Bau eines Regenwassersammeltanks

Myanmar: Nach jahrzehntelangen Unruhen die Weichen für Dörfer im Karen State neu stellen

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Seit über einem halben Jahrhundert sind die Menschen im Karen Staat im Südosten Myanmars die Leidtragenden eines bewaffneten Konfliktes zwischen der Regierung und nach Unabhängigkeit strebenden Gruppierungen. Obwohl seit dem Ende der Militärdiktatur im Jahr 2011 erste Schritte in Richtung Demokratie gemacht wurden und die vereinbarte landesweite Waffenruhe Hoffnung auf ein Voranschreiten des Friedensprozesses birgt, bleibt die Lage für die Bevölkerung angespannt.
Neben den internen Konflikten ist Myanmar immer wieder Erdbeben, Wirbelstürmen und Überflutungen ausgesetzt. Es gilt als eines der am stärksten von Naturkatastrophen betroffenen Länder der Welt.
Myanmar
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Die jahrzehntelangen gewalttätigen Unruhen trieben viele Menschen in die Flucht. Über 100.000 Menschen suchten Schutz im benachbarten Thailand, weitere 80.000 leben als Binnenflüchtlinge nach wie vor im Karen Staat. Zudem wurde durch den andauernden Konflikt die Infrastruktur vielerorts zerstört, sodass in weiten Teilen des Staates die öffentliche Versorgung völlig zusammengebrochen ist. Etwa 40% der Bevölkerung haben keinerlei Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung, Sanitäreinrichtungen sind Mangelware und viele Haushalte haben jedes Jahr mit Lebensmittelknappheit zu kämpfen. Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Konflikts ist groß, doch das bedeutet auch, dass viele der Geflüchteten in ihre Heimat zurückkehren werden. Dies wird die ohnehin prekäre Situation in den Aufnahme-Gemeinden im ländlichen Karen Staat noch weiter verschärfen.

Um die Lebensbedingungen und den Gesundheitszustand von über 12.600 Menschen im Projektgebiet zu verbessern, beginnt arche noVa gemeinsam mit der Johanniter Unfallhilfe und vier lokalen Partnerorganisationen ein drei Jahre andauerndes Projekt. Ein besonderes Augenmerk legen wir bei allen Maßnahmen auf die Bedürfnisse von Frauen und Kindern.

Gesundheitsvorsorge

Im Projektgebiet werden fünf Gesundheitszentren aufgebaut und ausgestattet. Dort werden sowohl Krankheiten wie Malaria, Atemwegsentzündungen und Durchfallerkrankungen behandelt, als auch präventive Gesundheitsvorsorge geleistet. Ebenfalls wird eine Apotheke mit wichtigen Medikamenten zur Behandlung der Krankheiten ausgestattet. In jedem der 39 Projektdörfer gründen wir Gesundheitskomitees und schulen diese in Krankheitsprävention und in Erster Hilfe. Danach werden die Mitglieder der Komitees selbst regelmäßige Aufklärungsveranstaltungen zur Gesundheitsvorsorge und zum Schutz vor Infektionen in den Dörfern und Schulen durchführen.

Wasser, sanitäre Infrastruktur und Hygiene

Ein weiterer wichtiger Beitrag, um Krankheit vorzubeugen, ist richtige Hygiene. Neugegründete Wasserkomitees führen in den Dörfern und Schulen Hygieneaufklärung durch, verteilen Hygienekits und Informationsmaterial und erklären den Zusammenhang zwischen guter Hygiene und Gesundheit. Außerdem werden 2.000 neue Haushaltslatrinen und zwölf Schullatrinen errichtet. Mit Unterstützung unseres Teams installieren und warten die Bewohnerinnen und Bewohner die Haushaltslatrinen eigenständig.

Sauberes Wasser ist überlebensnotwendig, deshalb bauen und renovieren wir Wasserversorgungssysteme. Um die Funktionsfähigkeit der Anlagen auch nach Projektende zu gewährleisten, übernehmen die ausgebildeten Mitglieder der Komitees die Verantwortung für die Systeme.

