Drei Sitzreihen voller Schülerinnen und Schüler. Im Vordergrund lächelt ein Mädchen in die Kamera. Ihre Arme liegen auf de Schultisch, ihr Kinn auf den Handflächen.
© A. Keita

Mali: Brunnenbau und Toiletten für Schulen in der Region Gao

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Für die Kinder in der Region Gao ist Schule wie für alle Kinder der Welt der Ort ihrer Zukunft. Hier werden die Weichen für ihr Leben gestellt. Doch trotz Engagement ihrer Lehrerinnen und Lehrer und der Unterstützung durch ihre Eltern fällt den Kindern das Lernen oft nicht leicht. Das liegt an der miserablen Ausstattung ihrer Schulen. Es fehlt an allem – auch an der Wasserversorgung und an Schultoiletten. Weil die öffentlichen Stellen nicht genug Mittel für Bildungsprogramme haben, unterstützt arche noVa die Kinder der Region und baut an Schulen Wasser- und Sanitärsysteme auf.
Mali
Simple World Map - Author: Al MacDonald Editor: Fritz Lekschas License: CC BY-SA 3.0 ID: ISO 3166-1 or "_[a-zA-Z]" if an ISO code is not available

Mali zählt zu den ärmsten Ländern der Erde. Die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, die Lebenserwartung liegt bei nur rund 50 Jahren. Auch in guten Zeiten herrscht immer wieder Nahrungsmittelknappheit, in den häufigen Dürreperioden sieht es noch schwieriger aus.

Spuren der gewalttätigen Auseinandersetzungen

Der Norden des Landes hat zudem mit den Folgen gewalttätiger Auseinandersetzungen zu kämpfen. Zwar konnte das Eingreifen der Armee und internationaler Streitkräfte die 2012 eskalierte Situation beruhigen. Jedoch sind die Folgen der Kämpfe noch überall deutlich zu spüren. Die geflohenen Familien kehren in eine verwüstete Region zurück, in der zahlreiche Gebäude und weite Teile der Infrastruktur zerstört worden sind. Das Wirtschaftsleben liegt am Boden und die lokalen Behörden sind mit dem Wiederaufbau überfordert. Hinzu kommt, dass jeder Zeit mit weiteren terroristischen Angriffen und kriminellen Übergriffen gerechnet werden muss.

arche noVa vor Ort aktiv

arche noVa ist seit 2013 in Nord-Mali aktiv. Unsere Hilfsprojekte unterstützen die Menschen vor Ort dabei, für sich eine  Perspektive zu entwickeln. Zu unseren Aktivitäten zählen neben dem Wiederaufbau von Infrastruktur auch Bildungsprogramme. Mit diesem neuen Projekt konzentriert sich arche noVa ein zweites Mal auf die Versorgungslage an den Schulen im ländlichen Gebiet. Waren wir von 2014 an rund um Timbuktu im Einsatz, geht es dieses Mal um Schulen rund um Gao.

Mangelhafte Wasserversorgung an den Schulen

Schon vor dem militärischen Konflikt war der Zustand der Schulen im Projektgebiet alles andere als ideal. Zu wenige und zu kleine Gebäude waren nur schlecht ausgestattet. Die staatlichen Bemühungen um eine Verbesserung der Lage wurden durch die bewaffneten Auseinandersetzungen weit zurückgeworfen.
Unsere lokale Partnerorganisation NorDev kam mit einer langen Mängelliste von ihrer Erkundungstour in die Region zurück. Nur an zwei der 31 ausgewählten Schulen gibt es ein Bohrloch mit funktionierender Handpumpe. An 13 Schulen sind die Systeme defekt, 16 Schulen haben gar keinen Zugang zu Wasser. Bei den Schultoiletten sieht es nicht besser aus. An fast allen Schulen gibt es gar keine Sanitäreinrichtungen, an manchen sind sie in einem desolaten Zustand. Die Mehrzahl der Kinder verrichtet deshalb ihre Notdurft im Freien.
Wie aber sollen Kinder gut lernen, wenn sie Durst haben? Wie sollen sie gesund bleiben, wenn das Wasser, das sie Zuhause oder in der Nachbarschaft der Schule holen, nicht sicher ist? Wohin sollen sie gehen, wenn sie keinen geschützten Ort haben, um auf Toilette zu gehen? Immer wieder fehlen in Malis Schulen Kinder im Unterricht, weil sie an Erkrankungen leiden, die mit mangelhafter Wasser- und Sanitärversorgung in Zusammenhang stehen. Und auch die Abbrecherzahlen sind hoch, besonders unter Mädchen im Menstruationsalter. Sie gehen lieber gar nicht mehr zur Schule, anstatt sich dort mit den fehlenden Toiletten zu quälen.

