25 Jahre – 25 Geschichten Nr. 9 Silke und Milko

25 Jahre – 25 Geschichten Nr. 9 Silke und Milko

Silke Fraikin und Milko Kersten sind froh über diesen Termin. Dabei ist es erst 9 Uhr morgens - für Musikerinnen und Musiker eine unvorstellbar frühe Verabredung. Im Büro von arche noVa sitzen sie nun und genießen das Zusammentreffen („Viel zu selten kommen wir dazu.“) und das Gespräch, das sich von der Musik bis zum arche noVa Projekt in Syrien erstreckt. Die beiden möchten erfahren, wie es unserem Projektteam vor Ort geht und was mit dem Geld passiert ist, das die Musiker mit ihrem Benefizkonzert Anfang des arche noVa Jubiläumsjahres eingespielt haben.

Silke Fraikin und Milko Kersten informieren sich über die Projekte von arche noVa.

Mehr als 150 Musikerinnen und Musiker standen am 2. Januar in der Dreikönigskirche in Dresden auf der Bühne und musizierten über alle Genregrenzen hinweg. Mehr als drei Stunden Musik, mehr als 12.000 Euro Spenden und eine unvergleichliche Atmosphäre waren das Ergebnis. Möglich wurde dies nur, weil sich die Komponistin und Dozentin Silke Fraikin das in den Kopf gesetzt hatte und weil andere wie der Dirigent Milko Kersten mitgezogen haben. Die beiden sind sich einig: „Das ist typisch für Künstler: Wenn sie einmal Feuer gefangen haben, dann hängen sie sich richtig rein.“

Das sei schon 2005 so gewesen, erinnert sich Silke Fraikin. Damals hätten Musikerinnen und Musiker aus ihrem Freundeskreis in weniger als 20 Tagen ein Konzert auf die Beine gestellt, um nach dem Tsunami in Südostasien zu helfen. „So lernte ich arche noVa kennen“, erzählt Silke Fraikin.

Alle Beteiligten seien dafür gewesen, das Geld der Hilfsorganisation aus der eigenen Stadt zu geben, der man vertraue.

Dieses Jahr waren von den damals Engagierten einige wieder dabei und viele weitere kamen hinzu. So groß war der Zuspruch, dass Silke Fraikin einige vertrösten musste, sonst wäre das Programm noch länger geworden. Ihr Ziel war es, dass das Publikum einen wunderbaren Abend erlebt und dabei möglichst viel herumkommt. Deshalb habe sie schon Monate vorher angefangen, Sponsoren zu suchen. Die Kosten sollten die Einnahmen nicht auffressen.

Mit dem Ergebnis sind Silke Fraikin und Milko Kersten zufrieden. „Das Konzert war auch mit Blick auf die Dresdner Stadtgesellschaft wichtig“, sagt der Dirigent. Im Gegensatz zu denjenigen, die montags auf die Straße gehen, weil sie gegen etwas sind, wollten wir einen konstruktiven Beitrag leisten und zeigen, dass man Dinge zum Besseren bewegen kann. „Unser Ziel war es, die Menschen zu unterstützen, die unmittelbar vom Krieg in Syrien betroffen sind und auch alle Dresdner zu ermutigen, in ihrem Bereich tätig zu werden. Man kann helfen!“ sagt Milko Kersten. Dabei mitzumachen sei keine Heldentat gewesen, aber doch ein sichtbares Statement. „Jeder der Künstler hat diese Haltung nicht zuletzt in seinem eigenen Umfeld vertreten müssen“, so der Dirigent. Das sei angesichts der allzu oft hitzigen Diskussionen in Dresden gar nicht so leicht gewesen.

Mit etwas Abstand ziehen Silke Fraikin und Milko Kersten positive Bilanz. „Neben den Spendeneinnahmen für das Syrien-Projekt wollte ich noch etwas anderes erreichen: Dass die Arbeit von arche noVa in der Stadt und darüber hinaus noch bekannter wird“, betont die Initiatorin.

Silke Fraikin und Milko Kersten ist klar, dass weitere Hilfe für die in den letzten Monaten aus Aleppo Geflohenen benötigt wird. Im Gespräch mit den Projektverantwortlichen bei arche noVa fragen sie nach den kommenden Plänen für das Bildungsprojekt in Syrien und sind von der Idee begeistert, dass viele Kinder in unseren Sommerkursen eine Chance für den Wiedereinstieg in Schulbildung erhalten werden.

Warum syrische Kinder, die lange nicht mehr zum Unterricht gehen konnten, auf die Schule vorbereitet werden müssen, lesen Sie hier.