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Mangroven werden auf Samar zur „Tsunami-Bremse“

23. Februar 2017 - Philippinen
Das Pflanzen hat begonnen: In unserem Projekt auf den Philippinen setzen derzeit mehr als 120 freiwillige Hilferinnen und Helfer 18.000 Mangrovensetzlinge als Küstenschutz in die Erde. In sechs beteiligten Gemeinden stehen die ersten 10.000 Setzlinge seit diesem Winter in Baumschulen bereit, um an die Ostküste der Insel Samar gepflanzt zu werden. Bis Frühsommer sollen alle Setzlinge in der Erde sein.

Küstennahe Mangrovenwälder sind ein natürlicher Schutz vor Tsunamis und Sturmfluten, denn bei ausreichend dichtem Bewuchs der Küstenzone bremsen die Pflanzen die Wucht der Wellen ab. Unser Projekt sorgt für die Wiederaufforstung der durch Taifun Haiyan 2013 teilweise zerstörten Mangrovenwälder im Projektgebiet.

Lita T. Ramento gehört zu den Freiwilligen, die die Pflanzarbeiten übernehmen. Schon vor dem ersten Einsatz zieht die 31-Jährige bereits eine erste positive Bilanz: „Dass sich in unserer kleinen Gemeinde so viele Menschen ohne eine finanzielle Gegenleistung für eine Sache einsetzen, habe ich bisher nicht erlebt. Das beeindruckt mich sehr. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch nach dem Projekt so gut zusammenarbeiten.“
 

Die beteiligten Gemeinden eint die gemeinsame Erfahrung der Katastrophe von 2013, als Taifun Haiyan das Wasser wie ein Trichter in den Golf von Leyte drückte und so eine ungeheure Flutwelle auf die Insel schob, die Autos, Häuser und zahlreiche Menschenleben forderte. Lita T. Ramento und ihre Familie retteten sich ein eine nahegelegene Schule. Doch von ihrem Häuschen in der Ortschaft Pinamitinan ließ die Flutwelle nichts zurück. Jetzt, drei Jahre nach der Katastrophe, kämpfen Lita und ihr Ehemann noch immer jeden Tag darum, sich selbst ein Einkommen und den Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

Weil sie ihren Kindern auch über den Tag hinaus ein gutes Leben bieten will, engagiert sich die Mutter trotz der alltäglichen Sorgen im Katastrophen- und Küstenschutzprogramm von arche noVa und der Organisation Food For The Hungry Philippines (FHP). Als eine der ersten schrieb sie sich in die Liste der „Mangroven- und Strandwald-Schutz-Freiwilligengruppe“ (Mangrove & Beach Forests Protection Volunteers - MBFPV) ein. „Ich hatte das Bedürfnis, mehr über die Methoden zu lernen, wie man die Küstengebiete auf natürlich Weise vor Sturmfluten schützen kann“, erklärt Lita ihr Engagement.

Mangroven sind für die Region ein wichtiger Faktor – nicht nur als Küstenschutz. Sie sind Brutstätte zahlreicher Weichtiere, Krebstiere und Fischarten und damit die Basis für die Fischerei, von der auf Samar viele Menschen leben. Auch Litas Ehemann ist Fischer. Doch die Fischbestände sind seit 2013 stark zurückgegangen. Teilweise, weil Mangroven kurzsichtig abgeholzt wurden, teilweise, weil viele Küstenbewohner nach dem Taifun eher notgedrungen zu Fischern wurden, nachdem der Sturm ihre Kokosplantagen niederfegte.

Die philippinische Regierung hat inzwischen reagiert und das Abholzen von Mangroven unter Strafe gestellt. Auch stellte sie kurz nach dem Wirbelsturm finanzielle Mittel bereit, um Mangroven neu anzulegen. Das Projekt verlief jedoch nur wenig erfolgreich, da vor Ort kaum Wissen zur Wiederaufforstung vorhanden war. In der Folge wurde ein großer Teil der Pflanzen seither wieder ausgespült.

Dass Mangroven durchaus wiederaufgeforstet werden können, zeigen Erfahrungen aus anderen Küstenregionen. Unser Projekt baut auf diesen Erfahrungen auf und berücksichtigt die wichtigen Einflussfaktoren, damit die Setzlinge nicht schnell wieder fortgespült werden. In Trainingseinheiten, die FHP und arche noVa organisieren, haben Lita T. Ramento und die anderen Freiwilligen in den vergangenen Monaten unter anderem gelernt, welche Mangrovenarten es in der Region gibt, dass es auf eine gute Zusammensetzung verschiedener Flach- und Tiefwassermangrovenarten ankommt und dass ein enger Pflanzungsabstand eingehalten werden muss, damit die Jungpflanzen schnell Widerstandskräfte entwickeln können.