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Verteilung von Hygienekits in Erftstadt-Blessem

26. Juli 2021 - Deutschland
150 Hilfspakete mit Artikeln zur Körperhygiene und Gesundheitsvorsorge hat arche noVa mit dem Projektpartner ASB am Wochenende in Erftstadt-Blessem verteilt. Die Hilfe erreichte die Menschen nach ihrer Rückkehr in das schwer überflutete und dann aus Sicherheitsgründen abgesperrte Dorf.

Erftstadt-Blessem gehört zu den am schwersten vom Hochwasser in Westdeutschland betroffenen Orten. Hier hat sich arche noVa am Wochenende an der Verteilung von Hilfsgütern beteiligt. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation ASB im Bündnis Aktion Deutschland Hilft wurden 150 Hygienekits verteilt.

Portrait Stefanie Knörr

Die Menschen in Blessem arbeiten mit Hochdruck daran, ihre Häuser von den Schlammmassen zu befreien und alles wegzuräumen. Möbel, Kleidung, Elektrogeräte - alles landet durchnässt und zerstört auf der Straße, wo die Müllwagen begonnen haben, es reihenweise abzutransportieren.

Stefanie Knörr, Projekt Referentin arche noVa

Hilfsgüter kommen an

Die Mehrzahl der Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner von Blessem stehen vor dem Nichts. Ihr Ort liegt nur wenige Meter neben einer Kiesgrube, die im Hochwasser kollabierte. Die Abbruchkante in Blessem gehört zu den meistfotografierten Motiven der Katastrophe. Einige Häuser wurden in die Tiefe gerissen, der Rest wurde von Wasser und Schlamm der Erft überflutet. Weil weitere Erdrutsche drohten, musste Blessem evakuiert werden. Vorigen Donnerstag durften die Bewohnerinnen und Bewohner erstmals zurückkehren. Seitdem laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren.

Was die Menschen jetzt brauchen, weiß Johanne Peter vom ASB, mit dem arche noVa in der Nothilfe kooperiert, genau. Sie wohnt in der Region und beobachtet die Lage vor Ort von Anfang an. Schnell wurde deshalb entschieden, dass neben den vorbereiteten Standard-Hygienekits mit Seife, Zahnbürsten, Desinfektionsmitteln und FFP2-Masken zur persönlichen Hygiene noch weitere Materialien verteilt werden sollten, die dringend benötigt wurden. Dazu zählen Mülltüten, Kanister mit Trinkwasser, Handschuhe und Windeln. Kaum war der Laster angekommen, holten die Menschen die Pakete direkt von der Ladefläche.

arche noVa-Projektreferentin Stefanie Knörr ist von dem Engagement und Wiederaufbauwillen der Menschen beeindruckt:

Es herrscht eine unglaubliche Solidarität, es kommen Helfende aus allen Teilen der Region, meist zu Fuß, da man nur mit Genehmigung in den Ort rein fahren kann. Alle packen mit an und jede Unterstützung wird dankend angenommen.

Bautrockner stehen parat

Die Verteilung von weiteren Hygienepaketen ist bereits geplant und vorbereitet. Insgesamt umfasst diese gemeinsame Aktivität 700 Pakete. Neben Hilfsgütern sind in Blessem und anderen betroffenen Orten derzeit Bautrockner besonders gefragt. arche noVa hat sich für diese Phase der Hilfe gerüstet und 20 Geräte angeschafft, noch bevor die Preise in die Höhe schossen. Unser Team ermittelt derzeit, wo der Bedarf für die Geräte besonders groß ist. Dabei legen wir großen Wert auf eine gute Abstimmung mit anderen im Hochwassergebiet aktiven Hilfsorganisationen und Institutionen.

Perspektivisch wird sich unser Hilfsprojekt auf den Wiederaufbau konzentrieren. Dabei sollen gemeinnützige Einrichtungen wie Sportvereine oder Kindergärten im Mittelpunkt stehen.

Wir bedanken uns für die zahlreichen Spenden, die für unsere Hochwasserhilfe bereits angekommen ist und freuen uns über weitere Unterstützung. Denn Fluthilfe braucht langen Atem.

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