Sieben Dorfgemeinschaften brauchen Regenwasserspeicher

03.11.2026 - 15:29 - Somaliland
In der Hawd-Region in Somaliland herrscht große Wasserknappheit. Die Trockenzeiten werden immer länger, der Grundwasserspiegel sinkt. arche nova baut und saniert mit OWDA Regenwasserspeicher in sieben Dörfern, damit ein Leben in Würde möglich bleibt.

Das Projektgebiet in der Hawd-Region liegt an der Grenze zu Äthiopien. Geografisch ist es damit vorwiegend arid und semiarid, was man auch als Savannenlandschaft mit geringer Wasserverfügbarkeit beschreiben kann. Ganzjährig Wasser führende Flüsse gibt es nicht, Wasserstellen trocknen schnell aus. Was die Menschen seit Generationen kennen, hat sich mit der Erderwärmung und Klimakrise massiv verschärft. Regenzeiten fallen immer schwächer und kürzer aus. Dürren nehmen zu. Der Grundwasserspiegel sinkt und Brunnen drohen zu versalzen. In extremen Dürren müssen Menschen bis zu 50 Kilometer zurücklegen, um Wasser zu holen.

Die Wasserversorgung ist in Gefahr

Traditionell sammeln Menschen in Somaliland Regenwasser in unterirdischen Speichern, die Birkas genannt werden. Doch die vorhandenen Kapazitäten reichen nicht mehr aus. Zudem sind die meisten Becken marode.

"Eines unserer größten Probleme war der Zustand der alten, offenen Birkas. Sie waren nicht ausreichend geschützt, und das Wasser war nicht sauber. Das hat zu Krankheiten geführt."

Najah Mohamed, Widh-Widh Village

Neue und bessere Regenspeicher für sieben Dörfer

arche nova und die lokale Partnerorganisation OWDA bauen neue Birkas und rehabilitieren marode Speicher. Im aktuellen Projekt wird die Versorgung in sieben Dörfern gesichert.

Jedes Speicherbecken fasst 800 Kubikmeter Wasser. Dazu muss großes Gerät in die entlegenen Orte gebracht werden. Nach dem Aushub übernehmen regionale Maurer und Zimmerleute den Bau der unterirdischen Becken, die zudem ein stabiles Dach bekommen. Die verbesserte Bauweise schützt das Wasser vor Verschmutzung und Verdunstung: Die Birkas erhalten ein Absatzbecken sowie eine Handpumpe für die hygienische Entnahme. In Widh-Widh ist ein großer Speicher bereits fertig.

Gemeinsam Wasser sichern und Speicher instand halten

Mit dem Bau der Birkas endet die Arbeit nicht. arche nova und OWDA gründen und schulen Wasserkomitees, die den Betrieb und die Wartung der Speicher mittragen. Schon vor einigen Monaten wurden 35 Mitglieder aus den sieben Dörfern zu Anlagenmanagement, Betrieb und Wartung, Wasserqualität, Hygiene und gerechtem Zugang geschult. Wichtig ist zudem die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und der gesamten Bevölkerung.

In einigen Gemeinden hatten die Menschen bereits Erfahrungen mit kurzfristigen humanitären Projekten gemacht. Einige haben deshalb die Erwartung, dass internationale Organisationen Infrastruktur einfach bereitstellen würden.

arche nova macht es anders:  Unsere Partnerorganisation OWDA hat viel Zeit damit verbracht, die Gemeinden zu besuchen und zu befragen. Gemeinsam begann die partizipative Planung, bei der die Projektziele, Rollen und Verantwortlichkeiten festgelegt und klar besprochen wurden.

Geschlechtergerechtigkeit im Blick

Frauen, Mädchen, Menschen mit Behinderungen und andere schutzbedürftige Gruppen werden in unserem Projekt gezielt zur Teilnahme an Entscheidungsprozessen aufgefordert und integriert. Das gilt auch für die Besetzung der Wasserkomitees. In Vorgängerprojekten in Somaliland und Äthiopien, wo ähnliche Aktivitäten stattfanden, hat arche nova gute Erfahrung damit gemacht, dass Frauen die Rolle der Kassenwartin übernehmen. Auch die Vorgaben der Behörden sehen eine Frauenquote vor, Komitees haben meist drei männliche und zwei weibliche Mitglieder. 

Der Klimakrise begegnen

Wie dringlich das Projekt ist, zeigt ein Blick auf die Folgen der Erderwärmung in der Region. Während es vor der Jahrtausendwende nur rund alle sechs Jahre zu Dürren kam, haben sich die extremen Trockenperioden am Horn von Afrika bis heute verdoppelt. 2020 bis 2022 galt als eine der schwersten Dürren in der Region. 
Diese hat auch in Somaliland weite Teile der Bevölkerung in existenzielle Notlagen gestürzt. Auf den ausgedorrten Weideflächen fanden die Viehherden keine Nahrung mehr, etliche Familien mussten Tiere unter Wert notverkaufen, andere Tiere haben die Dürre nicht überlebt. Die Versorgungsmöglichkeiten der Menschen brach ein, zahlreiche Familien suchten Zuflucht in Camps und gerieten in Abhängigkeit von externer Hilfe. 

Aktuell (Anfang November 2026) ist die Wasserverfügbarkeit in der Hawd-Region vergleichsweise günstig. El Niño hat in der Regensaison zu überdurchschnittlich starken Niederschlägen geführt. Die Speicher füllen sich.

Dabei ist die Gefahr von Überflutungen in Somaliland geringer als beispielsweise weiter südöstlich in Somalia, wo Flüsse bereits Ende Oktober weit über die Ufer getreten sind und ganze Landstriche überschwemmt werden.

Was die Menschen in Somaliland allerdings zum Jahreswechsel bereits besorgt, ist El Niña. Das Anschlussphänomen von El Niño, das 2027 erneut zu schweren Dürren führen könnte. 

Für dieses Projekt spenden

46
Sie finanzieren zwei Monate Wasserlieferungen für einen Menschen in der akuten Nothilfe.
75
Sie finanzieren die dauerhafte Wasserversorgung für einen Menschen durch den Bau von Regenwasserspeichern (Birkas).
250
Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass eine ganze Klasse Wasserzugang an ihrer Schule bekommt.

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