Mann schaut über das zerstörte Beirut
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Libanon: Hilfe nach Explosion in Beirut

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Die Explosion im Hafen von Beirut am 4. August 2020 traf den Libanon inmitten einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise. arche noVa und unsere lokalen Partner leisteten Nothilfe und helfen jetzt den Betroffenen der Katastrophe bei der Bewältigung der Folgen.
Libanon
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Ein großer Teil der Bevölkerung Beiruts wurde von den Folgen der Explosion so schwer getroffen, dass sie auf Hilfe von außen angewiesen sind. Das gilt insbesondere für die Bewohnerinnen und Bewohner der armen Stadtviertel sowie für besonders gefährdete Menschen, wie alleinerziehende Mütter.

Verteilungen an Frauen im Stadtteil Karantina

Als Teil unserer Nothilfe nach der Explosions-Katastrophe hat unser Team im Stadtteil Karantina 1.000 Hygienepakete verteilt. Karantina ist einer der ärmsten Bezirke Beiruts. Hier waren die Schäden in Folge der Explosion nicht so spektakulär wie an den schicken Gebäuden in Hafennähe, dafür ist der Hilfsbedarf umso größer. Denn hier leben Menschen, die die Krise nicht aus eigener Kraft bewältigen können.

Unsere Hilfsgüter kommen besonders bedürftigen Menschen zugute, darunter vor allem von Frauen geführte Haushalte. Bei den 1.000 Paketen handelt es sich um sogenannte "Dignity-Kits", die die besonderen Bedürfnisse von Frauen berücksichtigen. Aus unserer langjährigen Arbeit wissen wir, dass Frauen in Krisensituationen oft zurückstecken müssen. Ihr Bedarf nach Menstruationshygiene spielt in Familien eine untergeordnete Rolle. Wir aber wollen, dass die Frauen und Mädchen gerade in akuten Notsituationen, wo der Alltag eh schon kompliziert ist, wenigstens mit Hygieneartikeln gut versorgt sind.

Diese Nothilfe wurde in Kooperation mit DPNA (The Development for People and Nature Association) umgesetzt

Toiletten und Duschkabinen in Notunterkünften

Das Libanesische Rote Kreuz, mit dem arche noVa seit den Anfängen der Corona-Krise im Libanon eng zusammengearbeitet, bat unser Team, in Beirut mobile Sanitäranlagen bereitzustellen. Ende August wurden zehn mobile Toiletten und zehn Duschkabinen in die Notunterkünfte in Beirut geliefert, damit die Menschen dort trotz enger Verhältnisse ihre Hygienebedürfnisse befriedigen können. Außerdem wurden dort 1.130 Desinfektionspakete verteilt, um das Ansteckungsrisiko für Covid-19 so gering wie möglich zu halten.

Psychosoziale Hilfe für Kinder und Jugendliche

Auch mehrere Monate nach der Explosion brauchen viele Betroffene weiter dringend Hilfe, um die Wunden der Katastrophe zu verarbeiten. arche noVa unterstützt rund 500 Kinder und Jugendliche sowie ihre Eltern psychosozial, damit diese ihre traumatischen Erlebnisse verarbeiten können. Dazu wird ein geschützter Raum geschaffen, in dem ein extra dafür geschultes Team Begegnungsmöglichkeiten, Einzelgespräche und  Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche eröffnet. Das Programm richtet sich an zwei Gruppen, die jeweils einen Monat lang betreut werden. Im Gespräch und Spiel finden die 12- bis 18-Jährigen wieder Halt und können ihre Erlebnisse während und nach der Explosion verarbeiten. Unser Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil Karantina. Unser Implementierungspartner für diese Aktivität ist die lokale Organisation DPNA (The Development for People and Nature Association).

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des psychosozialen Angebote erhalten von arche noVa außerdem so genannte „Back to School-Pakete“. Mit den Schulheften, Stiften und weiteren Schulutensilien bekommen die Schulkinder die Ausstattung, die Lernen unter schwierigen Umständen überhaupt erst möglich macht.

Ein weiterer Schlag für ein Land am Limit

Die Explosions-Katastrophe in Beirut traf ein Land, das bereits zuvor mit zahlreichen Krisen und Herausforderungen zu kämpfen hatte. Angefangen mit dem Syrienkonflikt und der Unterbringung von rund 1,5 Millionen Geflüchteten über mangelnde Infrastruktur und eine desaströse Wirtschaftslage hin zu einer Regierungskrise und zu weiter steigenden Corona-Infektionszahlen. arche noVa engagiert sich seit vielen Jahren im Libanon. Dazu zählt ein Schulprojekt für geflüchtete Kinder aus dem Nachbarland Syrien. Ebenfalls wichtig ist unser Projekt im Bereich Wasser, Sanitär und Hygiene in den Distrikten Akkar und Nordlibanon, wo die Infrastruktur seit Jahrzehnten unzureichend ist. 

Projektsteckbrief

Projektziel

Humanitäre Hilfe und psychosoziale Unterstützung von vulnerablen Menschen, die durch die Explosion in Beirut betroffen wurden

Zielgruppe
  • 1.000 Haushalte in von der Explosion betroffenen Stadtteilen
  • Bewohnerinnen und Bewohner in Notunterkünften in Beirut
  • 500 von der Explosion betroffene Schulkinder

 

Aktivitäten
  • Verteilung von 2.130 Hygienekits
  • Verteilung von 3.000 Back-to-School Kits
  • Errichtung von 10 Toiletten und Duschkabinen an Notunterkünften
  • Psychosoziale Unterstützung-

 

Projektlaufzeit
Seit August 2020
Förderer
  • Libanesisches Rotes Kreuz
  • DPNA
  • Tankamel Sawa
  • Aktion Deutschland Hilf
  • BMZ

 

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