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Neue Toiletten für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen

27. Januar 2020 - Indonesien
In den Distrikten Donggala und Sigi auf der indonesischen Insel Sulawesi wird fleißig gebaut. Da, wo vor 16 Monaten die Erde bebte und ein Tsunami über die Küste hereinbrach, ist der Wiederaufbau in vollem Gange. Unser Beitrag daran: Wiederaufbau und Ausbau von WASH-Infrastruktur und zwar erdbebensicher, inklusiv und barrierefrei.

Vor den Sanitäranlagen liegen Bodenplatten mit Noppen, die man mit Blindenstöcken ertasten kann, die Türzargen sind extrabreit, damit Rollstühle hindurch passen, und eine Rampe überbrückt den Höhenunterschied zur Straße – so oder so ähnlich sehen alle 32 Standorte aus, an denen arche noVa Latrinen mit inklusivem Design baut. Darunter sind 19 Schulen, 11 Dorfbüros und zwei Gesundheitszentren.

Porträt Arsad, Bauarbeiter im Donggala Distrikt

„Bei der Planung und auf der Baustelle arbeiten wir ganz eng mit der Organisation für Menschen mit Beeinträchtigung zusammen.“

Arsad, Bauarbeiter im Donggala Distrikt

Kooperation und Kommunikation

Die Partnerorganisation von arche noVa in Indonesien ist das Office Indonesia des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) mit seinem lokalen Team. Unsere Expertise im Bereich Sanitärbau haben wir zu Anfang des Projektes in Trainings weitergegeben. Wissenstransfer und Austausch werden auch jetzt noch fortgeführt. So gab es beispielsweise im November einen Workshop für das WASH-Personal des ASB Indonesia und für Mitglieder der lokalen Organisationen für Menschen mit Beeinträchtigung. In der Theorie und im Praxisteil ging es um Wasserqualität und Wasseraufbereitung. Bei den Treffen übersetzte eine Dolmetscherin in Gebärdensprache. Zudem wurden alle praktischen Übungen auch einem blinden Teilnehmenden zugänglich gemacht, wie beispielsweise die Nutzung eines mobilen Wasserlabors.

Building back better - Besser als zuvor

An zwei Schulen in der Gemeinde Toaya sind die Sanitäranlagen vor kurzem fertig geworden. Hji Indakwita bedankte sich persönlich bei unserem Team, als es Ende 2019 auf einer Monitoringreise den Projektfortschritt vor Ort überprüft. Die 53-jährige Lehrerin freut sich besonders darüber, dass das neue, leuchtend bunte Häuschen über Sitztoiletten verfügt und sie nicht wie zuvor eine Hocktoilette nutzen muss. Das sei besonders gut, weil sie Knieprobleme habe, meint sie lachend und die umstehenden Lehrerinnen lachen mit.

Porträt von Hji Indakwita, Grundschullehrerin in Toaya

„Die Kinder sind ganz aufgeregt, weil die Toiletten eine Spülung haben, die das Geschäft einfach verschwinden lässt. Das sei wie im Hotel.“

Hji Indakwita, Grundschullehrerin in Toaya

Das Prinzip, das arche noVa in Indonesien verfolgt, lautet „building back better“. Das bedeutet, dass nicht einfach der Ausgangszustand wiederhergestellt wird, sondern die Menschen in Zukunft besser versorgt und geschützt sind. Dies betrifft etwa die Möglichkeit für gute Hygienepraktiken, die Langlebigkeit und Stabilität der Bauten sowie die Berücksichtigung der Belange aller Menschen, die eventuell zuvor übersehen wurden.

Neuer Plan nach dem Toilettenbau: Wasser für alle Haushalte

Angesichts des nach wie vor hohen Hilfsbedarfs vor Ort möchte arche noVa das Projekt in den kommenden Monaten weiter ausbauen. Dabei soll in einer betroffenen Gemeinde das Wassersystem instand gebracht werden. Durch das Erdbeben waren Pumpen teilweise zerstört oder Teile verschüttet worden. Ziel ist es, dass alle Haushalte in der ausgewählten Gemeinde Zugang zu einer sicheren Wasserversorgung bekommen. Derzeit sind einige Haushalte nicht angeschlossen. Sie nutzen das verunreinigte Flusswasser oder müssen abgefülltes Trinkwasser kaufen. In Kürze wird eine ausführliche Prüfung der Schäden erfolgen und die technische Lösung erarbeitet.

Erdbeben und Tsunami 2018

Im Oktober 2018 verwüsteten eine Erdbebenserie und ein Tsunami weite Teile der indonesischen Insel Sulawesi. 2.227 Menschen verloren ihr Leben, rund 165.000 Menschen waren gezwungen, ihre Häuser zu verlassen - so die Zahlen der Vereinten Nationen. arche noVa beteiligte sich an den Nothilfemaßnahmen der internationalen Gemeinschaft. Wir installierten Trinkwasseraufbereitungsanlagen an Notunterkünften und sorgten für Übergangslösungen im Sanitärbereich.

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