Neues Projekt: Vorsorgen vor Hochwasser in Nordböhmen

Neues Projekt: Vorsorgen vor Hochwasser in Nordböhmen

Die Elbe (tschechisch Labe) ist in Litoměřice, Ústí nad Labem und Děčín sehr präsent. Viele Orte entlang der Elbe und ihren Nebenflüssen waren schon oft von Hochwasser in Nordböhmen betroffen, zuletzt 2002, 2006 und 2013. Unsere tschechische Partnerorganisation – das Dobrovolnické Centrum in Ústí nad Labem – war deshalb sofort von der Idee begeistert, zum Thema Vorsorge zusammenzuarbeiten.

Nach dem Hochwasser 2013 hatte arche noVa im Rahmen des Wiederaufbauprogramms elf gemeinnützige Einrichtungen in Nordböhmen unterstützt. Dabei wurden hauptsächlich die Wiederbeschaffung von Mobiliar und präventive Maßnahmen ermöglicht. Außerdem haben wir Kinderfreizeiten für Kinder aus Hochwasser betroffenen Familien organisiert. Ab sofort soll es in der Kooperation nun um Aktivitäten zur Verbesserung der eigenen Vorsorge vor Hochwasser und anderen Naturgefahren gehen. Dazu stellten wir den tschechischen Partnern Anfang April vor, was wir in Sachsen in diesem Bereich bereits erreicht haben.

Schnell war klar, dass auch gemeinnützige Einrichtungen und Privatpersonen in der Elbregion in Nordböhmen Bedarf an dieser Art der Unterstützung haben. Mit unserem Kooperationsprojekt wollen wir sie befähigen, eigene Vorsorgepläne zu erstellen, damit sie bei einem erneuten Hochwasser schnell und koordiniert handeln können und so den Schaden an mobiler Einrichtung möglichst weit verringern. Auch Schutzmaßnahmen an Gebäuden sollen berücksichtigt werden.

Im gemeinsamen Projekt wird es Trainings und Konferenzen geben, auf denen die Teilnehmenden die eigenen Vorsorgepläne erarbeiten können. Dabei sollen sie auf das gesamte Wissen zurückgreifen können, das arche noVa zu dem Thema bereits zusammen getragen und weiterentwickelt hat. Deshalb wird unser Handbuch „Katastrophenmanagement im Verein“ übersetzt und an tschechische Gegebenheiten angepasst.

Darüber hinaus bildet arche noVa tschechische Trainer aus und unterstützt die Partnerorganisation bei der konzeptionellen Gestaltung der Trainings in Litoměřice, Ústí nad Labem und Děčín. Lenka Černá, die Leiterin des Dobrovolnické Centrum, ist sich sicher, dass das Projekt die Selbsthilfekräfte von gemeinnützigen Einrichtungen stärken wird.

Das Dobrovolnické Centrum kennt sich mit dem Thema Naturgefahren bereits aus. Seit Jahren setzt sich der Verein dafür ein, dass die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen im Bereich Katastrophenschutz verbessert wird. Sehr aktiv ist der Verein auch in die Koordination mit anderen Vereinen und Hilfsorganisationen, um Freiwillige einzubeziehen und vorhandene Mittel effektiv zu nutzen. arche noVa wird die Erfahrungen aus dem gemeinsamen Projekt in weitere geplante Aktivitäten weltweit im Bereich Katastrophenvorsorge einfließen lassen.  

Wie arche noVa das Thema Vorsorge in Deutschland vorantreibt, lesen Sie hier.