Frauen auf dem Boden sitzend
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Mali: Mehr Perspektiven an den Toren der Sahara

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Der riesige Norden Malis mit einer Fläche doppelt so groß wie Deutschland gehört zu den vergessenen Krisenregionen der Welt. Schwer zugänglich, von der Zentralregierung vernachlässigt und von bewaffneten Konflikten gezeichnet bietet die Region den Menschen schwierige Lebensbedingungen. Hinzu kommen die enorme Hitze und Trockenheit am Südrand der Sahara. Angesichts der Vielzahl der Herausforderungen verfolgt arche noVa im Nordosten des Landes, in der Region Gao, einen breitgefächerten Projektansatz. In ländlichen Gemeinden und Schulen wird mit dem Ausbau von Brunnen und Toiletten die Basis für eine Verbesserung der Lebenssituation gelegt. Hinzu kommen einkommensschaffende Maßnahmen im Bereich Landwirtschaft und beruflicher Bildung.
Mali
Simple World Map - Author: Al MacDonald Editor: Fritz Lekschas License: CC BY-SA 3.0 ID: ISO 3166-1 or "_[a-zA-Z]" if an ISO code is not available

Der Nordosten Malis ist seit Jahrhunderten für seinen kulturellen Reichtum bekannt und gleichzeitig eine der ärmsten Regionen des ohnehin wirtschaftlichen schwachen Landes. Die jüngste Krise 2012 ist noch nicht überwunden. Zwar konnten bewaffnete Gruppen aus den größeren Orten verdrängt werden, aber längst sind nicht alle Konfliktherde erloschen. Die anhaltend schwierige Sicherheitslage macht wichtige Aufbauarbeiten zu einer Herausforderung. arche noVa ist als eine der wenigen internationalen Hilfsorganisationen vor Ort aktiv und arbeitet seit 2013 eng mit lokalen Organisationen zusammen, die die Lage vor Ort genau einschätzen und den Hilfsbedarf der Menschen kennen. Zu den drängendsten Problemen im Projektgebiet zählen der Wassermangel sowie die Chancenlosigkeit junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Unser Projekt ermöglicht den Bau von Brunnen und Sanitäranlagen, unterstützt Schulgemeinschaften und die berufliche Bildung.

Wasser ist die Basis

Zwischen der Saharawüste und dem fruchtbaren Nigertal herrscht in der Region Gao Sahel-Klima mit langen Trockenzeiten und kurzen Regenzeiten, die zunehmend unregelmäßig und unberechenbar geworden sind. Der Niederschlag reicht kaum für die Bewirtschaftung der Felder. Der Niger ist der größte Wasserlauf, der bisher die von der lokalen Bevölkerung genutzten Brunnen speiste. Bei den Gefechten wurden jedoch in der letzten Krise viele dieser Brunnen zerstört. Die Wasserversorgung ist knapp. Weite Wege beim Wasserholen müssen vor allem die Familien zurücklegen, die fernab des Flusses leben. Das Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) der Vereinten Nationen berichtet, dass 38 Prozent der Bevölkerung in der Region Gao keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser haben.

arche noVa ist seit 2013 im Bereich Wasser, Sanitär und Hygiene im Norden Malis engagiert. Das aktuelle Projekt findet in 21 Dörfern statt. Insgesamt werden 13 Brunnen neu gebaut und fünf bestehende ertüchtigt. Ein Schwerpunkt bildet die Wasserversorgung an Schulen. 21 Wasseranlagen werden repariert beziehungsweise ausgebaut. Für die Bevölkerung in drei besonders unter Wasserknappheit leidenden Dörfern baut arche noVa zudem kommunale Brunnen. Außerdem entstehen in zwei Orten, wo viele Menschen von der Viehhaltung leben, Tiertränken.

Mehr Gesundheit und Hygiene

Sichere Wasserversorgung bildet die Basis für alles, doch für eine umfassende Verbesserung der Lebensbedingungen reichen Brunnen alleine nicht. Erst mit dem Bau von Sanitäreinrichtungen und besseren Hygienepraktiken wird der Weg aus Armut, Mangelernährung und häufigen Erkrankungen möglich. arche noVa fördert offensiv den Bau von Toiletten, nicht zuletzt um die Wasserressourcen vor Verunreinigungen zu schützen. Zudem ist es eine Frage der persönlichen Hygiene und Würde, seine Notdurft nicht im Freien verrichten zu müssen. Gerade Mädchen, die ins Menstruationsalter gekommen sind, profitieren davon, wenn es an ihren Schulen Toiletten gibt. Mit dem Bau von Sanitäranlagen unterstützt arche noVa die jungen Frauen auf ihrem Weg zu Bildung und beruflichen Perspektiven.

Am Ende unseres Projektes werden alle Schulgemeinschaften (Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrerinnen und Lehrer) Wissen über Zugang und Nutzung der Wasser –und Sanitäranlagen sowie der Anwendung von Chlorierungstabletten besitzen. In den Schulen werden Hygieneclubs gegründet und Schulverwaltungs-Komitees aufgebaut. Sie übernehmen Wartung und Instandhaltung der Anlagen, dafür erhalten sie die entsprechenden Werkzeuge, Gerätschaften und Hilfsmittel.

