Myanmar - Shan State - Pan Lawt PWS Extension
arche noVa

Myanmar: Gesundheit, Bildung, Katastrophenvorsorge und Selbstverwaltung im Shan State

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Seit 1948 wird Myanmar immer wieder von militärischen Konflikten erschüttert. In der Region des Shan State im Norden des Landes haben die Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und verschiedenen Milizen ethnischer Minderheitsgruppen die Lebensbedingungen der Zivilbevölkerung erheblich beeinträchtigt. Ein Drittel der Menschen lebt unterhalb der Armutsgrenze.

arche noVa ist seit November 2013 gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Sopyay Myanmar Development Organisation (SMDO) im Shan State aktiv, um die Menschen mit dem Wiederaufbau der lokalen Infrastruktur, der Durchführung von Wasser-, Sanitär und Hygienemaßnahmen und mit Fachwissen zum Katastrophenschutz zu unterstützen.
Myanmar
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Trotz der Unterzeichnung des nationalen Friedensabkommens im Oktober 2015 kommt es immer wieder zu Kämpfen im nördlichen Shan Gebiet. Durch die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen dem Militär des Landes (Tat Ma Daw) und verschiedenen ethnisch bewaffneten Gruppen  ist ein Großteil der Infrastruktur der Region zerstört worden. Zudem hat der Konflikt massive Fluchtbewegungen ausgelöst, die die schon marode Struktur der Gegend noch zusätzlich belasten.

Die Gesundheitssituation verbessern

Bedingt durch ein mangelhaftes Wissen über Hygiene vor Ort, eine unzureichende und durch den Konflikt noch weiter zerstörte Wasser- und Sanitärversorgung, ist das Risiko groß, dass sich wasserindizierte Krankheiten ausbreiten. Abgelegene und verunreinigte Wasserquellen als auch fehlende Müllentsorgungssysteme in den Siedlungen stellen ein großes Gesundheitsrisiko für die Menschen dar.

Um die Situation zu verbessern, konstruiert und rehabilitiert arche noVa mit ihren lokalen Partnern Wassersysteme. Für die Instandhaltung der Wasserversorgungssysteme wird ein eigenes Bezahlsystem eingerichtet. Zudem werden gemeinsam mit den Gemeindemitgliedern Toiletten und Handwaschgelegenheiten errichtet. Ein Putz- und Instandhaltungsplan sorgt dafür, dass die Anlagen lange in einem guten Zustand bleiben. Zusätzlich wird jede Gemeinde mit Hygieneartikeln ausgestattet. Ebenso werden Hygieneschulungen durchgeführt und Hygienebeauftragte ausgebildet, deren Aufgabe es ist, die Menschen über hygienisches Handeln aufzuklären und auch über die Projektdauer hinaus für Fragen bereitzustehen.
Daneben wird ein sicheres und umweltgerechtes Abfallentsorgungssystem zu besseren Hygienebedingungen in den Gemeinden beitragen. Die Finanzierung der Kosten für die Maßnahmen wird langfristig über einen gegründeten Dorfentwicklungsfonds sichergestellt.

Schulen instand setzen

Nicht nur die Wasser- und Sanitäranlagen haben unter den bewaffneten Auseinandersetzungen gelitten, auch Schulen wurden in Mitleidenschaft gezogen. arche noVa kümmert sich um Neubau und stattet die Schulen mit Toiletten, Wassersystemen, Waschgelegenheiten und Abfallentsorgung aus. Für Lehrerinnen und Lehrer werden Unterkünfte errichtet und sie erhalten in Hygieneschulungen Wissen, das sie anschließend an die Kinder weitergeben können.

Strukturen zur Selbstverwaltung aufbauen

In den Gemeinden werden Dorfentwicklungskomitees gegründet, deren zukünftige Aufgabe es ist, die Gemeindeinteressen zu vertreten und Kleinstprojekte zu planen und umzusetzen, die die Basisinfrastruktur im Dorf verbessern, wie beispielsweise der Bau von Wegen und Brücken. Die Mitglieder der Komitees werden intensiv zum Thema Projektmanagement geschult.

In einem spezifischen Dorfentwicklungsplan, der gemeinsam  ausgearbeitet wird, definiert die Dorfgemeinschaft die ersten Projekte und ihre Umsetzung. Ein Dorfentwicklungsfond, in den alle Gemeindemitglieder einzahlen und der die Finanzierung der Projekte unterstützt, stärkt das Verantwortungsgefühl für alle. Um die Situation auch nachhaltig zu verbessern, muss die Kommunikation zwischen den einzelnen Siedlungen und den lokalen Autoritäten gestärkt werden. Zu diesem Zweck treiben wir die Vernetzung mit den offiziellen Stellen voran.

