Especially women and children benefit from safe fountains nearby
arche noVa/Thomas Rommel

Äthiopien: Wasserquellen erschließen, um Hunger und Mangelernährung vorzubeugen

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Seit mehr als zehn Jahren legt die Wirtschaft Äthiopiens im Schnitt zwischen 8 und knapp über 10 Prozent zu. Einige groß angelegte Infrastrukturprojekte zogen auch Geld aus dem Ausland an und verhalfen dem Land seither zum Ruf, einer der chancenreichsten Aufstiegskandidaten in die Liga der Schwellenländer zu sein. Andererseits: Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung lebt nach wie vor von der Landwirtschaft, ein Drittel ist von Armut betroffen und ein Zehntel gilt als unterernährt. Aus diesem Grund setzt sich arche noVa für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Landbevölkerung ein.
Äthiopien
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Zu viel und zu wenig Wasser

Das bange Gefühl der Unsicherheit, ob die Vorräte bis zur nächsten Ernte reichen, ist den Menschen in den Distrikten Wuchale und Jidda etwa 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt Addis Abeba sehr vertraut. Immer wieder suchen Dürren die arche noVa Projektregion heim. Kurze, aber sehr heftige Regenfälle in der Regenzeit führen wiederum nicht selten zu Überschwemmungen und Ernteausfällen. Dieser Wechsel aus Zuviel und Zuwenig wird für die kleinbäuerlichen Familien schnell zum existenziellen Problem. Denn sie bekommen von ihrem Land ohnehin kaum so viel zurück, wie sie selbst zum Leben brauchen und müssen sich stets neu auf diese schwierigen Bedingungen einstellen. Vielen fehlt es jedoch am Wissen über angepasste Anbaumethoden, Gründe für Bodenerosion oder dürreresistente Pflanzensorten. Die Monokulturen, die sich hier in den letzten Jahren eingeschliffen haben, sind im Gegenteil oft besonders anfällig.

Frauen und Kinder besonders betroffen

Wenig Wasser bedeutet weite Wege. Über viele Kilometer schleppen vor allem Frauen und Kinder tagtäglich das dringend notwendige Wasser für ihre Familien heran. Die unzähligen Stunden, die sie mit dieser Aufgabe verbringen, sorgen dafür, dass vielen von ihnen eine gute Ausbildung und andere Einkommensmöglichkeiten verwehrt bleiben.

Abgesehen von der verfügbaren Menge erweist sich auch die Qualität des Wassers als problematisch: Mehr als 90 Prozent der hier lebenden Menschen beziehen gezwungenermaßen ihr Wasser aus unsicheren Quellen, wie Flüssen oder stehenden Gewässern. Insbesondere diese offenen Wasserquellen sind sehr anfällig für verschiedenartige Verunreinigungen. Trinken Menschen dieses Wasser, erkranken sie oft an hygienebedingten Krankheiten, wie etwa Durchfall, Typhus oder Darmparasiten.

Wasser zum Trinken, Wasser zum Leben

arche noVa realisiert mit diesem Projekt in insgesamt 23 Dörfern der beiden Distrikte eine Vielzahl von Aktivitäten, die den Menschen vor Ort helfen, sich langfristig mit sicherem Trinkwasser zu versorgen und sichere, ertragreiche Ernten zu erzielen. Damit knüpfen wir an ein Projekt an, das wir ab 2013 in der Region gemeinsam mit der äthiopischen Partnerorganisation SUNARMA umgesetzt haben.

Für die Einwohnerinnen und Einwohner der Dörfer soll sich nicht nur der Zeitaufwand erheblich verringern, den sie zur Beschaffung von Wasser benötigen, sie sollen auch an jedem Tag im Jahr mindestens zwei Mahlzeiten zu sich nehmen können.

So werden fünfzehn bis zu 40 Meter tiefe Brunnen ausgehoben, die sicheres Trinkwasser liefern. Um die landwirtschaftlichen Anbauflächen zu bewässern, installieren SUNARMA und arche noVa Quellwasserkanalsysteme, die teilweise mit einfach zu wartenden Pumpensysteme betrieben werden. Zur Versorgung des Viehs errichten wir darüber hinaus Viehtränken.

Frauengeführte Haushalte weiter stärken

Die Auswertung des Vorgängerprojektes zeigte, dass Frauen besonders von den durchgeführten Aktivitäten profitiert haben und nun eine aktivere Rolle in ihren Gemeinden einnehmen, es aber noch Bedarf gibt, sie weiter in diesem Prozess zu stärken. Ein spezieller Schwerpunkt des neuen Projekts liegt daher auf von Frauen geführten Haushalten und besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Diese werden in engem Austausch mit SUNARMA und der Dorfbevölkerung in moderierten Diskussionsrunden zu Beginn des Projekts identifiziert.

Maßnahmen, von denen Frauen ganze besonders profitieren, sind beispielsweise der Bau von Waschbecken in unmittelbarer Nähe von Brunnen. Dank dieser Bassins verkürzt sich der Weg, den die Frauen zum Wäschewaschen zurücklegen müssen. Andererseits werden Latrinenblöcke gebaut, die für alle Geschlechter eine Verbesserung der Hygienesituation bewirken. Doch auch hiervon profitieren Frauen in besonderem Maße, denn sie setzen sich selbst nicht unerheblichen Gefahren aus, wenn sie sich in Ermangelung von Toiletten einen Platz im Freien für Ihre Notdurft suchen.

Ein weiterer zentraler Aspekt der Projekts sind zahlreiche Übungen und Trainings zu verschiedenen Themenfeldern, angefangen bei der Weiterbildung zur Wartung der neu gebauten Anlagen, über Schulungen im Umgang mit Hygiene, bis hin zu Workshops in den Bereichen Landwirtschaft und Bewässerung.

Für dieses Projekt spenden

25
Betonrohr für Bewässerungsanlage
75
Saatgut für 13 kleinbäuerliche Familien
150
1 Tag Hygienetraining

Projektsteckbrief

Zielgruppe
Etwa 16.500 Menschen in 23 Dörfern der Distrikte Wuchale und Jiddain in der Oromia-Region, Äthiopien
Projektziel

Verbesserter Zugang zu sicherer Wasserversorgung und Ernährungssicherung in 23 Dörfern der Distrikte Wuchale und Jidda in der Oromia-Region, Äthiopien

Aktivitäten
  • Bau von 15 Brunnen
  • Bau von 4 öffentlichen Gemeindelatrinen
  • Bau von 2 Waschbasins
  • Installation von 4 Bewässerungspumpen
  • Bau von 4 Quellwasserbecken und Kanalsystemen zur Bewässerung der Felder
  • Bau von 2 Viehtränken
  • Verteilung von Werkzeug und Saatgut
  • Capacity Building (Trainings zu Anbaumethoden und Bewässerung, Hygiene-Trainings, Trainings zur Wartung der Anlagen, Vernetzungstreffen)
Projektlaufzeit
Ab Januar 2017
Kooperationspartner

Sustainable Natural Resources Management Association (SUNARMA)

Förderer
  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
  • Private Spenderinnen und Spender
AnsprechpartnerIn
Foto Christian Franz
Christian Franz
Abteilung
Kommunikation
Funktion
Referent Fundraising & Kooperation
Standort
Dresden
Telefon
0351 481984-15

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