Blick auff hügeliges Flüchtlingscamp
© arche noVa

Bangladesch: Mobile Reha-Teams unterstützen Menschen mit Behinderungen im weltgrößten Flüchtlingscamp

Spenden

einmalig    regelmäßig
Kutupalong-Balukhali gilt als das größte Flüchtlingscamp der Welt. Die mehr als 914.000 Rohingya, die im Sommer 2017 aus Myanmar vertrieben wurden und in Bangladesch Zuflucht fanden, leben hier unter katastrophalen Bedingungen. Es fehlt ihnen an Wasser, Lebensmitteln, medizinischer Versorgung und vielem mehr. Besonders Menschen mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen leiden oft noch stärker unter diesen Zuständen. Deshalb leistet arche noVa hier Nothilfe. Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation CDD bauen wir barrierefreie Brunnen und organisieren mobile Reha-Teams, die im Camp traumatisierte und körperlich beeinträchtige Menschen behandeln und so zur Verbesserung der Situation beitragen.
Bangladesch
Simple World Map - Author: Al MacDonald Editor: Fritz Lekschas License: CC BY-SA 3.0 ID: ISO 3166-1 or "_[a-zA-Z]" if an ISO code is not available

Ende August 2017 begann die massenhafte Vertreibung der Rohingya aus Myanmar. Ganze Dörfer wurden niedergebrannt; Menschen verfolgt und bedroht. Fast eine Million Angehörige der ethnischen Minderheit flohen in das benachbarte Bangladesch. Etwa 914.000 von ihnen leben heute auf den Hügeln des Camps Kutupalong-Balukhali, dem am dichtesten besiedelten Flüchtlingscamp der Welt. Die meisten Menschen sind hier auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Rehabilitation von alten Brunnen

Im eilig errichteten Kutupalong-Balukhali-Camp war schnelle Hilfe gefragt, insbesondere was den Trinkwasserbedarf anging. Brunnen entstanden, die jedoch oft viel zu flach angelegt wurden. 2018 bohrte arche noVa deshalb vier Tiefbrunnen, die rund 3.000 Campbewohnerinnen und –bewohner versorgen.

Im Camp gibt es aber auch viele Brunnen, die auf Grund von Übernutzung und Alterung nicht mehr funktionieren. Die notwendigen Reparatur- und Wartungsarbeiten sind meist mit vergleichsweise geringem Aufwand durchführbar. arche noVa hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, mehr als zehn Brunnen in Stand zu setzen und damit mehr als 5.000 Menschen einen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Zusammen mit unserer lokalen Partnerorganisation Centre for Disability in Development (CDD) wird dabei gleichzeitig die Zugänglichkeit der Brunnenanlagen verbessert. So erhalten Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen einen Teil ihrer Selbstständigkeit zurück.

Große Anzahl beeinträchtigter Personen

Die Hilfsorganisation Relief International untersuchte 2017 die Anzahl der Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen im Flüchtlingscamp. Demnach weist fast jede achte Familie eine Person mit einer dauerhaften Behinderung auf. Dazu kommt eine große Zahl an Menschen, die während der gewaltsamen Vertreibung aus Myanmar Verletzungen durch Schüsse, Feuer oder Landminen erlitten haben. Die Folgeerscheinungen betreffen bei rund 17 Prozent der Familien mindestens ein Familienmitglied.

Finanzierung von Hausbesuchen und Therapiesitzungen

Unsere Partnerorganisation CDD möchte diesen Menschen helfen. Dafür sind sogenannte HBR (Home-Based Rehabilitation) Teams entstanden, die Hausbesuche durchführen. So wird auch Personen mit eingeschränkter Mobilität der Zugang zu einer Therapie und damit eine Verbesserung ihres Lebens ermöglicht. Die Reha-Teams bestehen dabei aus professionellen Physiotherapeut*innen, Psycholog*innen und therapeutischen Assistent*innen. Zusätzlich gibt es Einheimische aus den umliegenden Gemeinden, die sich freiwillig als Übersetzer*in engagieren. Behandelt werden unter anderem Menschen mit Wirbelsäulendeformitäten, posttraumatische und altersbedingte Komplikationen sowie Schlaganfälle. Auch Kinder zählen zu den Patient*innen.

arche noVa finanziert zwei Reha-Teams über drei Monate. Jeden Monat sind zwischen 250 und 350 Sitzungen geplant. Doch damit ist es nicht getan: Einige Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung benötigen Hilfsmittel, wie zum Beispiel Krücken, um das Leben mit Behinderung zu erleichtern. Auch solche Hilfsmittel werden von den Reha-Teams bereitgestellt und verteilt. Außerdem erhalten die Angehörigen der Patient*innen Anleitungen für selbständig durchführbare Übungen. Auf diese Weise können die Therapien auch fortgeführt werden, wenn die mobilen Teams nicht mehr im Einsatz sind. Dies verstärkt die Therapiewirkung immens, so dass größtmögliche Erfolge erzielt werden. Und - das Mehr an Beweglichkeit erleichtert den Alltag der betroffenen Menschen und ihrer Angehörigen merklich und nachhaltig.

Projektsteckbrief

Projektziel

Verbesserung der Lebensumstände der Bewohner*innen des Kutupalong-Balukhali Camps insbesondere von Menschen mit körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen und der Bevölkerung der umliegenden Gemeinden

Zielgruppe

ca. 5.000 Menschen – geflüchtete Rohingya und Bevölkerung der Nachbargemeinden sowie 250 Personen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen und deren Familien

Aktivitäten

•    Rehabilitation (Reparatur und Durchführung von Wartungsarbeiten) von über zehn Brunnenanlagen sowie deren barrierefreie Erweiterung
•    Therapiesitzungen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Schulung der Angehörigen zum selbstständigen Durchführen von Bewegungsübungen
•    Psychologische Beratung

Projektlaufzeit
Neues Projekt seit August 2019 bis Dezember 2019
Kooperationspartner

Centre for Disability in Development (CDD)

Förderer

•    private Spenderinnen und Spender
•    Hartkorn Gewürzmühle GmbH
•    Aktion Deutschland Hilft

AnsprechpartnerIn
Dana Ritzmann
Dana Ritzmann
Abteilung
Kommunikation
Funktion
Leitung Kommunikation und Presse
Telefon
0351 481984-16
E-Mail
dana.ritzmann [at] arche-nova.org
Förderer

Teilen: