Kinder aus Lusera mit Wasserkanistern
arche noVa/Axel Fassio

Uganda: Dörfer am Victoriasee erhalten Trinkwasser und Toiletten

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Obwohl der Victoriasee stark verunreinigt ist, nutzen noch immer viele Menschen im Distrikt Mukono das Seewasser für den täglichen Bedarf, selbst zum Kochen. Den Einwohnern derjenigen Dörfer wiederum, die nicht unmittelbar am See liegen, bleibt in Ermangelung sicherer Wasserquellen oft nichts anderes übrig, als Wasser aus Tümpeln und anderen offenen Wasserstellen zu entnehmen. Mit gravierenden Folgen für die Gesundheit.
Uganda
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Das Ökosystem des Victoriasees ist stark gefährdet. Täglich gelangen ungeklärte Industrieabwässer, Pestizide, Treibstoff von Booten und Müll in den See. Hinzu kommt, dass das Nordufer des Sees zunehmend dichter besiedelt wird. Aus anderen Teilen des Landes kommen Menschen an den See, in der Hoffnung auf eine sichere Lebensgrundlage. Auch diese dichte Besiedlung trägt zur Verschärfung der Lage bei. Oft fehlt den Menschen das Wissen darüber, welche Konsequenzen die Verunreinigung des Wassers und der anschließende Konsum haben. In einigen Dörfern gibt es zudem nicht eine einzige Toilette. Die Einwohner verrichten ihre Notdurft dann meist im Freien.

Diese so genannte offene Defäkation kann Ursache für zahlreiche Krankheiten wie etwa Bilharziose sein. Die Erreger dieser parasitären Infektionskrankheit leben in stehenden Gewässern. Beim Baden im Wasser gelangen sie durch die Haut in den menschlichen Körper, wo sie sich paaren und große Mengen von Eiern produzieren. Die Eier werden dann ausgeschieden und gelangen bei offener Defäkation erneut in Gewässer - ein Teufelskreis.

Gemeinsam mit der ugandischen Organisation Katosi Women Development Trust (KWDT) und dank der finanziellen Unterstützung durch das Hilfswerk der Deutschen Lions e.V. setzt sich arche noVa daher in einem breit angelegten Projekt für sichere Wasserquellen und angemessene Sanitärversorgung im Distrikt Mukono ein.

Im Laufe des Projektes sollen unter anderem zehn öffentliche Brunnen entstehen. In den Gemeinden gibt es bisher keine geschützten Wasserquellen. Die Einwohner müssen aus diesem Grund weite Strecken zurücklegen oder ihr Wasser aus offenen Wasserstellen entnehmen. Die Qualität des Wassers ist dort meist völlig unzureichend. In drei Siedlungen in direkter Nähe zum See sollen zudem öffentliche Toiletten gebaut werden. Diese Siedlungen sind zugleich auch viel frequentierte Bootsanlegestellen. Gerade hier in unmittelbarer Nähe zum See, wo viele Menschen aufeinander treffen, helfen öffentliche Toiletten, um offene Defäkation und damit die Ausbreitung hygienebedingter Krankheiten zu verhindern.

Auch zahlreiche Schulen im Projektgebiet verfügen nicht über angemessene Wasser- und Sanitärversorgung. Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet das, dass sie oft während der Unterrichtszeit zum Wasserholen geschickt werden. Selbst dann ist oft nicht ausreichend Wasser da, um konzentriert zu lernen. Für eine sichere Wasserversorgung über das ganze Jahr werden wir gemeinsam mit KWDT Regenwassersammeltanks an vier Schulen bauen. Diese Schulen haben sich als besonders bedürftig erwiesen, da hier die nächstgelegenen Wasserstellen besonders weit entfernt liegen und die Schülerzahl entsprechend groß ist. Dort, wo dies notwendig ist, werden außerdem einfache, aber sehr effektive und kostengünstige Biosandfilter installiert.

Fehlende Sanitärversorgung an Schulen ist vor allem für Mädchen ein Problem. Für sie ist ein Rückzugsort eine Frage der Sicherheit und Würde, vor allem während ihrer Menstruation. Viele Eltern verbieten es ihren Töchtern eine Schule zu besuchen, wenn es keine sicheren Toiletten gibt. Damit möglichst viele Kinder die Schule besuchen können, bekommen drei Schulen, an denen es bisher keine angemessenen Toiletten gibt, geschlechtergetrennte Latrinenblöcke.

Eine besondere Rolle spielen in der ländlichen Region östlich von Kampala so genannte Gesundheitszentren. Große Krankenhäuser gibt es in der Gegend nicht, umso wichtiger ist es, dass die lokalen Gesundheitszentren für die Erstversorgung gut ausgerüstet sind. Für diesen Zweck erhalten die beiden Einrichtungen in Kabanga und Katente mit täglich 30 bis 40 Patienten jeweils einen Regenwassertank.

Alle Arbeiten werden von Frauenselbsthilfegruppen in den Gemeinden gesteuert, die auch außerhalb dieses Projektrahmens eng vom arche noVa-Projektpartner KWDT betreut werden. Durch die enge Verbindung mit den Gruppen ist KWDT hinsichtlich der Sorgen und Nöte in den Gemeinden stets im Bilde. So werden die Gemeinden von Beginn an in die Projektumsetzung eingebunden.

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Christian Franz
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