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Tag der Menstruationshygiene

27. Mai 2021 - Welt
Der Tag der Menstruationshygiene am 28. Mai macht auf die Tabuisierung des Themas aufmerksam und fordert die Lösung der schlechten Versorgungslage mit Menstruationsprodukten sowie den Zugang zu Toiletten weltweit. Mit unseren Projekten gehen wir gegen soziale Ausgrenzung und Stigmatisierung vor und ermöglichen Mädchen und Frauen ein selbstbestimmtes Leben in Würde.

Menstruation – auch bei uns in Deutschland ist dieses Thema noch immer mit Scham behaftet. Doch für Millionen von Frauen in unterprivilegierten Regionen sind mit der Menstruation noch weit größere Probleme verbunden: Denn wie soll der Schulbesuch stattfinden, wenn es keine Toiletten gibt, kein fließendes Wasser und Seife vorhanden sind und keine Binden oder anderes Menstruationsmaterial zur Verfügung stehen? Und wie kann die Körperhygiene gewährleistet werden, wenn man über die Vorgänge im eigenen Körper nicht aufgeklärt wurde oder sich nicht traut, darüber zu reden, weil das Thema stigmatisiert ist? Oftmals bedeutet der Beginn der Menstruation gerade für Mädchen eine starke Einschränkung im täglichen Leben oder gar den sozialen Ausschluss. Und noch immer ist die Periode für unzählige Frauen und Mädchen ein Gesundheitsrisiko. Infektionen drohen, wenn zum Beispiel aus Mangel an Hygieneprodukten ungenügend gereinigte Stoffreste verwendet werden. Oft ist auch der Abfluss des Menstruationsblut ein Problem bei Mädchen und Frauen, die beschnitten wurden.

Halimo Abdi, 28, Mutter von fünf Kindern: „Ich habe meine Würde zurück erhalten“

Daran will arche noVa etwas ändern. In Äthiopien etwa betreiben wir gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation OWDA Aufklärung im Bereich der Menstruationshygiene und verteilen Hygiene-Kits an Mädchen und Frauen, die aufgrund von diversen Krisensituationen innerhalb des Landes ihre Heimatdörfer verlassen mussten und nun am meisten auf Schutz angewiesen sind. Dank dieser Maßnahmen konnten wir so bereits tausende bedürftige Binnenvertriebene erreichen und ihnen zu besserer Gesundheit, sozialer Inklusion und somit mehr Würde und Selbstbestimmung verhelfen.

Halimo Abdi aus Äthiopien gehört zu den Frauen, die arche noVa bereits erreichen konnte. Die 28-jährige Mutter von fünf Kindern wurde im international wenig beachteten ethnischen Konflikt zwischen Oromia und Somali vertrieben.

 

 

 

Bild: arche noVa | links: Halimo Abdi

Halimo Abdi (links) erhält ein MHM-Kit

„Das Überleben meiner Familie ist abhängig von humanitärer Hilfe und staatlicher Unterstützung, ich habe keine anderen Möglichkeiten, ein Einkommen zu generieren“, sagt sie. „Wenn die Periode einsetzt, konnte ich bis jetzt nichts benutzen als meine Kleidung, was mich sehr herausgefordert hat“,
so Halimo Abdi.

Doch das, fährt sie fort, habe sich nun geändert: „Dank der hochwertigen, kostenlosen Versorgung mit Hygiene-Kits habe ich meine Würde zurück erhalten.“

Aufklärungsarbeit und Hygieneversorgung weiterhin wichtig

Auch wenn die Projekte von arche noVa Erfolge zeigen: Noch immer sind tausende Binnenvertriebene in Ostafrika ohne ausreichende Hygieneversorgung oder haben keinen Zugang zu Aufklärungsangeboten. Und nicht nur dort: Weltweit nehmen humanitäre Katastrophen zu und zwingen Menschen in schwierige Lebensumstände. Gerade dort sind Mädchen und Frauen am verletzlichsten. Es gibt also noch viel zu tun. Denn eines ist für uns klar: Ein selbstbestimmtes Leben in Würde muss für jedes Mädchen und jede Frau möglich sein.

Unterstützen Sie mit uns Mädchen und Frauen an allen Tagen.

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