Der aktuelle Ausbruch des Ebola-Fiebers in der Demokratischen Republik Kongo hat sich zu einer Notlage mit internationaler Reichweite entwickelt. Ausgangspunkt war die Region Ituri an der Grenze zu Uganda und Südsudan.
Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor der sich rasch ausbreitenden, tödlichen Epidemie. Besonders betroffen ist die Demokratische Republik Kongo. Aber inzwischen gibt es auch mehr als 100 bestätigte Infektionen und einzelne Todesfälle in Uganda.
Präventionsmaßnahmen werden eingeleitet
Angesichts der dramatischen Lage hat arche nova in den Projektregionen Präventionsmaßnahmen vorbereitet. Gemeinsam mit unserer langjährigen, lokalen Partnerorganisation, dem Katosi Women Development Trust (KWDT), werden in der Region rund um den Viktoriasee vorbeugende Maßnahmen umgesetzt, um das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus einzudämmen.
Da für die seltene Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus bislang weder zugelassene Impfstoffe noch spezifische Therapien existieren, kommt Präventionsmaßnahmen derzeit eine entscheidende Bedeutung zu. „Wir informieren die Bevölkerung über Symptome der Erkrankung und darüber, wie man sich vor einer Ansteckung schützen kann“, erklärt Anna Richter, Länderreferentin für Ostafrika bei arche nova.
Fischergemeinden am Viktoriasee im Mittelpunkt
Konkret werden Village Health Teams in unserem langjährigen Projektgebiet direkt vor Ort Sensibilisierungskampagnen durchführen, begleitet von Radiobotschaften und mit Hilfe von Infografiken. Auf unserem Einsatzplan mit KWDT stehen etwa 90 Dörfer rund um den Viktoriasee in den drei Distrikten Mukono, Buvuma und Kalangala. Damit erreichen wir vulnerable Fischergemeinden sowie Migrantinnen und Migranten aus anderen Landesteilen Ugandas und den Nachbarländern, insbesondere der Demokratischen Republik Kongo. Enge wirtschaftliche Verbindungen und unkontrollierte Seewege über den Viktoriasee machen hier die Kontaktverfolgung schwer. Hinzu kommen kulturelle Barrieren, die die Symptommeldung behindern. Besonders tragisch: In der akuten Infektionsgefahr sind strukturelle Defizite wie fehlende Infrastruktur und niedrige Bildung jetzt Risikotreiber.
Alle Aktivitäten werden eng mit lokalen Gesundheitsbehörden und weiteren Akteuren koordiniert.
Verheerende Notlage – aber die Mittel sind knapp
Die Weltgesundheitsorganisation rechnet mit einer weiteren Zuspitzung der Lage, denn die Ebola-Epidemie trifft auf eine Region, die von Gewalt, Vertreibung und Hunger geprägt ist, und wo es so gut wie keine funktionierende Infrastruktur gibt.
„Ebola breitet sich besonders dort schnell aus, wo Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser und Hygienemaßnahmen haben“, betont Anna Richter.
In diesem Sinne sei unsere langjährige Kooperation vor Ort schon immer ein Beitrag zur Gesundheitsvorsorge gewesen. Umso dramatischer, dass für diese existenziellen Projekte zunehmend die finanziellen Mittel fehlen. Auch jetzt in der akuten Notlage sei die Finanzierung von zusätzlichen Maßnahmen eine Herausforderung.
Als Sofortmaßnahme hat arche nova 7.500 Euro aus dem eigenen Nothilfefonds bereitgestellt. Um noch mehr Menschen vor der Ansteckung zu schützen, rufen wir darüber hinaus dringend zu Spenden auf.
arche nova in Uganda
Gemeinsam mit dem Katosi Women Development Trust stärkt arche nova in Uganda seit mehr als zehn Jahren die Lebensbedingungen von entlegenen Gemeinden am Viktoriasee. Im Mittelpunkt stehen der Zugang zu sauberem Trinkwasser, der Bau von Sanitäranlagen sowie Schulungen zu Hygiene, Abfallmanagement und Katastrophenvorsorge. Darüber hinaus stärkt arche nova insbesondere lokale Selbsthilfegruppen für Frauen, um die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden gegenüber Armut, Krankheiten und den Folgen des Klimawandels nachhaltig zu verbessern. arche nova und die lokale Partnerorganisation haben bereits in der COVID-19-Pandemie zum Infektionsschutz beigetragen und können jetzt auf die Erfahrungen zurückgreifen.