Spenden

Ich möchte einmalig spenden, wo es am nötigsten ist:

25 Jahre arche noVa - 25 Geschichten Nr. 14 El Mocthar ag Mohamed

17. October 2017 - Mali
2017 wird arche noVa 25 Jahre alt. Seit einem Vierteljahrhundert setzen wir uns für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit ein. Was steckt dahinter? Im Laufe des Jahres stellen wir 25 Menschen vor, deren Geschichten exemplarisch für arche noVa stehen. Dieses Mal El Machtar ag Mohamed, Dorfvorsteher in Nordmali.

Beim Fotografieren möchte El Macthar ag Mohamed, dass andere Bewohner des Dorfes mit dabei sind. Das ist für den Dorfvorsteher von Tedeini in der Kommune Alafia extrem wichtig. Jeden Tag ist er dankbar dafür, dass die Dorfbewohner von Tedeine wieder bei ihm sind. Das ist für ihn alles andere als selbstverständlich und wurde nur möglich, weil es das arche noVa-Projekt zum Wiederaufbau von Infrastruktur im Norden Malis gegeben hat.

2013 war Tedeini von vorrückenden islamistischen Gruppen angegriffen worden. Der Angriff entfesselte zudem den ethnischen Konflikt zwischen Tamachek und Bellah, der bereits zuvor im Dorf schwelte. Es kam zu einem Massaker an Soldaten und Bevölkerung. Zehn Menschen wurden getötet, darunter auch der kleine Sohn des Dorfchefs.

Der Angriff hinterließ eine Spur der Zerstörung. Die Solaranlage und die Wasserpumpe der Gemeinde wurden gestohlen, das Tierfutter und die Felder verbrannt. Die rund 300 Überlebenden sahen keine Möglichkeit, ihr Leben im Dorf fortzusetzen und flohen in ein Flüchtlingslager ins benachbarte Burkina Faso.

Der Dorfsteher blieb nach dem Angriff zurück

Der Dorfvorsteher El Mocthar ag Mohamed jedoch blieb als einziger Tamachek mit einigen Bellah in Tedeini zurück. Dort traf ihn das Team unserer lokalen Partnerorganisation Nor.Dev 2014 während der Planungen für das arche noVa-Projekt. Zwar waren zu diesem Zeitpunkt die Rebellen bereits zurückgedrängt und das Dorf wieder sicher, aber die Familien saßen noch immer in dem Flüchtlingslager in Burkina Faso.

Das Team sah ein entvölkertes Dorf aber auch Wiederaufbaumöglichkeiten. So entschlossen wir uns, die Bewässerungswirtschaft der Gemeinde wieder einzurichten und die Familien bei der Erschließung neuer Einkommensquellen zu unterstützen, wenn es dem Dorfvorsteher gelänge, seine Bevölkerung aus Burkina Faso zurück zu holen. Tatsächlich schaffte er das und das Projekt begann.

Er holte die Menschen zurück und das arche noVa-Projekt gab ihnen eine Perspektive

Herzstück der Landwirtschaft wurde die von arche noVa eingerichtete Pumpe, die das Wasser des Niger auf die kooperativ bewirtschafteten Felder lenkt. Das sogenannte Perimeter umfasst insgesamt 30 Hektar. Zwei Dorfbewohner wurden zu Mechanikern ausgebildet, damit sie die Pumpe betreiben und warten können. Unsere lokale Partnerorganisation Nor.Dev verteilte außerdem Saatgut und Dünger für die erste Ernte. Weizen, Hirse und Reis werden seitdem in Tedeini wieder angebaut und sichern den Lebensunterhalt der Dorfbewohner.

Inzwischen ist die Bevölkerung des Dorfs auf 570 Menschen angewachsen, das sind mehr als zuvor und mehr als El Macthar ag Mohamed zu hoffen gewagt hatte. Eine Hand voll von ihnen sieht man auf dem Foto, das zum Projektabschluss 2017 entstand.