockiert“, beschreibt Bilal Lhodi die Situation. Die neuen Schultoiletten kommen 4.540 Kindern zugute. Eine große Erleichterung für die Familien, die ihre Kinder gut versorgt wissen. Insbesondere die Mädchen profitieren von funktionierenden Sanitärlösungen, die ihnen Schutz und Privatsphäre sichern.

 

Aktivitäten für geflüchtete Familien

Dasselbe gilt auch für die anderen Projektregionen von arche noVa im Irak. Unser lokales Team ist nach wie vor in Notunterkünften wie den Camps Al Wand 1 und 2 aktiv. Hier sind immer noch Hunderte Familien untergebracht, die während der gewaltsamen Auseinandersetzungen einen sicheren Ort gesucht haben. Nicht alle konnten bisher zurückkehren.
An vielen weiteren Orten kümmert sich arche noVa um Wasser- und Sanitärversorgung, so auch in Ortschaften im Bezirk Khanaqueen, der nicht direkt von Kämpfen betroffen war.  Dort haben sich deshalb viele Geflüchtete angesiedelt. Mit der Folge, dass die Infrastruktur überlastet wurde. Arche noVa unterstützt die aufnehmenden Gemeinden. Zuletzt wurden auch hier Sanitäranlagen in fünf Schulen gebaut oder repariert. Seitdem können 7.540 Schülerinnen und Schüler wieder einen normalen Schulalltag erleben.

 

Seit Jahren kommen die Menschen im Irak nicht zur Ruhe. Nachdem der „Islamischen Staat“ (IS) 2017 offiziell territorial besiegt wurde, verfolgen die Behörden verstärkt den Plan, Notunterkünfte zu schließen. Deshalb bereiten sich einige Teile der Bevölkerung auf die Rückkehr in ihre Heimatbezirke vor. Doch in den meisten vom IS besetzten Regionen oder Städten ist der Bedarf an Wiederaufbaumaßnahmen groß. Infrastruktur wurde zerstört, grundlegende Bedarfe können nicht erfüllt werden und Regierungsstellen sind unzureichend ausgestattet. Auch arbeitet arche noVa in Gebieten, die nach dem Referendum 2017 territoriale Ansprüche und Regierungen gewechselt haben, was Unsicherheiten verstärkt. Sicherstellung funktionierender sozialer Institutionen, wie Schulen und Krankenhäuser, und Infrastruktur die grundlegende Bedürfnisse ausreichend bedient, wie bspw. Wasserversorgung, ist essentiell zur Unterstützung traumatisierter Menschen.

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