Ukraine - Hilfsprojekt arche noVa
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Ukraine: Im vergessenen Konfliktgebiet Schäden beseitigen und Perspektiven eröffnen

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Seit knapp acht Jahren dauert der bewaffnete Konflikt in der Ostukraine jetzt schon an, vieles ist zerstört, anderes marode. Ein Teil der Menschen in der Region, besonders Alte und Kranke, kann sich kaum selbst versorgen. Die Ausbreitung von Covid-19 hat die dramatische Situation noch einmal verschärft. Laut UN-Schätzungen sind knapp 3 Millionen Menschen in der Ukraine auf Hilfe angewiesen. arche noVa war selbst mehr als drei Jahre mit WASH- und Bildungsprojekten vor Ort. Seit Ende 2019 kooperieren wir intensiv mit der lokalen NGO "New Way" in den Bereichen Wasserversorgung, Sanitär, Hygienepromotion, Gesundheitsvorsorge und jetzt auch im Bereich Stärkung von Gemeindestrukturen.
Ukraine
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Nach unserem Projekt mit dem Fokus auf Corona-Prävention haben wir im Oktober 2021 mit der Arbeit an einem neuen Projekt begonnen, das den nachhaltigen Auf- und Ausbau von Abwassersystemen und die Förderung kommunaler Selbstverwaltungsstrukturen zum Ziel hat. 

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bau und der Reparatur von WASH-Infrastruktur. So werden an insgesamt fünf Schulen und sieben Gesundheitseinrichtungen sanitäre Einrichtungen rehabilitiert oder neu gebaut. Dazu gehören Toiletten mit Handwaschgelegenheiten, Sickergruben und Entwässerungsfelder. Zudem werden zur Gewährleistung eines sicheren Umgangs mit Abwasser in zwei Kleinstädten Abwasserpumpstationen repariert.

Als weitere Projektkomponente werden Mitarbeitende von Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen sowie Versorgungsunternehmen im nachhaltigen Betrieb und in der Wartung der sanierten Abwasserinfrastruktur geschult. Gemeinsam mit dem Einbezug der Zielgruppen in Entscheidungsfindungsprozesse durch Initiativgruppen in den Gemeinden wird so die Selbstverwaltung durch mehr Eigenverantwortung gefördert.

Nicht zuletzt gehören auch Weiterbildungsmaßnahmen sowie Struktur- und Kompetenzentwicklung bei unserem Partner "New Way" zum Projekt. Durch eine Diversifizierung der Finanzierungsbasis kann die Rolle von "New Way" als wichtiger zivilgesellschaftlicher Akteur in der humanitären Hilfe, Übergangshilfe und Entwicklungszusammenarbeit gestärkt werden.

2016 - 2019: Ein Rückblick auf die Wiederaufbauhilfe in der Ostukraine

Ziel der Hilfsmaßnahmen von arche noVa in der Ostukraine war immer, nachhaltige Perspektiven für die Menschen vor Ort zu schaffen. Dafür realisierte arche noVa seit Beginn des Engagements im Winter 2016 bis zur Übergabe an die lokale NGO "New Way" verschiedene Unterstützungsprojekte. Hier ein Überblick.

Verbesserung der Wasserinfrastruktur in der Ost-Ukraine

arche noVa sanierte Wasserleitungen und Schultoiletten

Dafür, dass das Leben einigermaßen normal weiter gehen kann, Kinder zur Schule gehen können und eine Grundgesundheitsversorgung gewährleistet ist, schafften wir die Voraussetzungen. Zum Beispiel für regulären Schulunterricht: arche noVa sanierte Schultoiletten, reparierte Wasserleitungen und Trinkwasseraufbereitungsanlagen, auch in Kindergärten, Krankenhäusern und ländlichen Gesundheitsstationen.

  • Aktuellmeldung über die Sanierung von Schultoiletten in Trojitzke (Juni 2019):

        https://arche-nova.org/news/zum-dankeschoen-ein-froehliches-lachen

In der Ortschaft Triokiszbenka hatten Geschosse den Wasserturm der Schule getroffen. Nichts funktionierte mehr. Doch eine Reparatur in luftiger Höhe wäre zu gefährlich gewesen. Öffentliche Gebäude sind immer wieder im Fadenkreuz der Konfliktparteien. Unser lokales Team hat eine Alternative gesucht und schließlich einen Wassertank samt Leitungssystem im Keller errichtet. Außerdem führte arche noVa Hygieneschulungen durch, damit sich die Bevölkerung auf die besondere Wasser- und Sanitärsituation im Konfliktgebiet einstellen konnte.