Brunnenbau und Schultoiletten

Mit unserem Projekt sichern wir den Schulkindern im Projektgebiet eine angemessene Wasser- und Sanitärversorgung. Es werden Brunnen gebohrt oder repariert, Pumpen installiert, Latrinen gebaut und Handwaschgelegenheiten errichtet. Die Schülerinnen und Schülern sollen einen geregelten Schulalltag erleben können, ohne dass sie in den umliegenden Dörfern nach Trinkwasser oder einer Toilette fragen müssen. So lassen sich Fehlstunden und krankheitsbedingtes Fernbleiben vom Unterricht reduzieren.
Hinzu kommen Schulungen zum Thema Hygiene und Gesundheitsvorsorge für alle Kinder und ihre Lehrkräfte. Durch das in der Schule erlernte Wissen und täglich praktiziertes Hygieneverhalten prägen sich bei den Kindern Verhaltensmuster ein, die auch im jeweiligen Zuhause und privaten Umfeld zu mehr Hygiene und Gesundheitsvorsorge beitragen werden.
Den Familien rund um die beteiligten Schulen kommt das Projekt aber auch ganz unmittelbar zugute. Die Menschen in der Nachbarschaft werden die Brunnen ebenfalls nutzen können, allerdings gegen eine Gebühr. Dieses Geld wiederum wird für den Erhalt der Anlagen zur Verfügung stehen.
Das Projekt wird im Konsortium mit Plan International Deutschland e.V. umgesetzt. Unser Kooperationspartner kümmert sich zeitgleich um weitere WASH-Aktivitäten in zusätzlichen Gemeinden in der selben Region mit dem Schwerpunkt auf die kommunale Versorgung.

Projektsteckbrief

Zielgruppe
  • 9.000 Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrkräfte
  • 45.000 Menschen im Umfeld der Schulen
Projektziel
  • Sicherung der Wasser- und Sanitärversorgung an 31 Schulen in der Region Gao
  • Verbesserung der Hygienepraktiken an 31 Schulen sowie 20 vom Konflikt betroffenen Gemeinden
Aktivitäten
  • Brunnenbohrung und Installation von Handpumpen an 16 Standorten
  • Rehabilitierung von 13 bestehenden Bohrlöchern mit Handpumpen
  • Schulung von 30 lokalen Maurern zur Konstruktion und Renovierung von WASH-Infrastruktur
  • Rehabilitierung von 12 Schultoiletten
  • Neubau von 24 Schultoiletten
  • Installation von Handwaschbecken an 31 Schulen
  • Training von Lehrkräften und Schülerschaft zu hygienerelevanten Themen
Finanzvolumen
597.000€
Projektlaufzeit
August 2017 bis Dezember 2018
Kooperationspartner
  • NorDev (Nord et Developpement)
  • Plan International Deutschland e.V.
Förderer

Auswärtiges Amt

Für dieses Projekt spenden

350
Reparatur eines Bohrlochs
100
Einrichtung eines Handwaschbeckens
45
Sicherung der Wasserversorgung für ein Kind
10
Sack Zement für den Bau von Schultoiletten