Spenden

Ich möchte einmalig spenden, wo es am nötigsten ist:

25 Jahre arche noVa - 25 Geschichten Nr. 15 Roland Hassel

26. October 2017 - Dresden
2017 wird arche noVa 25 Jahre alt. Seit einem Vierteljahrhundert setzen wir uns für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit ein. Was steckt dahinter? Im Laufe des Jahres stellen wir 25 Menschen vor, deren Geschichten exemplarisch für arche noVa stehen. Dieses Mal Roland Hassel vom arche noVa-Nothilfeteam.

Roland Hassel mag klare Ansagen – vor allem dann, wenn es drauf ankommt. Ansonsten geht er das Leben gerne lässig an. Wenn es aber ernst wird und unter schwierigen Bedingungen Hilfe geleistet werden muss, dann setzt er auf Struktur. Er weiß, wie wichtig es ist, dass Abläufe funktionieren, Entscheidungen schnell getroffen werden und alle Hand in Hand arbeiten. Das hat er nicht zuletzt bei seiner Ausbildung zum Rettungssanitäter gelernt. Roland Hassel behält auch in extremen Situationen den Überblick, deshalb ist er eine echte „Bereicherung“ für das arche noVa Nothilfeteam, dem er seit 2015 angehört.

Ersten Kontakt zu arche nova hatte er an der Akkon-Hochschule in Berlin, wo er „Internationale Not- und Katastrophenhilfe“ studierte. arche noVa-Projektreferentin Andrea Bindel hielt 2015 dort einen Vortrag. Was Roland Hassel besonders interessierte: die Weiterbildungen im Bereich Wasser, Sanitär und Hygiene, die arche noVa für Fachleute und Nachwuchskräfte in der Humanitären Hilfe anbietet. Zwei solcher Kurse hat der ehemalige Student inzwischen mitgemacht. Das war auch sein Einstieg in den WASH-Bereich der Humanitären Hilfe und in das Nothilfe-Team bei arche noVa.
Seitdem arbeitet er mit 16 Kolleginnen und Kollegen bei arche noVa zusammen. Sie alle verbindet eine im weitesten Sinne fachliche Ausbildung und der Wunsch, das eigene Wissen, Können und Talent in die arche noVa Nothilfeprojekte einzubringen.

Den Ernstfall durchspielen

Damit das im Ernstfall auch gut funktioniert, wird das Team auf die Einsätze gut vorbereitet. Regelmäßige Treffen und kontinuierliche Aus- und Weiterbildung sind Voraussetzung dafür, dass die Freiwilligen mitarbeiten können. „Das ist ein bisschen wie Trockenübung - muss aber sein, weil wir vor Ort absolut handlungsfähig sein wollen. Wir lernen, wie man Trinkwasseraufbereitungsanlagen aufbaut und bedient, machen uns mit der Labortechnik vertraut, trainieren Logistikabläufe und das Verhalten in Krisengebieten“, berichtet der junge Mann.

Roland Hassel ist 31 Jahre alt. Nach dem Fachabitur ging er auf eine lange „Weltreise“, die ihn nach Neuseeland, Südostasien und Lateinamerika führte. „Dort habe ich Spanisch gelernt“, erzählt er. Außerdem machte er während der insgesamt fünf Jahre umfassenden Auslandsaufenthalte seine Ausbildung zum Rettungssanitäter und holte das allgemeine Abitur nach. Vor kurzem hat er sein Studium abgeschlossen. „Meine Bachelorarbeit habe ich über das Thema Hightech-Filtrationsanlagen zur Wasserversorgung in der Humanitären Hilfe geschrieben“, so Roland Hassel. Als Mentor begleitete ihn dabei der Leiter des arche noVa Nothilfeteams, Konrad Menzel, der bei arche noVa als Fachreferent WASH arbeitet.

Seit vielen Jahren ist Roland immer wieder ehrenamtlich unterwegs. Neben dem Nothilfeteam bei arche noVa ist er noch bei anderen Organisationen engagiert. Zu den eindrücklichsten Erfahrungen, die er in letzter Zeit erlebte, zählt ein Einsatz in Äthiopien, wo er den Betrieb von zwei Gesundheitszentren (im Fachjargon Health Posts) koordinierte. Auch dabei behielt er einen kühlen Kopf. Für Roland ist das kein Widerspruch zu Empathie und Mitmenschlichkeit. Im Gegenteil: Nur wer professionelle Distanz wahren kann, kann effektiv handeln, und für andere da sein, so sein Credo.