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Mali: Zerstörte Lebensgrundlagen in Timbuktu und Umgebung wieder aufbauen

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Seit dem Sommer 2013 ist arche noVa im Norden Malis aktiv, um diejenigen zu unterstützen, die in den Monaten zuvor unter schweren gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Rebellengruppen in ihrer Heimat zu leiden hatten. Viele von ihnen waren geflüchtet und anschließend in eine zerstörte Heimat zurückgekehrt. Ausgangspunkt unserer Aktivitäten bildete ein Nothilfe-Einsatz in Timbuktu mit dem Fokus auf das zerstörte Abwassersystem der Stadt. Anschließend konzentrierten wir uns auf die Instandsetzung und den Neubau von Wasser- und Sanitäranlagen an Schulen. Mit diesem aktuellen Projekt gehen wir nun einen Schritt weiter und setzen mit unserem Konsortiumspartner PLAN International ein umfangreiches Wiederaufbau-Programm um, das nicht nur den Aufbau von Infrastruktur umfasst, sondern darüber hinaus einkommensschaffende, gesundheitliche und soziale Aspekte einschließt.
Mali
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Der Vielvölkerstaat und einstige französische Kolonialstaat Mali gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Schwache Wirtschaftskraft, Korruption und schlechte Infrastruktur prägen das Land. Hinzu kommen wiederkehrende Dürren, in denen die Menschen akut unter Nahrungsmittelmangel leiden. Die bewaffneten Kämpfe im Norden des Landes haben die ohnehin schwierige Situation in dieser Region zusätzlich verschlechtert. Zwar haben die Militärintervention, internationale Hilfe und Neuwahlen, die Lage seit 2013 bereits deutlich verbessert und zur Stabilisierung der Demokratie beigetragen, aber nach wie vor ist die Situation vor Ort konfliktgeladen. Zu den größten Herausforderungen, vor denen die Region steht, zählt neben der Verbesserung der Sicherheitslage die Armutsbekämpfung und die Verbesserung des Bildungs- und Gesundheitssystems.

Eine Zukunftsperspektive für Menschen im Norden Malis

In 30 Gemeinden inklusive der Stadt Timbuktu wird arche noVa gemeinsam mit PLAN an diesen Herausforderungen mitarbeiten und eine ganze Bandbreite von Aktivitäten durchführen. Ziel ist es die Bevölkerung zu stärken und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Familien in ihren Herkunftsgemeinden eine Zukunft haben.

Unsere neuen Aktivitäten knüpfen dabei direkt an die Vorgängerprojekte an. So werden wir beispielsweise die 2013 begonnene Verbesserung der Abwasserinfrastruktur in Timbuktu weiter vorantreiben. Alle weiteren Aktivitäten finden in und rund um die Kommunen statt, in denen arche noVa und der Konsortiumspartner bereits zuvor Wasser, Sanitär und Hygienevorhaben umgesetzt haben. In 16 dieser Gemeinden werden wir beispielsweise zerstörte Bewässerungssysteme für die Landwirtschaft rehabilitieren und Dorfbewohner für die Instandsetzung und Wartung der Wasserinfrastruktur trainieren.

Im Einzelnen werden wir mit unserer lokale Partnerorganisation NOR.DEV folgende Maßnahmen umsetzen:

Reparatur des Abwassersystems verringert Gesundheitsrisiken

In Timbuktu werden weite Strecken der Hauptwasserkanalisation rehabilitiert, die Kanalisation an wichtigen Abschnitten abgedeckt, das Klärbecken befestigt sowie 140 Abwasserschächte gesäubert. Lokale Betriebe aber auch Jugendorganisationen werden die Arbeiten übernehmen. Sie werden von Nor.Dev. beauftragt, betreut und angeleitet. Abgerundet wird dieser Projektbereich von Informationskampagnen zur Nutzung und Reinigung des Abwassersystems.

Timbuktu von Müll befreien

In Timbuktu wird außerdem eine breit angelegte Kampagne zur Verbesserung der Abfallentsorgung stattfinden. In acht Stadtbezirken werden Mülltonnen platziert und der Abtransport verbessert. Bereits vor den Unruhen existierten Service-Teams, die mit Eselskarren den Hausmüll abtransportierten, und es gab LKWs für den anschließenden Transport zum Endlager. Unser Ziel ist es, diese Dienstleistungen in enger Absprache mit den beteiligten Gruppen und der Stadtverwaltung wieder in Gang zu setzen und zu verbessern.

Bewässerungssysteme als Lebensgrundlage

In den 16 ländlichen Gemeinden unseres Projektgebietes geht es darum, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die zurück gekehrten Familien mit dem traditionellen Reisanbau wieder beginnen können. Dazu werden zerstörte Bewässerungskanäle und Becken für 480 Hektar Nutzfläche instandgesetzt und 16 notwendige Motorpumpen angeschafft. An jedem Einsatzort erhalten zwei Gemeindemitglieder intensive Schulungen zur Wartung des Bewässerungssystems. Sie lernen beispielsweise, wie man bei den Pumpen einen Filterwechsel durchführt. Hinzu kommen Schulungen für die bäuerlichen Familien zu den Themen Reisstroh- und Weizenbearbeitung und Vermarktung.

Mit Ziegen einen Neuanfang schaffen

Im Fokus unserer zweiten landwirtschaftlichen Projektkomponente stehen besonders bedürftige Familien mit nomadischer Lebensweise. Der Konflikt hatte neben aller Bedrohung für das eigene Leben auch die Einkommensmöglichkeiten der Familien getroffen. Ganze Viehherden gingen den Betroffenen verloren. 400 der ärmsten, alleinerziehenden Mütter werden deshalb im Zuge unseres Projektes jeweils fünf Ziegen erhalten.  Außerdem kümmern wir uns um die Impfung, Immunisierung, Tierfutterspeicherung und veterinärmedizinische Betreuung der Nutztiere im Projektgebiet.

Für dieses Projekt spenden

25
40 Kilogramm Reissamen
50
Kauf und Impfung einer Ziege
100
Erste-Hilfe-Koffer für tierärztliche Untersuchungen

Projektsteckbrief

Zielgruppe

102.000 Menschen im Norden Malis aus den Verwaltungskreisen Timbuktu, Diré, Goundam, Rarhous, Niafunke, darunter etliche zurückgekehrte Flüchtlinge und Binnenflüchtlinge

Projektziel

Wiederaufbau der Basisinfrastruktur in der Region Timbuktu

Aktivitäten
  • Instandsetzung und Ausbau des Entwässerungssystems in Timbuktu
  • Verbesserung der Müllentsorgung in Timbuktu
  • Informationskampagnen zum Thema Entwässerung und Müllentsorgung
  • Rehabilitierung landwirtschaftlicher Bewässerungssysteme in 16 Dörfern
  • Kauf und Installation von 16 Motorpumpen
  • Schulung der Pumpstationsbetreuer
  • Landwirtschaftliche Schulungen
  • Verteilung von 2.000 Nutztieren
  • Verteilung von Tierfutter
  • Verbesserung der veterinärmedizinischen Versorgung und Impfsituation der Nutztiere
Projektlaufzeit
seit September 2014
Kooperationspartner

NOR.DEV (Association Nord et Développement)
Plan International Deutschland e.V.

Förderer
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Private Spenderinnen und Spender
AnsprechpartnerIn
Meike John
Meike John
Abteilung
Kommunikation
Funktion
Redakteurin Öffentlichkeitsarbeit
Standort
Dresden
Telefon
0351 481984-12