Die Auswirkungen von Katastrophen verringern

Myanmar ist eines der am meisten von Naturkatastrophen bedrohten Länder der Erde. In den letzten zehn Jahren wurde das Land von Erdbeben, Zyklonen, Fluten und einem Tsunami getroffen. Allein Zyklon Nargis forderte 2008 im südlichen Myanmar 130.000 Todesopfer. Prognosen bescheinigen der Region in Zukunft, dass sich durch den Klimawandel die Lebensbedingungen weiter verschärfen werden.

Um die Selbsthilfekapazitäten und Widerstandsfähigkeit der Gemeinden im Katastrophenfall zu stärken wird ein kommunaler Katastrophenmanagementplan entwickelt. Darin festgehalten werden lokal angepasste Maßnahmen wie z.B. die Installation von Frühwarnsystemen, Evakuierungspläne und –wege und die Verteilung von Informationsmaterial. Die Mitglieder der Dorfentwicklungskomitees und die Katastrophenvorsorgebeauftragten jeder Gemeinde werden zudem in mehreren Trainingseinheiten mit den Konzepten und Ansätzen der Katastrophenvorsorge vertraut gemacht.Mit den Schulkindern werden Evakuierungssimulationen und Sensibilisierungsmaßnahmen durchgeführt, um sie für die Möglichkeiten sich und sein Umfeld zu schützen zu sensibilisieren.
 

Um für den Notfall gerüstet zu sein, werden Evakuierungsübungen durchgeführt, Gemeindemitglieder zu Ersthelfern ausgebildet und die Zusammenarbeit mit der lokalen Feuerwehr gestärkt. Lehrmaterialen in lokaler Sprache werden für Schulen, Gemeinden und öffentliche Institution produziert. Zudem werden Regenwassersammeltanks auf Gemeinde- und Schulebene errichtet um im Notfall möglichst viele Familien mit Wasser versorgen zu können.
Um die Vorhaben von arche noVa im Shan State erfolgreich umsetzen zu können, stimmen wir uns mit den Autoritäten der Region und anderer im Gebiet agierender Organisationen ab, um gemeinsam mehr bewirken zu können.

Mit einer Spende für arche noVa unterstützen Sie unsere Arbeit im Shan und geben den Menschen vor Ort eine Perspektive.

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50
Ihr Beitrag zum Bau von Schultoiletten.
75
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Projektsteckbrief

Zielgruppe
  • ca. 8.000-10.000 Personen aus ca. 1.500 Haushalten
Projektziel
  • Verbesserung der Gesundheitssituation durch einen fai-ren und gerechten Zugang zu Wasser, sicheren sanitären Anlagen und Hygienekenntnissen
  • Verbesserung des Lernumfelds für Schülerinnen und Schüler durch einen verbesserten Zugang zu Schulen inkl. der sanitären Anlagen
  • Stärkung der Gemeinden durch den Aufbau aktiver Selbstverwaltungsstrukturen
  • Verbesserte Kapazitäten in der Katastrophenvorsorge als auch im Katastrophenmanagement stärken die Widerstandfähigkeit der Gemeinden und verringern die Auswirkungen von Katastrophen.

 

Aktivitäten
  • Installation von Wassersystemen (Gravity-Flow Pipe Water Supply Systmes, Brunnen, Hand-und Solarpumpanlagen, Wasserbasins)
  • Ausbildung von WASH-Beauftragten
  • Bau von Haushaltslatrinen,
  •  Hygieneschulungen und Verteilung von Hygieneartikeln
  • Einrichtung von Müllverbrennungsplätzen
  • Bau von Schulen mit Wasser und Sanitäranlagen und Spielplätzen
  • Etablierung und Ausbildung von WaSH Klubs in Schulen
  • Verteilung von Stühlen, Tischen und Lehrmaterial
  • Entwicklung und Umsetzung eines Dorfentwicklungsplans für jede Gemeinde
  • Etablierung und Ausbildung von Dorfentwicklungskomitees
  • Unterstützung der Gemeinden in der Umsetzung von Kleinstprojekten
  • Aufbau, Ausbildung und Ausstattung von Katastrophenmanagement Komitees inklusive Erste Hilfeschulungen
  • Erstellung und Umsetzung von Katastrophenvorsorgeplänen für spezifische Anforderungen jeder Gemeinde
  • Erstellung von Lehrmaterialien und Katastrophenschulungen in Gemeinden und Schulen
  • Bau von Regenwassersammeltanks für eine Wassernotversorgung
  • Vernetzung der etablierten Dorfstrukturen mit den Regierungsstrukturen auf Distriktebene

 

Finanzvolumen
1.200.000€
Projektlaufzeit
November 2017 – voraussichtlich Oktober 2020
Kooperationspartner

SMDO (Sopyay Myanmar Development Organisation)

Förderer

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

AnsprechpartnerIn
Portrait Anna-Luise Sonnenberg mit roter Pumpe
Anna-Luise Sonnenberg
Abteilung
Kommunikation
Funktion
Leitung Kommunikation
Standort
Dresden
Telefon
0351 481984-11
E-Mail

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