arche noVa - Myanmar - Irrawaddy Delta - Bau eines Regenwassersammeltanks

Myanmar: Fischer und Kleinbauern trotzen den schwierigen Bedingungen im Irrawaddy Delta

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Das Irrawaddy Delta an der Küste Myanmars ist ein gefährlicher Ort zum Leben. Die Region zählt zu den am stärksten von Naturkatastrophen betroffenen weltweit. Regelmäßig bedrohen Überschwemmungen und Zyklone die Lebensgrundlagen der Menschen. Die letzte große Katastrophe ereignete sich 2008, als Zyklon Nargis fast 100 Prozent der Häuser in der arche noVa-Projektregion Bogale - im Süden der Deltaregion - zerstörte. Bis heute ist es den Menschen, die zu den Ärmsten im Land zählen, nicht gelungen, die Folgen der Katastrophe zu überwinden.
Myanmar
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Ziel des Projektes ist es, die Lebensbedingungen in 20 Dörfern in der Gemeinde Bogale langfristig zu verbessern und zu sichern. Dazu wird eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen, die alle Hand in Hand gehen. Sie reichen von der Ernährungs- und Einkommenssicherung über Verbesserungen im Wasser- und Sanitärbereich und neue Methoden für den Umgang mit natürlichen Ressourcen bis zum Katastrophenmanagement.

Katastrophenvorsorge

Damit die Menschen in den Projektdörfern sich und ihre Kinder zukünftig besser vor Katastrophen schützen können, werden Katastrophenmanagement-Teams gegründet und geschult, Katastrophenvorsorge-Pläne ausgearbeitet und regelmäßige Aufklärungsveranstaltungen für die örtliche Bevölkerung durchgeführt. Alle Beteiligten wissen am Projektende, wie man sich bei den verschiedenen Naturereignissen verhalten muss, um sich, seine Familie und sein Hab und Gut zu schützen. Im Fall der Fälle spielt nicht zuletzt die Kommunikation eine wichtige Rolle. Deshalb wird in dem Projekt gezielt die Verbindung der lokalen Katastrophenvorsorgekomitees und Netzwerkorganisationen mit den staatlichen Katastrophenvorsorgeinstitutionen gefördert. Gemeinsame Trainings und regelmäßige Treffen sorgen für ein besseres Kennenlernen und Abstimmen der Katastrophenmanagementpläne.

Doch nicht nur Wissen und Vernetzung wird aufgebaut. In den Dörfern entstehen außerdem an ausgewählten Orten katastrophensichere Gebäude mit je einem Sammlungsraum, Toiletten, Trinkwasserspeichern und einem Raum für Erste Hilfe- und Such- und Rettungsmaterial.

Ernährung

Die meisten Familien in der Projektregion leben sprichwörtlich von der Hand in den Mund. Ihnen gelingt es nur mit Mühe, das Lebensnotwendigste zu erwirtschaften. Das hat vielfältige Gründe: immer geringer werdende Ernteerträge, kleinere Anbauflächen, Probleme mit der Fischereilizenzvergabe und steigende Bevölkerungszahlen. In diesem Netzwerk von Problemen sind die Familien bisher gefangen. Hinzu kommt das mangelhafte Wissen über alternative Einkommensmöglichkeiten wie etwa durch den Anbau von Gemüse oder die Aufzucht und Haltung von Kleinvieh.

An diesem Punkt setzt das Projekt an. Es stärkt den Fischfang als Haupteinnahmequelle der Familien und fördert die Eigenversorgung mit Erträgen aus dem Gartenbau und der Viehhaltung. Ziel ist es, dass sich die Familien Küchengärten anlegen. Die dazu notwendigen Gartenanbaugeräte und Gemüsepflanzen werden verteilt. Sie lernen wie man kompostiert und werden im Anlegen von Hochbeeten unterstützt, damit die Gärten vor Salzwassereinfluss geschützt bleiben. Saatgutbänke sorgen dafür, dass es bei schlechten oder zerstörten Ernten nicht zu Nahrungsmittelknappheit kommt. Kleinvieh, wie Hühner und Enten, werden verteilt. Dies alles wird mit intensiven Schulungen begleitet.

Einnahmen erzielen die Haushalte der Projektdörfer vor allem mit Fisch- und Krabbenfang, den sie auf den weitverzweigten Wasserarmen des Irrawaddy-Flusses betreiben. Viele Fischerfamilien besitzen aber bisher keine eigene Fischfangausrüstung, sondern müssen diese bei Zwischenhändlern zu ungünstigen Konditionen anmieten. Entweder verpflichten sie sich, ihre Fangerträge ausschließlich an die Vermieter zu weit unter dem Marktpreis liegenden Konditionen zu verkaufen, oder sie müssen nach der Fangsaison hohe Mietpreise zahlen. arche noVa durchbricht diese Abhängigkeit, indem den Familien eigene Fisch-und Krabbenfangausrüstung übergeben werden, die sie sofort in die Lage versetzen, ihre Fangerträge zu marktüblichen Preisen anzubieten.  Auch mit dieser Verteilung gehen Trainings einher, in denen die richtige Handhabung und Lagerung der Ausrüstung vermittelt wird.