Ernährungssicherung

Eines der drängendsten Probleme der Menschen in der Region ist die andauernde Lebensmittelknappheit, viele Kinder leiden an chronischer Unterernährung. Um zukünftige bessere Ernteerträge erzielen zu können, werden Bauern in neuen Trainingszentren von Experten aus der Region geschult. Der Fokus der Trainings liegt unter anderem auf organischer Landwirtschaft und der Produktion von Biodünger. Auch Haushalte und Schulen erhalten Saatgut und Gartengeräte und können so ihre eigenen Gärten anlegen. Mit den eigenständig angebauten Kräuter- und Gemüsesorten wird die Ernährung der Familien nicht nur vielfältiger, sondern auch das ganze Jahr über stabiler.

Doch nicht nur schlechte Ernteerträge, auch die falsche Lagerung von Reis und Saatgut führt zu Lebensmittelknappheit. Durch Feuchtigkeit, Nagetiere oder Insekten kommt es selbst kurz nach der Ernte zu Reisknappheit und fehlende Lagermöglichkeiten verschlechtern die Situation noch. In jeder Gemeinde werden deshalb gemeinschaftlich Lösungen und Lageralternativen für das bestehende Problem gesucht. All diese Maßnahmen werden die Ernährungssicherung im Projektgebiet steigern und zukünftige Lebensmittelknappheit eindämmen.

Obwohl die Menschen im Karen Staat direkt vom bewaffnenten Konflikt betroffen sind, hatten sie im anlaufenden Friedensprozess noch keine Möglichkeit ihre Interessen zu vertreten. Gerade für die Bedürfnisse der Binnenvertriebenen gibt es kein Forum. In Workshops zu Themen wie Umweltschutz, Landrechte und Konfliktmanagement erfahren die Teilnehmenden mehr über ihre Rechte und wie sie aktiv an Politik und Zivilgesellschaft teilhaben können. Zusätzlich bieten diese Workshops eine Plattform, um mit Akteuren aus Politik und Zivilgesellschaft über Entwicklungsprobelme, öffentliche Versorgungsleistungen und soziale Schutzmaßnahmen zu diskutieren. Diese Workshops sollen zusammen mit allen anderen Maßnahmen des Projektes den Männern und Frauen im Projektgebiet das Vertrauen an den Friedensprozess zurückgeben.

Für dieses Projekt spenden

50
Sie unterstützen Trainings zum Anlegen von Küchen- und Schulgärten.
100
Helfen Sie bei dem Bau von Schultoiletten.
150
Damit unterstützen Sie den Neubau eines Gesundheitszentrums.

Projektsteckbrief

Zielgruppe

12.600 Menschen in 39 Dörfern im Karen Staat

 

Projektziel

Verbesserung der Lebensbedingungen für zurückkehrende Flüchtlinge und die Menschen in den Aufnahme-Gemeinden

Aktivitäten

Gesundheit:

  • Bau von fünf Gesundheitszentren
  • Ausbildung von Ersthelfern

Wasser, Sanitär, Hygiene:

  • Bau von verschiedenen Wasserversorgungsanlagen
  • Bau von Schullatrinen
  • Durchführung von Hygieneschulungen

Ernährung:

  • Bau eines Trainingszentrums für Bauern
  • Anlegen von Kleingärten

Friedensförderung:

  • Workshops zu Konfliktmangement und Land- und Menschenrechten
Projektlaufzeit
September 2016 – August 2019
Kooperationspartner
  • Johanniter Unfallhilfe
  • Karen Department for Health and Welfare (KDHW)
  • Committee for Internally Displaced Karen People (CIDKP)
  • Karen Office of Relief and Development (KORD)
  • Karen Development Network (KDN)

Förderer
  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Private Spenderinnen und Spender
AnsprechpartnerIn

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