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Bildung spendet Hoffnung

24.01.2023 - 14:31 - Libanon
Der Welttag der Bildung am 24. Januar erinnert jährlich an das Versprechen, das sich die UN-Mitgliedstaaten gegeben haben: Bis 2030 sollen alle Menschen die Chance auf inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung haben. Wie weit die Welt davon entfernt ist, zeigt sich derzeit im Libanon, wo hunderttausende Kinder nicht zur Schule gehen können. Besonders betroffen sind die vielen geflüchteten Kinder aus Syrien. Mit unserem Bildungsprojekt in der Bekaa-Ebene im Osten des Libanons verbessern wir die Lage für syrische Geflüchtete und die aufnehmenden Gemeinden.

Maysaa Said Al-Hammadi kam mit ihrer Familie vom Regen in die Traufe. Vor fünf Jahren flüchtete sie vor dem Krieg in ihrer Heimat Syrien in das vermeintlich sichere Nachbarland Libanon. Doch nur wenige Monate nach ihrer Ankunft zerstörte ein Feuer das gesamte Flüchtlingscamp. Zwei ihrer damals vier Kinder starben in dem Feuer. Und auch sonst haben sich die Lebensbedingungen der Familie weiter verschlechtert. Aufgrund der Wirtschaftskrise findet ihr Mann, der als Tagelöhner die Familie durchbringen muss, kaum noch Arbeit. Gleichzeitig sinkt die finanzielle Unterstützung durch die Vereinten Nationen und die Preise steigen aufgrund der galoppierenden Inflation immer stärker an. „Seit dem Verlust meiner Kinder habe ich keine Träume mehr“, sagte uns Maysaa im Gespräch. „Mein einziger Traum ist jetzt, zu leben und meine Kinder großzuziehen.“

Krise verschärft Situation für Geflüchtete

Viele der schätzungsweise 1,5 Millionen Geflüchteten aus Syrien, die im Libanon Schutz suchen, befinden sich in einer ähnlich schwierigen Situation. Kein Land hat pro Kopf so viele Geflüchtete aufgenommen wie der Kleinstaat am Mittelmeer mit seinen zuvor ungefähr 4,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Während in den ersten Jahren des Kriegs im Nachbarland noch eine große Solidarität spürbar war und viele Libanesinnen und Libanesen über lokale Hilfsorganisationen spendeten, nimmt die Unterstützung für die syrischen Geflüchteten mittlerweile immer mehr ab. Viele libanesische Familien sind seit der 2019 einsetzenden Wirtschaftskrise, den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie und dem Zusammenbruch staatlicher Strukturen selber von Armut, Hunger und Krankheiten bedroht. Strom gibt es vielerorts, wenn überhaupt, nur für wenige Stunden und aufgrund der zusammenbrechenden Wasserversorgung verbreiten sich Krankheiten wie Cholera.

Kinder besonders bedroht

Besonders die Kinder leiden unter der schwierigen Situation. Viele der geflüchteten Kinder können nicht zur Schule gehen, da sie ihre Familien beim Lebensunterhalt unterstützen müssen. Außerdem sind Transport und Lernmaterialien den Familien zu teuer oder es stehen schlichtweg nicht genügend Plätze zur Verfügung, da das Schulsystem überlastet ist. Von den über 500.000 registrierten geflüchteten Jungen und Mädchen waren laut des UN-Hilfswerks für Flüchtlinge UNHCR 30 Prozent noch nie in der Schule. Und auch für libanesische Kinder wird die Situation immer schwieriger, da viele Schulen zunehmend nicht mehr in der Lage sind, die Betriebskosten zu decken oder die Lehrerinnen und Lehrer aufgrund der viel zu niedrigen Löhne streiken.

Hoffnung dank arche noVa-Projekt

Maysaa und ihre Familie im Flüchtlingscamp al Homsus bleibt zumindest in dieser Hinsicht ein Hoffnungsschimmer. Dank unseres Bildungsprojektes in der Bekaa-Ebene im Osten des Libanons erhalten ihre Kinder weiterhin eine Perspektive. Gemeinsam mit unserem lokalen Partner Society for Social Support and Education (SSSE) ermöglichen wir in drei Schulen rund 1.200 geflüchteten syrischen Kindern den Schulbesuch und außerschulische Aktivitäten wie Chorprojekte, Ausflüge oder psychologische Unterstützung. Auch libanesische Familien profitieren von dem Projekt, etwa durch den Bau von Spielplätzen und WASH-Infrastruktur.

Neben Spendengeldern wird das Bildungsprojekt im Libanon vom Freistaat Sachsen und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziell unterstützt.

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