Wärme für den Winter

Die Winter im Osten der Ukraine sind lang und kalt. Teil unseres Programmes war daher auch die Winterhilfe. Wir unterstützten die Menschen im Kriegsgebiet mit der Reparatur und Installation von Heizkörpern und Boilern, vorwiegend in Schulen und Krankenstationen, damit der Betrieb weiter laufen konnte. Wenn nötig, verteilten wir auch Heizöl und Kohle.

Kostenloses Coaching für den Berufseinstieg

Unser „Life Skill Programm“ wurde entwickelt, um jungen Menschen in der vom Konflikt betroffenen Region eine Perspektive zu bieten. Denn ihre Zukunft ist oft ungewiss. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler zwischen 15 und 19 Jahren und wird in 16 Berufsschulen in der Region Donetzk durchgeführt. Nach dem regulären Unterricht sitzen die Jugendlichen regelmäßig zusammen um all das zu lernen, was man neben der eigentlichen Berufsausbildung noch braucht, um erfolgreich berufstätig zu werden. Wie schreibe ich eine Bewerbung? Was bedeutet Teamarbeit? Wie mache ich meinen Standpunkt deutlich?  Die Lehrkräfte werden dafür von arche noVa geschult. Für den Unterricht erhalten sie ein Honorar.

 

Unterstützung der Zivilgesellschaft vor Ort

Hilfe für Binnenflüchtlinge und die im Konfliktgebiet zurückgebliebene Bevölkerung leisten oft kleine zivilgesellschaftliche Initiativen vor Ort. Um ihr Engagement zu unterstützen, zu professionalisieren und zu verstätigen, führte arche noVa für diese Zielgruppe Workshops zu den Themen Projektmanagement, Monitoring und Evaluierung durch.

Projektsteckbrief

Projektziel
  • Nachhaltiger Bau, Reparatur sowie die Erweiterung von WASH-Infrastrukturen
  • Förderung von Gemeinschaftsstrukturen zur Selbstverwaltung
Zielgruppe
Die Zivilbevölkerung in den Gemeinden Shchastynskyi raion (Region Luhansk) und Druzhkivska und Illinivska Amalgated Communities (ATC) in der Region Donetsk (insgesamt ungefähr 17.700 Menschen). Ein spezieller Fokus liegt dabei auf Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen und Nutzern sowie Mitarbeitenden der lokalen Versorgungsunternehmen. Angrenzende Gemeinden profitieren zudem ebenfalls durch verbesserte Leistungen und die Vermeidung von ungeklärtem Abwasser.
Aktivitäten
  • Bau von sicheren sanitären Einrichtungen, einschließlich Toiletten mit Handwaschgelegenheiten, Sickergruben und Entwässerungsfeldern in 5 Bildungs- und 7 Gesundheitseinrichtungen
  • Sanierung von Abwasserpumpstationen zur Gewährleistung eines sicheren Umgangs mit Abwässern in 2 Kleinstädten
  • Schulung des technischen Personals ausgewählter Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen sowie von Versorgungsunternehmen im nachhaltigen Betrieb und in der Wartung der sanierten Abwasserinfrastruktur
  • Aufbau und Weiterbildung von Initiativgruppen in Gemeinden und Verbesserung der Kommunikation zwischen den Gruppen und anderen lokalen Akteuren 
  • Jede Initiativgruppe erhält finanzielle Unterstützung, um ein kleines Gemeinschaftsprojekt in ihrer Gemeinde zu realisieren wie beispielsweise den Bau eines Spielplatzes oder die Verbesserung von Infrastruktur
  • Weiterbildungen und Struktur- und Kompetenzentwicklung für die lokale Partnerorganisation "New Way"

 

Projektlaufzeit
Oktober 2021 bis April 2024
Kooperationspartner
  • New Way
Förderer
  • BMZ, Wilo Foundation, Aktion Deutschland Hilft
Förderer

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