Dresden, 19.03.2026
In Dresden leben knapp 600.000 Menschen – ungefähr genauso viele im nordsyrischen al-Hasaka. Was beide Städte unterscheidet: Während sauberes Trinkwasser in der sächsischen Landeshauptstadt selbstverständlich ist, kann in al-Hasaka kaum jemand einfach den Wasserhahn aufdrehen.
Seit vielen Jahren leidet die Region unter massivem Wassermangel. Ein Grund ist die Klimakrise: sinkende Pegelstände des Euphrat, der wichtigsten Wasserquelle der Region, sowie zunehmende Dürreperioden. Gleichzeitig haben die Kämpfe der vergangenen Jahre die Wasserinfrastruktur schwer beschädigt. Immer wieder gerieten Wasserwerke, Pumpstationen und Leitungen direkt in das Visier der Konfliktparteien. Wasser wurde so nicht nur knapp, sondern auch gezielt zum Machtmittel.
Besonders dramatisch sind die Folgen der anhaltenden Wasserknappheit für Kinder, ältere Menschen und Familien in Notunterkünften und informellen Siedlungen, die bereits vor Gewalt und Zerstörung fliehen mussten. Um zu überleben, sind viele von ihnen seit Jahren auf Wasserlieferungen per Tanklaster angewiesen, wie sie auch arche nova in der Region organisiert.
„Wasser entscheidet in Nordostsyrien jeden Tag über Gesundheit, Würde und Überleben. Besonders in Notunterkünften und informellen Siedlungen ist die Lage extrem angespannt, weil dort hunderttausende Menschen auf engstem Raum und mit unzureichender Versorgung leben.“
Julian Jekel, Landesleiter Syrien
Eskalation in Nahost verschärft die Lage weiter
Syrien ist von den Folgen der militärischen Eskalation in der Region unmittelbar betroffen. Mehr als 80.000 Menschen sind in den vergangenen Tagen aus dem Libanon dorthin geflohen – in ein Land, in dem ihnen weder Schutz noch Perspektive sicher ist. Gleichzeitig sind die Preise für Lebensmittel und Treibstoff um 40 bis 50 Prozent gestiegen. Das verschärft die ohnehin prekäre Lage der Bevölkerung und stellt auch Akteure der humanitären Hilfe vor zusätzliche finanzielle Herausforderungen.
Auch im Libanon, wo aufgrund der Gefechte mittlerweile mehr als 1 Million Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht sind, ist arche nova im Einsatz. Aktuell verteilt die Hilfsorganisation Mahlzeiten an Menschen in Notunterkünften, darüber hinaus sollen in Kürze Trinkwasser, Babywindeln und weitere essenzielle Hygieneprodukte an besonders betroffene Familien verteilt werden.
"Trotz der eskalierenden Gewalt setzen wir unsere Hilfe im Libanon fort. Die Lage verändert sich derzeit von Stunde zu Stunde – als Hilfsorganisation ist es unsere Aufgabe, schnell und bedarfsgerecht zu reagieren.“
Margret Thieme, Länderreferentin Libanon
Gesprächsangebot:
Für weitere Informationen oder ein Interview stehen Ihnen Margret Thieme (Länderreferentin Libanon) und Julian Jekel (Landesleiter Syrien) gern zur Verfügung.