Titelbild Myanmar-Shan State - Kinder vor Wassertank

Myanmar: Aufbauprojekte bringen Geflüchtete und Einheimische im Shan State zusammen

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Fast 50 Jahre verhinderte eine Militärdiktatur und Bürgerkriege jeglichen Fortschritt in Myanmar. Zwar geht es in dem Land, in dem 135 unterschiedliche Ethnien leben, seit 2011 aufwärts, dennoch gibt es immer wieder bewaffnete Konflikte zwischen der Armee und ethnischen Minderheiten. Zu den umkämpften Regionen zählt der Shan State im Norden des Landes, wo es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und der Kachin Independence Organization kommt.
Myanmar
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Für die Menschen vor Ort sind die gewalttätigen Unruhen eine existentielle Gefahr, die sie in die Flucht treibt. Dabei müssen sie ihre verwüsteten Häuser und das zerstörte Eigentum zurücklassen. Außerhalb der umkämpften Zonen entstanden für die Geflüchteten Übergangssiedlungen, die jedoch alles andere als gut ausgestattet sind und über keine ausreichende Infrastruktur verfügen. Andere Flüchtlinge kommen in Dörfern unter, die nicht von den Auseinandersetzungen betroffen sind. Auch dort herrscht nun großer Hilfsbedarf, damit die wachsende Bevölkerung genug zum Leben hat.

Für 1.700 Familien in 20 Gemeinden des Kutkai Townships verbessert arche noVa mit diesem Projekt die prekäre Lebenssituation mit konkreten Hilfsmaßnahmen und der Stärkung der Selbsthilfekräfte vor Ort. In diesem Sinne werden bereits bei der Planung alle Interessengruppen miteinbezogen. Angefangen von den Begünstigten über die Gastgemeinden bis hin zu den lokalen Behörden entstehen Kooperationen, damit die im Projekt aufgebauten Strukturen längerfristig erhalten bleiben und sich weiterentwickeln können. Das Projekt legt in allen Bereichen außerdem ein besonderes Augenmerk auf die speziellen Bedürfnisse von Frauen und Kindern.

Ernährung

Zu den drängendsten Problemen der Menschen zählt die schwierige Versorgungslage mit Lebensmitteln. Deshalb werden im Zuge des Projektes in den Gemeinden Küchengärten und Fischteiche angelegt. Die Familien erhalten Saatgut, Gemüsepflanzen, Obstbäume, Gartengeräte und Kleintiere. In intensiven Trainings werden ausgewählte Gemeindemitglieder im Bereich Fisch- und Kleintierhaltung sowie im Gartenbau geschult, um ihr Wissen wiederum an die anderen Bewohner weiterzugeben. Ziel all dieser Maßnahmen ist, eine stabile und ganzjährige Eigenversorgung der Familien zu sichern. Eventuelle Überschüsse können die Familien entweder innerhalb des Dorfes tauschen oder auf dem lokalen Markt verkaufen.

Wasser und Hygiene

Wasser als das Lebensmittel Nummer eins soll in den Projektdörfern für jeden zu jeder Zeit in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Deshalb steht der Bau von Wassertanks und Leitungssystemen ganz oben auf der Prioritätenliste. Zusätzlich führt arche noVa Hygieneaufklärungskampagnen in den Dörfern und Schulen durch. Durch diese Maßnahmen wird Erkrankungen, die auf falschem Hygieneverhalten und Mangelernährung beruhen, Einhalt geboten.

Bildung

Aufgrund der politischen Lage sind die Zukunftsaussichten der Flüchtlingsfamilien ungewiss. Eine Rückkehr in ihre Heimatdörfer ist zurzeit nicht absehbar und aufgrund der vielerorts zerstörten Infrastruktur von den Menschen zum Teil auch gar nicht gewünscht. arche noVa trägt mit diesem Projekt dazu bei, den Menschen in ihren Übergangssiedlungen eine neue Perspektive zu geben. Dies geschieht auch mit zahlreichen Hilfsaktivitäten an Schulen.

An sieben Schulen errichtet arche noVa neue Schullatrinen und trägt so zu einer deutlichen Verbesserung der Lernbedingungen und der Gesundheitssituation bei. An drei Schulen werden außerdem neue Unterrichtsgebäude mit insgesamt 12 Räumen gebaut und mit Möbeln ausgestattet. Außerdem erhlaten die Schülerinnen und Schüler Lernmaterialien. Abgerundet wird diese Bildungskomponente durch Schulungen, in denen sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrerinnen und Lehrer Grundkenntnisse der Hygieneaufklärung erlangen und das Verhalten während Naturkatastrophen einüben.

Nach einer ausführlichen Bedarfsanalyse hat arche noVa entschieden, in zwei Gemeinden die Bauaktivitäten jeweils mit dem Bau einer Brücke zu ergänzen. Nur so können die Bewohner ganzjährig die Märkte, Krankenhäuser und Schulen in ihrer Umgebung erreichen.

Katastrophenvorsorge

Da die Projektregion häufig von Naturkatastrophen heimgesucht wird, spielt auch die Katastrophenvorsorge im Projekt eine wichtige Rolle. Das Verletzungs- oder gar Sterberisiko sowie andere schwerwiegende Folgen, die durch Erdbeben, Stürme und Überflutungen hervorgerufen werden, sollen in Zukunft reduziert werden. Deshalb werden in den Gemeinden Such- und Rettungsteam gegründet, ausgerüstet, trainiert und miteinander vernetzt. Die Teams erarbeiten in ihren Gemeinden einen Katastrophenschutzmanagementplan, entwickeln Frühwarnsysteme und führen regelmäßig Notfallübungen durch.

Außerdem entstehen in den Dörfern Rückzugs- und Erste Hilfe-Punkte, die nach einer Überflutung oder einem Erdbeben Schutz bieten. Sie gewähren Obdach und sind mit Trinkwasser, Toiletten und Erste Hilfe-Material ausgestattet.

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70
Eine Familie erhält Nutziere.

Projektsteckbrief

Zielgruppe

9.000 Binnenflüchtlinge und Einwohner/-innen (1.700 Familien) in 20 Projektdörfern.

Projektziel

Wiedereingliederung von Binnenvertriebenen durch eine Verbesserung der Gesundheits- und Ernährungssituation, Einkommenssicherung, Ausbau der sozialen und wirtschaftlichen Basisinfrastruktur

Aktivitäten
  • Ernährung: Anlegen von Kleingärten und Fischteichen, Kleintierzucht, Anlegen von Saatgutbänken
  • Wasser, Sanitär, Hygiene: Bau von verschiedenen Wasserversorgungsanlagen, Bau von Schullatrinen, Durchführung von Hygieneschulungen
  • Bildung: Bau und Ausstattung von Schulgebäuden, Bereitstellung von Lernmaterialien
  • Katastrophenvorsorge: Aufbau, Ausbildung und Vernetzung von Katastrophenvorsorge-Komitees Durchführung von Notfallübungen, Bau von Rettungspunkten
Projektlaufzeit
Seit Oktober 2014
Kooperationspartner
  • SMDO (Sopay Myanmar Development Organization), MHDO (Myanmar‘s Heart Development Organization), MDCG (Maggin Development Consultancy Group)
Förderer
  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Spenderinnen und Spender
AnsprechpartnerIn