Perspektiven eröffnen

In der Region Gao sowie in der gesamten Sahelzone sind Dürren und knappe landwirtschaftliche Produktion die Ursachen für Armut, Mangelernährung und Abwanderung. Um dieser Situation entgegenzutreten, unterstützen wir Landwirte und Viehzüchter. Viele von ihnen wurden in den letzten Jahren  in die Verschuldung getrieben oder gezwungen, ihre Tiere zu verkaufen. Andere waren in Nachbarregionen geflüchtet. Junge Menschen suchten sich Arbeit in der Stadt oder im Ausland. arche noVa unterstützt die Menschen dabei, neue Perspektiven zu erschließen. Das gilt auch für Rückkehrende. In den Projektdörfern soll mehr geerntet werden, sollen die Viehherden wachsen und die Fischerei mehr Ertrag bringen. Deshalb gibt es Schulungen zu Anbaumethoden, zum Gartenbau, zur Agroforstwirtschaft, zu Veterinärmedizin (insbesondere Impfungen) zu Fischereirecht und Fischereimethoden und zu Finanzmanagement. Die Beteiligten erhalten zudem das dafür notwendige Material, wie zum Beispiel Saatgut oder Werkzeuge. Ziel ist es, dass möglichst viele Beteiligte im Laufe des Projektes den Grundstein für eine eigene Geschäftstätigkeit legen beziehungsweise ihre Berufstätigkeit auf stabilere Füße stellen. Dreh- und Angelpunkt bilden 21 neue Spar-Kreditkooperativen und die enge Betreuung der Menschen in den Schulungen.

arche noVa Landesdirektorin Dagmar Thießen (Mali)

„Beim Zugang zu Land, Krediten und Saatgut werden Frauen in Mali traditionell stark benachteiligt. Dadurch sind sie von Armut besonders stark betroffen. Zugleich müssen sie oft die ganze Familie versorgen. Unser Projekt richtet sich ganz besonders an Frauen und Mädchen. Sie sollen die Schule abschließen und selber Geld verdienen können.“

arche noVa Landesdirektorin Mali Dagmar Thießen

Vor Ort

arche noVa verfolgt grundsätzlich den Ansatz, keine vorgefertigten Lösungen von außen in Projektgebiete zu tragen, sondern gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu agieren. Dementsprechend arbeiten wir in der Region Gao eng mit zwei lokalen Organisationen zusammen. NOR.DEV und NOUVEAUX HORIZONZ sind vor Ort verankert und kennen die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Menschen. Die beiden Organisationen übernehmen die Umsetzung des Projektes in enger Kooperation mit unserem lokalen Team in Mali. Alle Hilfsgüter und das notwendige Material werden lokal beschafft. Einheimische Firmen übernehmen nach Ausschreibung die Bauvorhaben. 

 

Projektförderung durch SKala

Unser Projekt „Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung sowie Einkommens- und Ernährungssicherheit in der Region Gao“ wird durch die SKala-Initiative gefördert. SKala ist eine Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten in Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus PHINEO. SKala fördert etwa 100 gemeinnützige Organisationen mit insgesamt bis zu 100 Millionen Euro in den Bereichen Inklusion und Teilhabe, Engagement und Kompetenzförderung, Brücke zwischen den Generationen sowie Vergessene Krisen. Unterstützt werden ausschließlich Organisationen, die gegenüber PHINEO eine große soziale Wirkung nachgewiesen haben.

 

AnsprechpartnerIn
Portrait Meike John mit roter Pumpe
Meike John
Abteilung
Kommunikation
Funktion
Redakteurin Öffentlichkeitsarbeit
Standort
Dresden
Telefon
0351 481984-12
E-Mail
meike.john [at] arche-nova.org

Projektsteckbrief

Zielgruppe

22.500 Menschen in 21 Dörfern

Projektziel

Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung sowie Einkommens- und Ernährungssicherheit in der Region Gao

Aktivitäten
  • Bau und Rehabilitierung von 21 Wasseranlagen und sanitären Einrichtungen in Schulen (16 Latrinenblöcke à 3 Latrinen, 15 Brunnenbohrungen)
  • Bau von 3 Brunnen und 2 Tiertränken in 3 Gemeinden
  • Bereitstellung von 50 Paketen Chlorierungstabletten (48.000 Tabletten pro Paket) zur Wasseraufbereitung in 3 Gemeinden
  • Bereitstellung von WASH-Kits für 26 Schulen mit Werkzeugen, Reinigungsmittel etc. zur Wartung und Instandhaltung der geschaffenen Einrichtung
  • Gründung von Hygieneclubs inklusive Hygieneschulungen an 26 Schulenp>
  • Gründung und Ausbildung von Schulverwaltungskomitees zur Wartung der Anlagen
  • Bodenverbesserung für die agrarische und forstliche Landwirtschaft durch Gründüngungspflanzen
  • Saatgut, Werkzeuge und Schulungen für 430 Landwirte
  • Aufbau von 6 Getreidespeichern
  • Schulung im Bereich medizinische Versorgung von Nutztieren - Bau von 5 Impfparks (befestigte Gatter, Impfstoffe) für 200 medizinische Tierhelfer
  • Ausstattung und Weiterbildung von 150 Fischern zu Fischereirecht und nachhaltigen Fischereimethoden
  • Ausstattung und Schulung für 21 Frauengruppen (252 Frauen) im Bereich Kleingartenbewirtschaftung und Agroforstwirtschaft
  • Aufbau eines 21 Spargruppen umfassenden Finanzsystems (Ersparnisse, Kredite)
 
Finanzvolumen
1.319.480€
Projektlaufzeit
01.07.2018 - 30.06.2020
Kooperationspartner
  • NOR.DEV (Nord et Developpement)
  • NOUVEAUX HORIZONZ
Förderer

SKala-Initiative der PHINEO gemeinnützige AG

 

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