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Trinkwasserversorgung und nachhaltige Hilfe in einer vergessenen Krisenregion

17. September 2021 - Irak
Um 50 Prozent ist der Wasserstand an Euphrat und Tigris in den vergangenen Monaten gefallen. Die Menschen in der Region leiden unter Wasserknappheit. Besonders betroffen ist der Irak. Unser breitangelegtes Projekt mit dem Fokus auf Wasser- und Sanitärversorgung sowie Förderung der Landwirtschaft trifft den akuten Bedarf und eröffnet darüber hinaus Perspektiven in einem Land, das Jahrzehnte gewaltsamer Konflikte erleben musste.

„Egal, wo wir gerade arbeiten, an allen Projektstandorten wird unser Team sehnsüchtig erwartet“, beschreibt Mohammed Faik, unser Gebietsleiter Kirkuk, die Lage in unserem Projektgebiet im Norden des Iraks. Ob an Schulen, Krankenstationen oder in ländlichen Gemeinden, der Bau und die Instandsetzung von Wasser- und Sanitärsystemen zählt zu den wichtigsten Hilfsaktivitäten, die in dem durch gewaltsame Konflikte und chronischen Missständen gezeichneten Land. Die aktuelle Dürre macht den Einsatz für das Menschenrecht auf Wasser noch dringlicher.

Förderung von Landwirtschaft

Wasserknappheit bedroht ganz akut auch die diesjährigen Ernten. Unser Projekt hat das Thema Bewässerung bereits aufgegriffen. Jedoch laufen die Bauarbeiten gerade erst an, sodass die beteiligten Dörfer frühestens in der nächsten Saison damit arbeiten können. „Unser Landesprogramm zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Versorgungslage. Wir haben lange Vorlaufzeiten und sind froh, dass die ersten Aktivitäten im Bereich Landwirtschaft jetzt anlaufen“, erläutert arche noVa-Landesdirektor Thomas Weiß. In Abbassi im Gouvernements Kirkuk wird zum Beispiel derzeit ein 30 Kilometer langer Kanal-Abschnitt rehabilitiert. Die Region war früher für den Gemüseanbau bekannt, jedoch kann wegen der maroden Zuleitungen kaum ein Feld mehr bewässert werden. Unsere Intervention soll das ändern. Davon werden rund 400 Bäuerinnen und Bauern profitieren. Das Potenzial für den gewinnträchtigen Verkauf von Tomaten, Gurken, Blumenkohl und anderen Gemüse ist groß. Neben den Bewässerungsaktivitäten werden deshalb auch umfassende Trainings zu Anbaumethoden und der Bau von Gewächshäusern Teil unseres Programmes sein. Sie ermöglichen einen wassersparenden und ganzjährigen Anbau. Auf Haushaltsebene fördert arche noVa zudem das Anlegen von sogenannten Küchengärten zur Eigenversorgung. 

Die Hilfe erreicht Menschen einer vergessenen Krise

Der Krieg gegen den sogenannten IS im Irak ist beendet. Von Normalität sind die Menschen jedoch noch weit entfernt. Auch heute ist die Sicherheitslage prekär und die Folgen der Krise noch lange nicht überwunden. arche noVa legt großen Wert darauf, im Irak trotz anhaltender Spannungen alle Bevölkerungsgruppen zu erreichen. Egal welcher sozialen, ethnischen oder religiösen Gruppe die Menschen angehören Maßstab für uns ist stets die Bedürftigkeit. In den Kommunen, in denen wir arbeiten, leben Ortsansässige und Binnenvertriebene zusammen. Sie alle leiden unter den enormen sozioökonomischen Folgen der Jahrzehnte langen kriegerischen Auseinandersetzungen im Land. Unsere Aktivitäten zur Verbesserung der Basisinfrastruktur kommen allen Bevölkerungsgruppen zugute und eröffnen nach Jahren der Krise die Perspektive auf einen normalen Alltag. Das gilt insbesondere für die Familien, die zur Zeit des Krieges vor den bewaffneten Kämpfen geflohen waren, und die, die auch heute noch wegen massiver Sicherheitsbedrohungen im eigenen Land auf der Flucht sind. Unsere Aktivitäten in den Gastgemeinden beziehen ihre Bedürfnisse ausdrücklich mit ein. Zudem leistet arche noVa seit 2013 in Notunterkünften humanitäre Hilfe im Bereich Wasser-, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH). Außerdem unterstützen wir den Wiederaufbau in Rückkehrergemeinden, die zuvor Schauplatz der militärischen Auseinandersetzungen mit dem so genannten IS waren. 

Aktuelles Projekt auf einen Blick

Zielgruppe:
90.000 Menschen durch Rehabilitation der WASH-Infrastruktur
Ziel:
Verbesserung der Lebensbedingungen, insbesondere die Versorgung mit WASH, für Binnenvertriebene und Rückkehrerinnen und Rückkehrer
Projektstandorte:
Gouvernements Diyala, Kirkuk und Salah-al Din im Nordirak
WASH-Aktivitäten:
Rehabilitierung von 25 Wasser- und Sanitärsystemen in Gemeinden und Kleinstädten, an 10 Gesundheitszentren und an 20 Schulen, Aufbau und Unterstützung von Wasserkomitees, Gesundheits- und Hygieneerziehung in Schulen
Aktivitäten zur Einkommensgenerierung und Ernährung:
Rehabilitierung von Bewässerungskanälen, Förderung von Gemüseanbau in Kleingärten sowie in Gewächshäusern, Beschaffung von Vieh (insb. Schafe) und Unterstützung bei der Tierhaltung

Für dieses Projekt spenden

23
Sie finanzieren den Kauf von Gurkensetzlingen für eine Fläche von 1.000 Quadratmetern
69
Sie ermöglichen die Installation eines Tröpfchenbewässerungssystems, das 60 Meter Ackerboden sparsam mit Wasser versorgt.
150
Sie leisten einen wichtigen Beitrag beim Bau von Schultoiletten.

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