In fünf Projektdörfern, die über einen Zugang zu Mangrovenwald verfügen, werden in einem Pilotprojekt zusätzlich Aquakulturteiche angelegt. Auf der einen Seite soll so der Mangrovenwald nachhaltig genutzt werden und gleichzeitig tragen die Teiche zur Einkommens-und Ernährungssicherung der Bevölkerung bei.

Wasser

Um die Versorgung der Familien mit Trink- und Brauchwasser zu verbessern, entstehen im Zuge des Projektes in jeder Gemeinde ein bis zwei katastrophenresistente Regenwassersammeltanks und mindestens ein Trinkwasserfiltersystem. Mit der Gründung von WASH-Komitees wird sichergestellt, dass sich die Bevölkerung mit der Wartung der Anlagen auskennt und diese nachhaltig instand halten kann. Dazu werden Wartungspläne angefertigt und Wartungsfonds eingerichtet. In Hygienetrainings lernt die Dorfbevölkerung außerdem die Zusammenhänge zwischen gutem hygienischem Verhalten und möglichen Krankheiten.

Aufforstung

Mangrovenwälder spielen für die Projektregion eine wichtige Rolle – als Lieferant von Baumaterial und Feuerholz. Sie bieten Einkommen und Arbeit und sind zentral für den Umweltschutz. Eine zu intensive Abholzung von Wald- und Mangrovengebieten hat in der Vergangenheit jedoch zu verschärften Auswirkungen von Monsunen und Zyklonen auf die dort lebenden Menschen geführt und die Artenvielfalt verringert. Im Zuge des Projekts soll dem entgegengewirkt werden. Ziel ist es, zehn Hektar Mangrovenwald wieder aufzuforsten. Dazu werden Waldnutzerkomitees ausgebildet, die Nutzungspläne erstellen, die Waldnutzer informieren und Baumschulen betreiben.

Hilfe zur Selbsthilfe

Neben all den konkreten Maßnahmen legt arche noVa großen Wert darauf, dass die Gemeinden, Behörden und andere Gruppen und Netzwerke intensiv in alle Aktivitäten mit eingebunden und in allen Bereichen geschult werden. Nur so entsteht ein gesteigertes Verantwortungsgefühl aller und die aufgebauten Strukturen und Einrichtungen können auch nach dem offiziellen Projektende erhalten und weiterentwickelt werden.

Die Maßnahmen richten sich an insgesamt 9.000 Männer, Frauen und Kinder. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Förderung von Kleinbauernfamilien, landlosen Arbeiterinnen und Arbeitern sowie auf von Frauen geführten Haushalten.

Für dieses Projekt spenden

25
Gartenbaugeräte und Setzlinge
50
Ihr Beitrag für einen Regenwassersammeltank.
75
Sie helfen bei der Durchführung von Katastrophenvorsorge-Trainings.

Projektsteckbrief

Zielgruppe

9.000 Einwohner/-innen in (2.000 Familien) in 20 Dörfern der Gemeinde Bogale

 
Projektziel

Katastrophenvorsorge und Verbesserung der Ernährungssituation in der südlichen Deltaregion zwischen dem Golf von Mataban und der Bengalischen Bucht

Aktivitäten
  • Bessere Ernährungs- und Einkommenssituation: Anlegen von Küchengärten, Verteilung von Hühnern und Enten, Verteilung von Fischereiequipment, Anlegen von Reis- und Saatgutbänke, Anlegen von Aquakulturteichen, Schulung in den Bereichen Kleintierzucht-und Haltung, Kleingartenbau, Fischerei und Saatgut
  • Besserer Zugang zu Trink- und Brauchwasser: Bau von Brunnen, Regenwasserauffangbecken, Regenwasserspeichertanks, Trinkwasserfiltersysteme, Gründung von WaSH-Komitees, Durchführung von Hygienetrainings
  • Katastrophenvorsorge: Aufbau, Ausbildung und Vernetzung von Katastrophenvorsorge-Komitees, Ausbildung und Umsetzung von Katastrophenvorsorge-Maßnahmen in jedem Dorf – d.h. Durchführung von Notfallübungen, Bau von Rettungspunkten, Zugangswegen und Brücken, Aufforstung von Mangrovenwald
Projektlaufzeit
Mai 2015 – April 2018
Kooperationspartner
  • SMDO (Sopay Myanmar Development Organization)
  • MHDO (Myanmar‘s Heart Development Organization)
Förderer
  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Spenderinnen und Spender
AnsprechpartnerIn

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